Holzverschalung: "Dogma: Hinterlüftung" - nicht nötig?

09.07.2021 FW-Eigenbau


Hallo liebe Fachwerker:

ich habe einen Dachüberstand von nur 30cm und mag davon auf der Wetterseite (allerdings gleichzeitig sonnenbeschienene Südseite) nicht groß durch meine geplante Verschalung verlieren.

Nun habe ich mehrfach im Web gefunden (auch hier auf FW.de) das die geforderte Hinterlüftung eigentlich nicht nötig ist. Im Gegenteil: der Verlust an Dachüberstand und dadurch an konstruktivem Holzschutz könnte sich weit nachteiliger auswirken..

Hier bei uns gab es diesen Thread:
https://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/vorhangfassade-hinterlueftung-267521.html

Hat irgendjemand Langzeiterfahrung machen können OHNE Hinterlüftung?

Ich plane auf meine Lehmgefache/FW, senkrechte Lattung mit Holzfaserdämmung/Holzweichfasermatten und Unterspannbahn,- dann darauf die Querverlattung zum Tragen der vertikalen BD-Verschalung.

Es gäbe also sowieso hinter dem Holz die Querlüftung bzw durch die Deckelbretter auch eine vertikale Lüftung.

Bin für JEDE Meinung dankbar.



Hinterlüftung



im Nachbardorf hat es einer so gebaut, wie Du es beschreibst:
- senkrechte Lattung mit zwischengeklemmten flex. Holzfasermatten
- Unterdeckbahn als Feuchte- und Durchlüftungsschutz der Dämmung
- Horizontale Traglattung für die Bodenbretter - diese dann je nach Breite der Deckel mit so viel Abstand wie möglich voneinander mit jeweils 2 cm Überdeckung
- Deckelbretter in die UK geschraubt
Der Luftraum unter den Deckeln sollte reichen, um eine Hinterlüftung zu gewährleisten. Jedenfalls scheint es bei ihm ( Höhe allerdings nur eine Etage) zu funktionieren.



Das wäre



bei mir genauso, Pope: nur das OG wird verschalt,- unten im EG ist massiv.

Ich würde mit dieser Lösung zwar nur die Stärke einer Lattung sparen,- aber immerhin.
Naja gut: "enorm" ist der Unterschied dann doch nicht: 4cm. Ist es das wert?

Der Dachüberstand scheint mir wichtiger. Ich hätte 10cm Dämmung, 4cm Querlattung, jeweils 2cm also 4cm Schalung. Bedeutet: 30cm - 18cm:

12cm Dachüberstand blieben übrig....nicht grad viel oder?? Zuwenig?

Durch die komische Tal- und Hanglage ist die Nordseite gar nicht bewittert und gut geschützt, die Südseite, um die es hier geht aber bewittert.

Alternative wäre eine Sparrenverlängerung denkbar, um sich um eine Ziegellänge den Dachüberstand zu verlängern. Da gibt es unterschiedliche Fertigsysteme oder man baut es selbst mit Holz als Aufdoppelung der Sparrenfüße.

Ist aber totale Frickelei....
:-(

Noch eine Frage:
kann man unten als Abschluss der Dämmebene statt Kleintiergitter nicht eine Latte in Dämmstärkendicke quer nehmen und dadurch alles verschließen? Oder dient das Kleintiergitter auch der Lüftung der Dämmung?



Wieso Dogma?



Und wieso glaubst du alles anders machen zu können al Andere? Könnte es nicht sein das das seinen guten Grund hat das es Andere so machen? Schon mal was von phisik gehört? Warme Luft steigt nach oben!



Überlege doch mal selbst



die Dämmung an sich darf nicht belüftet werden ( oben habe ich es bereits detailliert beschrieben), da sie ansonsten wirkungslos ist. Eine Dämmung, die von kalter Luft durchströmt wird, dämmt ja nicht mehr. Daher sollte die Dämmung quasi in Unterdeckbahn eingepackt werden. Die wird also auch nicht nur frontseits aufgebracht, sondern auch unten und oben umgeschlagen. Du kannst auch zum Abschluss Latten gegenschrauben. Wichtig wäre allerdings, dass Du die Zugänge der Hinterlüftung, also die unteren und oberen Stirnseiten von Boden und Deckel mit Gaze verschließt.