Holzvergaserheizung, Massivbauweise, verwirklicht

26.01.2018 Ponymanor



Hallo ihr Lieben,
wir haben unseren Traum verwirklicht und uns einen großen Hof gekauft. Dazu habe ich 2 Fragen:
1. wir haben derzeit einen Heizölbedarf von 10.000 Litern im Jahr bei 450 qm Wohnfläche. Das wollen wir natürlich ändern, was habt ihr für Erfahrungen ? Wir haben keinen eigenen Wald, daher bin ich nicht sicher, ob wir mit einer Holzvergaserheizung glücklich werden... erzählt doch mal, wie ihr das so macht.
2.da wir auch große Nebengebäude haben, möchte die Wohngebäude Versicherung Beträge von 2500 Euro bis 3500 Euro jährlich haben. Das ist mir wirklich zu viel.
Unser Haus steht bei Uelzen, Massivbauweise.



Heizenergie



Für ein (unsaniertes?) Gebäude das die Größe von drei Einfamilienhäusern hat liegt der Verbrauch im üblichen Bereich.
Wenn ich mir einen Bus kaufe muß ich mich auch nicht über den Spritverbrauch wundern.
Eine andere Heizung wird daran erst mal nichts ändern. Es ist egal aus was ich die Wärmeenergie erzeuge, die Menge wird die gleiche bleiben.
Unterschiede wird es im Preis des Energieträgers und im Komfortverhalten der Heizung geben.





Danke für die Antwort! Vielleicht hätte ich ausführlicher schreiben sollen. Dieses ist unser zweiter Hof, wir haben bereits viel Sanierungserfahrung, allerdings war unser erstes Haus nur 110 qm klein.
Es gibt hier doch reichlich Großgrundbesitzer, mich interessieren deren Erfahrungen/ Erlebnisse.
Vielleicht hat jemand Zeit, Lust, Muße mich daran teilhaben zu lassen. ??



Heizenergie



Hallo,
das finde ich ist ein interessantes Thema, war gerade im Begriff da auch mal eine Frage einzustellen.
Mich interessiert nicht wo ich hinkommen kann sondern einfach mal die Energiverbräuche anderer um da einmal einen Vergleich zu haben.
Wir wohnen in einem Fachwerkhaus mit Ca.300qm Wohnfläche über die zwei Etagen und das Dachgeschoss verteilt. Bild ist bei meinem Profil zu finden. Geheizt wird mit einer Gas Zentralheizung und einem Jahresbedarf von Ca. 40.000 kWh im Jahr. Entspricht einem Verbrauch von etwa 4000 qm Gas imJahr fürWasser und Heizung. Ich rede mir immer damit ganz gut zu liegen bei einem nicht aufwendig Isolierten Haus.
Wie seht Ihr das oder was habt Ihr für Verbräuche das man mal vergleichen kann.





Ich finde, dass ihr damit wirklich gut liegt! Wir hatten vorher bei 110 qm 3000 Liter Heizöl... (Heizung 30 Jahre alt, Mit neuer Wandheizung)wie gesagt, jetzt 10.000 Liter bei Rippenheizkörpern und 15 Jahre alter Heizung , Fenster zwischen 1991 und 1985. Wenn man das vergleicht steht ihr gut da. :-)





Bei den Flächen und Mengen muss man sich ganz grundlegende Gedanken machen.

Auch kann man sich mal vergegenwärtigen, dass man zum Ersatz von einem Liter Heizöl fünf "Liter" Brennholz benötig, was trocken etwa 2,5 Kilogramm wiegt.

Wenn da der Jahresbedarf geliefert wird, ist die Straße zu.

Das schöne am hohen Verbrauch ist aber das man auch viel sparen kann.

Das heizen mit Holz, kann wenn man zuverlässige und günstige Quellen hat und Freude an der zusätzlichen Arbeit durchaus eine deutliche Kosteneinsparung beim Brennstoffeinkauf bringen.

