Holzterrasse bauen auf Sarnafil

18.03.2015



Hallo an Alle!
Ich weiß nicht, ob diese Frage im Forum schon aufgetaucht ist – ich stelle sie jetzt einach:
Wie baut man eine Holzterrasse auf, wenn man als Untergrund eine Dachterrasse hat, die mit Sarnafil (ist eine Abdichtungsbahn für Flachdächer der Firma SIKA) belegt ist?
Bin für alle Tipps dankbar.
Axel



Terrasse auf Sarnafil



Hallo Axel,

ob auf Sarnafil, EPDM, Bitumen etc ist egal für den Aufbau.

Du solltest nur eine Druckverteilung haben und gute Entwässerung ermöglichen.
Wenn du das Gefälle noch ausrichten mußt kann es leichter mit den fertigen Terrassenverstellern sein.
Ich habe sonst Gummigranulatstücke untergelegt, die es ab ca 2 mm Dicke gibt.
Darauf Kanthölzer aus Lärche, Eiche, Robinie etc nehmen, möglichst nicht zu breit-ca 5 cm wegen besserem Wasserablauf
dann Bretter mit Edelstahlschrauben darauf schrauben.
Fugenbreite ab 7 mm bis ca 10 mm.
Richtwert für die Brettstärke:
Abstand der Unterkonstruktion geteilt durch 25 ergibt etwa die Brettstärke.

manchmal werden Abstandshalter zwischen Unterkonstruktion und Belag empfohlen wegen besserer Durchlüftung und Abtrocknung.
Es gibt vom VEH ein Merkblatt zum Terrassenbau.

Andreas Teich



Terrassenabdichtung



Weißt du jetzt nicht welche Folie du nehmen willst?
Wieso Sarnafil?
Persönlich habe ich fast immer EPDM genommen, da ohne Nähte verlegbar und viel flexibler- auch im Winter.

Wie groß ist die Terrasse und was ist darunter?
Die Wandanschlüsse und Übergänge zu Türen müssen geplant werden.

Andreas Teich



bestehende Folie...



Die Folie besteht schon. Das entscheidende ist dass man die Folie vor Verletzung durch scharfe Kanten oder Schrauben schützt, und Wasser frei ablaufen kann ohne sich an der Holzkonstruktion zu stauen.



Der bessere Schutz...



der Dichtbahn ist die vollflächige Verlegung einer 6mm starken Bautenschutzmatte. Gibts im Dachdeckerbedarf.

Offenbar haben Sie da bewohnte Räume darunter und sicher auch Dachrinnen? Dann ist die Empfehlung von Herrn Teich, Lagerhölzer aus Eiche oder Robinie (gibts letztere überhaupt irgendwo konfektioniert?) keine gute Empfehlung. Die aus beiden Hölzern ausspühlende Gerbsäure schädigt Ihre Zinkdachrinnen. Außerdem werden beide Hölzer vermutlich schneller dahinscheiden als eine splintfreie Lärche.

Ferner sind Edelstahlschrauben ein weit verbreiteter Mumpitz im Terrassenbau. Auch eine normal verzinkte Schraube hält weitaus länger als die Terrassenbretter, selbst bei günstigster Prognose. Edelstahlschrauben brechen aber, egal welche Legierung, schneller weg als normale.

Letztlich: Der "Leitfaden" zur Stärkeberechnung ("Abstand der Unterkonstruktion geteilt durch 25 ergibt etwa die Brettstärke.") ist so nicht ernstnehmbar. Bedeutet das doch z.B. für 1m Abstand 4cm starke Bretter. 28mm tun es aber durchaus bei mindestens 2 Feldern. Das Verhältnis von Lagerholzabstand zu Dielenstärke ist nämlich kein lineares...

Dennoch wünscht große Erfolge

Thomas



Dachterrasse



Mit welcher Neigung wird die Dachfläche entwässert? Beim Aufbau einer Dachterrasse muss die Abdichtung allseits min. 10 cm über OK neuer Belag geführt werden. Da muss der Dachdecker wohl nacharbeiten. Mal abgesehen von solchen delikaten Details wie der Anschluß der Dachabdichtung an Terrassentüren.





