Holzverbindung auf Stoß

24.04.2017



Moin @ll - ich hab mal ein kleines konstruktives Problem.

Bei mir stoßen, durch die Zimmermannsfirma so gemacht, 2 Schwellbalken über Eck und die Ecksäule darauf stumpf aufeinander. also keinerlei Holzverbindung, lediglich über Bauwinkel miteinander vernagelt.

Nun habe ich vor, den einen Schwellbalken als Schwelle fürs neue Tor zu verlängern, müßte also einen 4. Balkenstumpf (die Verlängerung wird "nur" etwa 50cm lang) stumpf anschließen, was mir so gar nicht gefällt.

Ich habe schon mal geguckt, was tatsächlich im Nachhinein machbar ist vom handwerklichen (die Gefache sind bereits ausgemauert, der Sockel ist auch soweit fertig, dass dort lediglich neu unterstopft werden kann), bleibt nur eine einfache Blattverbindung, die aber dank fehlender Verschraubung der Blätter lediglich durch das Gewicht des Hauses belastet werden würde, also im Grunde keine Sicherung hat.

Meine Idee war nun folgende, beide Schwellen stumpf aufeinander stoßen zu lassen und mit einem dicken Stahlband zu verbinden. und alle entstehenden Winkel ebenfalls über Bauwinkel auszunageln. Auf dieser neuen Schwelle steht dann die tortragende Säule, die wiederum über vernünftige Zapfenverbindungen zur Ecksäule des Hauses verbunden wird.

Oder hat jemand eine Idee für eine nachträglich machbare Holzverbindung beider Schwellen?



Stumpfe Stösse



sind zimmermannsmässig und statisch als Pfusch einzustufen.
Horizontale Bauteile mit tragender Funktion müssen mindestens verblattet sein, mit entsprechender Verbolzung, besser ist ein Hakenblatt. und wenn dazu ein Gefach rausmuss, bleibt keine Alternative.
(Doch, der Pfusch)
MfG
dasMaurer



Ob Pfusch oder nicht,



war nicht die Frage.

Dafür bin ich der falsche Adressat. Ich kann Ihnen gern die Adresse der Innungsfirma und den dort angestellten und bauausführenden Zimmermann und abnehmenden Zimmermannsmeister benennen, falls Sie denen das aus der Entfernung sagen wollen? Mittlerweile bin ich schlauer und lasse keine bezahlten "Fachmänner" mehr an mein Haus!

Eine Verblattung in welcher Form auch immer, verbindet lediglich zwei der aktuell drei, der angedachten vier Stümpfe miteinander und bleibt selbst mit einem Hakenblbatt und einem eingesetzten Stück zur Verbindung und Verlängerung der Schwellen ein Kompromiss, denn der abgesetzte Zapfen der Ecksäule fehlt dann weiterhin... Mal ganz abgesehen davon, erscheint es mir unmöglich, eine derartige Verbindung nachträglich herzustellen, ohne nicht wenigstens neben dem horizontalen Zugang auch einen ausreichenden vertikalen Zugang in mind. Schwellbalkenstärke zur betreffenden Hausecke zu ermöglichen.

Das bedeutet die teilweise Zerstörung des Sockels und die Entfernung sowie das Ersetzen der Ecksäule - das wären dann auch schnell 12 Gefache, neben dem gemauerten Sockel - um den fehlenden Zapfen anfertigen zu können. Aufwand und Nutzen?

Also, welche Alternativen gibt es noch? Ich könnte mir vorstellen, zumindest die dann torpfostentragende Schwelle über eine vertikal unverbolzte Verblattung (gern auch schräges Blatt) an die bereits liegende Schwelle anzuschließen und unter die Säule zu schieben. Ein Hakenblatt wäre mit viel (!!!) Aufwand auch möglich aber m.E. relativ wirkungslos. Meine Idee, einer einfachen Verblattung zw. der Schwellenverlängerung und einer horizontalen Verbolzung über von mir anzufertigende Winkelverbindungen zumindest aller Schwellen miteinander, d.h. zwei lange rechte Winkel und ein damit verbolztes Flacheisen, dass in der Draufsicht ein T entsteht. Flacheisen und Winkel sollen jeweils miteinander durch's Holz verbolzt werden. Damit wären zumindest die Schwellen für die nächsten 200 Jahre miteinander verbunden.

Meinungen dazu?



Möglichkeiten



Vorab: ich bin kein Zimmermann!

Ich habe die Meinung Zweier Zimmermänner (Einer Innungsmeister und Gutachter) gehört, dass sich solche Probleme auch mit entsprechend dimensionierten schräg eingebrachten Schrauben entsprechender Dimension lösen lässt. Nicht Original, aber einfach und wirksam.