Die Lösung wird wohl aber in einem System mit verschieden Komponenten bestehen. So kann beispielsweise mittels eigenem Solarstrom sehr günstig Warmwasser bereiten, gerade in der wärmeren Zeit wo der Kessel einen schlechten Nutzungsgrad hat. Da bleibt der Kessel von 1. April bis zum 30. September aus.

Auch muss man wissen, dass so ein Heizkessel auch schon mal 15 Prozent der gesamten Energie über den Schornstein ins freie bläst. Das heißt der optimale und bedarfsgerechte Betrieb der Heizung ist der zentrale Angriffspunkt für günstige Betriebsergebnisse.



Energieverbräuche im Altbau und Sparmaßnahmen



Teilsanierter Altbau, gut 500 qm, 20 Bewohner,
110.000 kWh Gas für Heizen, Kochen, Warmwasser

Erste Sparmaßnahmen:
Dichtigkeit der Fugen herstellen
Oberste Geschoßdecke und EG- Boden dämmen
Warmwasserrohre und Armaturen dämmen
Gezielte Stoßlüftung zur Feuchteabfuhr- mit Hygrometer kontrollieren.

Dann Fassadendämmung und ggf Fenstertausch bzw zusätzliche Innenfenster überlegen

Bei dem abgebildeten Gebäude bleibt nur die Innendämmung und Innenfenster, neben den anderen Maßnahmen.
Andreas Teich





Oh, das ist spannend, das sind ja unsere Dimensionen... warum wollt ihr die Fassade dämmen? Ist das einschaliges Mauerwerk? Ich grübel gerade über einen Grundofen in Verbindung mit Heizleisten. Uns fehlt hier die schöne Strahlungswärme sehr ...



Heizleisten...



...bringen kaum Strahlungswärme. Weitaus weniger jedenfalls, als ein normaler Heizkörper.

Der Grundofen wird Euer großes Gebäude nicht durchheizen, und ist teuer. Noch teuerer in Verbindung mit dem notwendigen Pufferspeicher. Und Ihr hattet ja kein Holz...

Investiert besser in realistische Wärmedämmaßnahmen. Aber bitte nicht auf dem Prinzip: "Was sich besonders schön liest, machen wir jetzt mal flink" .

Eine komplexe Maßnahme sollte auch kompetent von einem sanierungserfahrenen Planer vorbereitet werden.

Grüße

Thomas



Alternative ?



Mit Heizleisten habe ich leider gar keine Erfahrungen ... was wäre dann eine Alternative? Wir haben bei 110 qm über 5 Tonnen Lehm verbaut...war ein super Raumklima, aber bei den Dimensionen hier ist mir das zu Heavy ... dass der Grundofen hier nur ein nettes extra ist, dass ist mir durchaus bewusst . :-)
„Normale“ Dämmungen à la Styropor, Dampfbremse etc. will ich nicht.



Die Alternative:



dazu wiederhole ich mich zunächst:

"Eine komplexe Maßnahme sollte auch kompetent von einem sanierungserfahrenen Planer vorbereitet werden. "

Und damit der Kutter in die richtige Richtung steuert:

Außendämmungen jeglicher Art verderben Euch die wunderschöne Fassade, das wäre für mich keine Option.

Ich würde vorrangig eine Innendämmung mit Holzweichfaserplatte und Wandheizung in Lehmputz prüfen, und selbstverständlich die Geschossdecken gegen unbeheizt nicht vergessen. Wenn Ihr noch die originalen Fenster habt, diese nicht vorschnell opfern. Oftmals sind diese zu überarbeiten und in der Dichtigkeit zu verbessern. Kastenfenster sind keinesfalls generell "überholt".