Ich würde trotzdem noch einmal in den Berechnungen nachsehen für welche Belastung die Terrasse ausgelegt war-
allgemein werden 4 KN/qm angenommen.

Das Gefälle sieht ziemlich gering aus, sodaß -zumindest nach Regel-
über 5 Grad 10 cm Hochzug über dem Bodenbelag und
15 cm Hochzug bei unter 5 Grad Gefälle vorgeschrieben wäre- was ich bei dir annehme.

Wie ist der Belag denn bisher unten gehalten worden, da diese Folie nur für lose Verlegung mit Auflast vorgesehen ist?

Wenn du Gummigranulat aus EPDM als punktförmigen Schutz unter die Auflager verlegst oder Korkplatten gibt es keine Probleme mit der Beständigkeit, da weichmacherfrei und weichmacherbeständig.

Allerdings schon aus Kostengründen und wegen schlechterem, verzögertem Wasserablauf und schnellerer Vermoosung keine vollflächige Schutzmatten verlegen.
Wenn du den Boden ausrichten willst sind Verstellfüße eine schnelle aber relativ teure Möglichkeit.Diese auch auf Schutzplattenstücke stellen.

28 mm Holzstärke kannst du bis etwa 70 cm Unterkonstruktionsabstand nehmen. Entspräche genau der Empfehlung:
Abstand geteilt durch 25 ergibt etwa die benötigte Dielenstärke
( VEH sagt sogar geteilt durch 20) es hängt aber auch sehr von der Holzqualität ab.
Viel größere Abstände der Unterkonstruktion wären ohnehin nicht günstig und realistisch, da es sonst eher zu Höhenunterschieden zwischen den Belagsbrettern kommen kann.

Die Unterkonstruktion würde ich mit mindestens 2 cm oder mehr Luft über der Abdichtungsbahn mit verrottungsbeständigem Material s.o. unterfüttern, sodaß auch bei Schnee, Schmutz und Eis noch ein guter Wasserablauf und Durchlüftung gewährleistet ist.

Es gibt sinnvolle Hinweise zum Terrassenbau vom VEH:
Merkblatt zu Holzterrassen

Bei der Terrassentür ist die Frage, ob bei dem Einbau schon die Höhe des zukünftigen Terrassenbelages berücksichtigt wurde- ansonsten ggf ein Vordach oder eine Entwässerungsrinne davor anbringen-
Bei zu niedrigem Einbau kann es durch Spritzwasser Probleme mit der Dichtigkeit geben.

Die Terrasse auf dem Bild ( keine Ahnung warum das hier gedreht erscheint) wurde mit Lärchendielen in Rift/Halbrifteinschnitt verlegt, jedoch deutlich teurer und schwieriger zu bekommen,
Vorteil ist dafür wesentlich geringeres 'Arbeiten' des Holzes gegenüber Seitenbrettern, viel geringere Splitterneigung und geringere Verwerfungen.

Die Unterkonstruktion habe ich auch aus Lärche genommen-
hierbei aber auf eher bessere Qualität als beim Belag achten, da wesentlich aufwendiger zu ersetzen.

Resistenzklasse nach EN-Norm :Robinie 1(-2) Eiche 2,und Lärche 3
dann aber Qualität der Zinkrinne überprüfen und ggf Schutzlack anwenden.

Andreas Teich



Robinienlagerhölzer...



bietet wohl kaum jemand an, und genauso wie bei Eiche ist eine Kombination mit Zinkrinnen nicht sinnvoll. Es ist eine sonderbare Bauphilosophie, erst das falsche Holz zu nehmen, und dann Schutzlack pinseln zu müssen.

Außerdem, wie schon 'mal betont, ist die hohe Resistenzklasse der Robinie eine Fiktion. Da das jüngere Kernholz nur eine Resistenz von 4 hat, keiner aber optisch jüngeres von älterem Kernholz unterscheiden kann, wäre das ein teuerer Schuß in den Ofen.