Handwerklich besser wäre es, einen einen eingeschobenen Zapfen zu verwenden.
Am Fußpunkt des Stieles wird ein entsprechendes Zapfenloch hergestellt
( die angrenzenden Fächer müssen 'raus). Dann wird auf der Schwelle ein ebensolches Zapfenloch doppelter Breite hergestellt: die eine Hälfte unter dem Stiel, die andere frei daneben. Es folgt die Herstellung eines Zapfens doppelter Länge nach oben und unten (eine Hälfte in der Schwelle, die andere im Stiel). Dieser Zapfen wird eingeschoben und mit Holznägeln gesichert.
Das verbleibende Loch wird mit einem entsprechenden Klotz geschlossen.
Es ist sinnvoll, dieses verschlossene Loch mit einer Ablaufbohrung nach unten auszurüsten.
Am Eckstiel ist die ganze Sache deutlich aufwendiger. Es ist u.U. Nötig, den Siel zunächst zu kürzen, eine geeignete Eckverbindung mit den drei aufeinandertreffen es Bauteilen herzustellen und dann entsprechende Blätter bzw. Verlängerungen des Eckständers herzustellen um schließlich die "Neue Ecke" als Ganzes einzubauen.
Das erscheint mir aber nix für einen Gelegenheits Zimmermann!

Good Luck

GE



Danke,



für die Idee und das Gespräch mit den beiden Fachmännern.

An die Verschraubungsvariante auf diese Art hatte ich noch gar nicht gedacht, das wäre zumindest eine zusätzliche Sicherung für die Ecksäule und mit entsprechender Schraubenlänge auch eine gleichzeitige Verbolzung eines darunter liegenden Blattes. Ja, es kann nicht schaden, dort noch 2 - 3 Schräuben diagonal durch zu treiben...

Zu Ihrer Skizze - eine solche Arbeit traue ich mir durchaus zu. Fuchsschwanz, Schmiege, Stecheisen & Co. sind mittlerweile keine Werkzeuge mehr, deren Gebrauch mich scheuen würden - es dauert bei mir nur entsprechend länger. Einige solcher Säulenverlängerungen habe ich im Haus und könnte mir die auch live, vor allem hinsichtlich der Dimensionierung ansehen. Die Ablaufbohrungsgeschichte habe ich nicht so recht verstanden - wohin sollte eine Ablaufbohrung zu welchem Zweck - an diese Stelle Sollte niemals Wasser gelangen (bei ausgemauerten Gefachen)!?

Grundsätzlich scheue ich mich vorm Zerstören der bereits bestehenden Verbindungen über die mit Kammnägeln ausgenagelten Bauwinkel (das sind knapp 30 Stk.). Das ziehen eines Kammnagels gelingt in den seltesten Fällen, falls ja, hinterläß er ein gigantisches Loch im Holz, falls nicht, verbleiben dort im Eck etliche Nagelstümpfe im Holz. Eine der Winkelverbindungen - nämlich die, die beide Schwellen horizontal miteinander verbindet - müßte ich so oder so entfernen, ob nun zum einbauen des Blattes und/oder zum Einsetzen des Stückes. Daher meine Idee mit den von außen aufgesetzten Eisen und deren Verbolzung miteinander um horizontale Bewegungen der Schwellen zueinander zu unterbinden. Man sieht das ja öfter, das lange Eisen meist über Nagelverbindungen als zusätzliche Sicherung eingebaut wurden, vor allem bei Ecksäulen in oberen Etagen, dito Klammern, etc...

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Bei der Verbolzung mit den Flacheisen dachte ich so an 5 od. 6mm Materialstärke, 60 od. 70mm Breite und je 3 Verbolzungen M12/M16 pro aufeinandertreffende Schwelle im entsprechenden Abstand zueinander. Da sollte nichts mehr passieren und wäre relativ einfach ohne viel Arbeits- und Zeitaufwand von außen nachträglich herzustellen. Das ergäbe eine Schenkellänge von ca. 400mm pro Winkel und eine Gesamtlänge des außen anliegendem Eisen von rund 900mm - also ich meine hier definitiv keine Lochplatten zum Ausnageln.



...um es zu vervollständigen,



hab ich selbst noch einen Zimmermannsmeister befragt, der sowohl das Haus und besagte Eckverbindung kennt.

Einfache Blattverbindung unter der Ecksäule für die zusätzlich anzuschließende torpfostentragende Schwelle und die von mir angedachte Verbolzung dann aller drei Schwellbalken über innen- und außenliegende Flacheisen zur kraftschlüssigen Verbindung. Die 3 diagonalen Holzschrauben durch die Ecksäule ins darunter liegende Blatt und danach dürfen sich die Damen und Herren Häuslebauer in 200 Jahren erneut Gedanken machen, wenn die Schwellbalken ggf. das nächste Mal gewechselt werden müssen...