Grüße

Thomas





Ja, die Heizleisten sind ein "langer" Heizkörper, der genauso wie eine Bodenkanalheizung einen Warmluftstrom vor der Wand erzeugt. Diese "verbesserte" Heizluftführung kann kühlere Wandflächen abschirmen, damit Zugerscheinungen und auch Schimmelrisiken vorbeugen.

Da die Wandoberflächen hierbei auch erwärmt werden, wird auch indirekt etwas Wärmestrahlung frei. So lässt sich auch bei etwas kühlerer Raumluft, noch einen guter Wärmekomfort ermöglichen.

So entsteht ein Raumklima ähnlich dem bei Strahlungsheizung.

Der größere Vorteil liegt mehr in der Einfachheit und bei dem recht geringen Preis. Wichtig ist das recht hohe Systemtemperaturen benötigt werden 50/45, bei hoher Heizlast auch mehr.

Gegen einen "kleinen" Ofen (ohne Wasser) spricht ja nichts, wirtschaftlich ist diese Investition nur auf lange Sicht.

Ihr braucht ein sorgfältig erarbeitetes Energiekonzept. Sinnvolle Maßnahmen zum Wärmeschutz, moderne Heizungstechnik.

Wie hoch ist der Stromverbrauch, wie viel warmes Wasser, was habt ihr mit den großzügigen Flächen vor. Wenn ihr da jemanden gutes findet ist es sicher kein Problem, im wirtschaftlichen Rahmen Lösungen zu finden, die auch eurem Komfortansprüchen genügen.



Heizleisten



Das ist die Theorie, in der Praxis sind die Heizleisten mehr oder weniger wirksame Konvektionsheizkörper. Durch die Lage unmittelbar am Wandfuß geht eine Menge Wärme durch Wärmeleitung verloren falls die Wand nicht außen gedämmt ist. Einziger Vorteil: Der Wandfuß ist so vor Kondensatausfall im Winter (nicht im Sommer!) geschützt.
Das mit dem Warmluftschleier und der strahlenden Wand liest sich in Prospekten sehr schön, funktioniert aber in der Praxis nicht. Bilder, Vorhänge, Fenster, Möbel, Luftbewegungen- diesen Warmluftschleier an der Wand gibt es in der Praxis nicht. Dafür konvektive Wirbel im unteren Bereich vor der Wand die zur Durchmischung der Raumluft führen- halt eine Konvektionsheizung aber mit niedrigem Wirkungsgrad.
Moderne Plattenheizkörper haben viel größere Anteile an Strahlungsleistungen trotz niedriger Vorlauftemperaturen und sie haben bessere Wirkungsgrade.
Heizleisten bzw. Bodenkanalheizungen sind vor großen raumhohen Fensterflächen wie besonders breite Terrassentüranlagen nützlich, sie heizen zwar nicht viel verbessern aber hier das Wohlfühlempfinden.



Konzept



Ich bin halt so eigensinnig ;-p
Daher graut es mir vor so einer Beratung, aber vermutlich hast Du recht, besser ist es, das Ganze mal von mehreren Seiten zu durchdenken. Letztlich waren wir so glücklich mit der Wandheizung, vielleicht ist das wirklich die beste Lösung, aber die Arbeit ... daher die Heizleisten... ich möchte halt schon gerne die Wände erwärmen, daher möchte ich keine Holzplatte benutzen. Vielleicht diese ganz dünnen wasserführenden Fußbodenheizungen an die Wand? Und dann nur dünn mit Lehm verputzen?



Danke Georg Böttcher



Das ist schön plastisch beschrieben :-) da muss da ich direkt niesen. Keine Heizleisten:-)



Ich habe...



...einen Raum mit Heizleisten erwärmt, oder eher erlaut (weil, wärmer als lau wird der Raum nur mit sehr großer Vorlaufzeit).

Alle meine Skepsis hat sich bewahrheitet. Der Konvektionsstrom ist schwach, weil die Teile ja nur flach sind. Die Wärmestrahlung vernachlässigbar, weil die Fläche ja klein ist, die Strahlen könnte. Es wäre so schön gewesen, wenn sich entgegen aller Logik ein Wunder ereignet hätte. Indes, das Wunder blieb aus.