Hier sind immer wieder Leute unterwegs, die ungeprüft und belehrungsresitent die eigenen liebgewordenen Fehler andienen wollen. Auch das bietet das Internet, leider. Hier ein link für den "Google - Prinzen", möglicherweise hilft es ja: http://www.holzfragen.de/seiten/dauerhaftigkeitsklassen.html

Und noch einmal, die Dauerhaftigkeitsklassen sind gut und schön, aber nicht unbedingt für alle Einbausituationen aussagefähig.

Mit der vollflächigen Verlegung der Bautenschutzmatte habe ich mehrfach gute Erfahrungen gemacht. Der geringe Materialpreis der Rollenware steht eine sehr gute Schutzwirkung auch während des Verlegens gegenüber, wenn man mal ein Feld hochnehmen will, weil was druntergerutscht ist etc. Die Dichtebene liegt klimatisch besser, und daß es darunter länger etwas feucht bleibt, ist kein Problem. Vermoosung auch nicht.

Grüße

Thomas



Interessantes Thema....



...da ich mich gerade selbst damit beschäftigen darf, klinke ich mich da mal ein. Allerdings geht es bei mir um einen Balkonbelag.

Verständnisfrage an Herrn Pickartz:
Sie schreiben, das bei einer Dachterasse die Abdichtung min. 10 cm über OK neuer Belag reichen muß. Wie ist das gemeint? Hört sich für mich eher nach Swimmingpool an.

@TWB: Unterkonstruktionen aus Robinie, ob nun falsch oder richtig, bietet jeder gut sortierte Laden an, der sich mit Holzterassenbelägen befasst. Wenigstens bei uns in der Gegend.

Grüße
Martin



Hallo Martin,



hier nicht. Neben Lärche und Douglasie (und Tropenhölzern) sind es vorallem Thermohölzer (Thermoesche), die dominieren. Letztere bevorzuge ich wegen Formstabilität, längster Haltbarkeit und heimischer Herkunft.

Grundsätzlich sind gute Qualitäten sowieso eher selten, da die Robinie doch recht krumm wächst, und bis zum "getrocknet sein" macht, was sie will (Rissbildungen, Werfen, Verziehen). Wer sich viel Mühe gibt, kann sicher auf auf einem Ziegenbock reiten, nur, wozu sollte das gut sein?. Und der Fakt geringer Haltbarkeit des jungen Kernholzes kommt dazu...

Nicht alles, was käuflich ist, ist es auch wert, gekauft zu werden.

Grüße

Thomas



Terrassenbau



Auch wenn ich nicht Herr P bin:

Bei einem Flachdachgefälle unter 5 Grad muß die Abdichtung 15 cm über dem Bodenbelag hochgezogen werden(nicht über der Abdichtungsbahn gerechnet)

Bei über 5 Grad Gefälle sind dies die besagten 10 cm.

Es geht darum, daß die Abdichtung auch bei Spritzwasser, Stauwasser,Schnee, Eis etc noch ihre Funktion erfüllt.
Bei Hauswänden würde ich die Abdichtung noch höher ziehen.

Welche Hölzer zu bekommen sind ist natürlich regional unterschiedlich- vielleicht gibts in Dresden diesbezüglich mehr Schwierigkeiten als anderswo-
ansonsten läßt sich alles per Spedition beziehen- macht eh nicht viel Unterschied, da ein Großteil der Robinie aus Rumänien kommt.
Hier gibts für Unterkonstruktionen auch D4 verleimte Lärche-Kanteln 5 x 9 cm und 9 x 9 cm für ca 550,-netto/m3.
Thermoholz gibts auch überall, hat nur den Nachteil teuer zu sein und geringere Tragfähigkeit gegenüber unbehandeltem Holz- Unterkonstruktion also dichter legen oder stärkere Dielen nehmen.

Andreas Teich



Terrassenbau



Doppelpost gelöscht

Andreas Teich