Dieses Zimmer ist nun im massiv (Sandstein, Ziegel) gebauten Grübderzeithaus das schlechtgeheizteste Zimmer bis zu dem Zeitpunkt, wo ich alles wieder herausreisse.

Im maximal gedämmten Neubau kann man das machen, da wird es letztlich auch warm, wenn ein Bügeleisen auf dem Tisch steht. Im Altbau rate ich ab.

Grüße

Thomas



Poet



Hahaha ;-))) zu schön, ganz lieben Dank



Wandheizung



böte sich vermutlich an ... klar viel Arbeit, wobei ich nicht weiß ob das mit den Fertigelementen eklatant einfacher wird, die hatten wir aus Kostengründen nicht.

Aber eine Sache stimmt schon, das Wohlfühlgefühl einer Wandheizung ist schon schwer zu toppen :-)

Das einzige Thema sind die leidigen Raumthermostate, da nervt mich die Technik vollends ... aber das ist ja hier nicht das Thema ;-)

LG und alles Gute



Altbau Heiz- und Sanierungskonzept



Zuerst einmal den Bestand genau aufnehmen,
Also Wanddicke, Material, Himmelsrichtung der jeweiligen Außenwand,
lichte Fenstergröße zwischen den Außenlaibungen und Konstruktion des Fensters.
Also alle der Außenluft zugewandten Flächen aufmessen.

Dann Deckenfläche und -aufbau zum wahrscheinlich ungedämmtem Dachboden oder die Dachflächen, sofern das Dach ausgebaut werden soll.

Alle erdberührten Fußböden oder die zum Keller hin orientierten.

Alle Räume bezeichnen, die ein geringeres Temperaturniveau als Wohnräume haben.
Dann die U-Werte ausrechnen, zB mit dem U-Wert-Rechner.
Wärmegewinne durch Fenster berücksichtigen.

Anschließend ergibt sich aus der Summe aller Räume die Heizlast, die insgesamt benötigt wird.
Die Angaben für jeden Raum werden zur Auslegung der Heizflächen benötigt (Wandheizung, Heizkörper oä)

Nach Berechnung der U-Werte vom Bestand könnten mögliche Dämmmaßnahmen überlegt werden.
Bei historischen Fassaden ist sicher nur Innendämmung passend.

Dazu verschiedene Dämmstärken und Materialien in Hinblick auf Dämmung und Kosten vergleichen.

Dann feststellen welche Heizmaterialien möglich sind- Erdgas, Holz, Pellets, Erdwärme.

Vor Ort überlegen wie die Wärmeverteilung/Rohrverlegung am effektivsten möglich ist.
Warmwasserversorgung, Küchen-Bäderinstallation gehört dazu-
evt Grauwasserleitungen für WCs und Waschmaschinen.

In meinem Altbau habe ich auch div Bäder zusätzlich installiert, sowie in allen Küchen Gas für Küchenherde, vorsorglich in alle Bäder Grauwasserleitungen.

Die Elektroinstallation wird vermutlich auch erneuert- zumindest ergänzt werden müssen.
Grundriß- und Ansichtspläne erstellen, soweit nicht vorhanden.

Unsere Häuser sind zumindest von der Größe und Baujahr etwa vergleichbar, wobei euer Gebäude viel kompakter ist und dadurch weniger Wärmeverluste haben sollte.

Mit wieviel Personen wollt ihr dort wohnen oder welche Nutzung ist vorgesehen?
(Meine Gebäudeversicherung kostet inkl Haftpflicht knapp 900,-€
ohne Nebengebäude, dafür voll vermietet- ggf nachfragen)

Bei Fragen könnt ihr gerne anrufen oder mailen

Andreas Teich