Holzständerwand, Heraklith-gefüllt, verputzt, als

18.10.2018



Ich hatte vor 4 Wochen hier gefragt, ob die Konstruktion funktionieren könnte und was beim Verputzen zu beachten wäre und hilfreiche Antworten bekommen.
https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/278290$.cfm

Das Spezielle an der Konstruktion ist, dass die Holzständerwand nicht mit Platten beplankt, sondern ausgefüllt und dann, über Holz hinweg, verputzt wird. Die Heraklithplatten sind magnesitgebunden und 35mm stark. Sie werden "Rücken an Rücken" mit PU-Leim geklebt (Gesamtwandstärke, ohne Putz, ist damit 70mm).

Hier ein paar Fotos vom Baubeginn. Wir haben noch Flachdübel aus Buche in mittig gefräste Nuten der
Holzständer eingesetzt. Sie sollen verhinden, dass die Platten aus den "Gefachen" herausfallen.

Die Platten selbst sind jetzt rundum an den Stößen in die Holzgefache eingeklebt (mit PU-Leim). Das
ganze Gefüge aus Holz und Platten sollte also starr sein.

Über Anregungen und Rückmeldungen würde ich mich freuen!



Verbindungsdetail



Hier sieht man die Flachdübel genauer



Über das Holz verputzen?



Wie soll das gehen?



perfekter raum



um orgonite drin aufzubewahren!



Seltsame Konstruktion...



Warum machst du es dir denn so schwer? Platten von außen aufbringen hätte wohl nicht ausgereicht? Die Holzwolleplatten gibt es ja auch in dünn, so dass der Wandaufbau trotzdem noch schlank genug geblieben wäre.

Ich weiß ja nicht was du in deinem Badezimmer in Zukunft so vor hast, trotzdem würde ich an deiner Stelle eine heutzutage übliche Abdichtung verwenden - gerade in den wasserbelasteten Bereichen. und auf dem Boden.

In meinem Badezimmer habe ich da auf dem Boden eine Ardex Abdichtung verarbeitet wie sie auch in Schwimmbädern benutzt wird, an der Wand (unter den Fliesen) reicht auch Mapegum oder ähnliches aus. Wichtig sind die Übergänge, wie mein Vorredner schon sagte.

Nun zum Verputzen:

Bei meiner Wohnungssanierung habe ich seinerzeit den Grundriss verändert und einen langen schmalen Raum "halbiert". Der übrig gebliebene Rest wurde Badezimmer. An der Ecke von Altwand zu Neuwand kam eine Stahlstütze zu stehen um die Decke abzufangen (der Raum wurde ja geöffnet) und neben der Stahlstütze ein Holzbalken, da ich mich dazu entschieden hatte die neue Wand im Bad aus den alten Ziegeln zu mauern. Also eigentlich der Supergau was verputzen angeht.

Ich habe das seinerzeit mit so einem gelochten Stahlband mit Ölpapier in den Griff bekommen und bis heute keinerlei Risse. Die zweite Stahlstütze habe ich auch mit Heraklith verkleidet und dort ebenfalls verputzt - ohne irgendwelche eingelegten Bandagen usw. (also eigentlich auch Pfusch) - funktioniert aber trotzdem.
Früher hat man auf die Holzbalken auch gerne Schilfrohrgeflecht aufgenagelt. Ob das besser ist - keine Ahnung. Von Bitumen würde ich aber absehen.

Verputzt habe ich allerdings mit selbst gemischtem Kalkmörtel, einfach Weiskalkhydrat + Sand. Mit dem Mischungsverhältniss musste ich etwas experimentieren, da ich anfangs Risse im Unterputz bekam. Die Folge einer zu fetten Mischung. Musst du aber selbst herausfinden, ist immer ein wenig vom Sand abhängig. Auf den Heraklith Platten war das ein ganz schönes Gemähre, ich denke vorab ein Spritzbewurf wäre bei den Dingern kein Fehler. Für den Oberputz habe ich dann ein fertiges Produkt genommen von Baumit, der ließ sich super Verarbeiten und war bezahlbar.

Im Leben würd ich jedenfalls für so große Putzflächen keinen Fertigmörtel nehmen - zumindest nicht privat. Da biste mit Sand + Kalk immer erheblich günstiger.



Schwieriger ging es wohl nicht?



Wir verarbeiten bereits seit vielen Jahren die magnesithgebundenen Heraklithplatten in den vielfältigsten Anwendungsmöglichkeiten.
Doch diese Variante erschloß sich mir bisher noch nicht!
Es gab vor Jahren von der Heraklith Österreich 75 und 100 mm starke Bauplatten, die genau dies ermöglichten, was sie jetzt sehr umständlich gebaut haben.
Leider hat die Monopolisierung der Baustoffindustrie die Deutschen Heraklith in die Knauf Insulation eingebunden und somit sehr innovative Produkte vom Markt genommen und eingestampft!

Nun aber zu ihrer Thematik.
Wenn sie diese Konstruktion nunmal bereits so haben, müssen sie über die gesamte Konstruktion eine Heraklith 25 mm aufbringen, um dann einen mängelfreien Verputz darauf zu ermöglichen und spätere Rissbildungen somit vermeiden.
Vollflächig ein Glasfasergewebe eingebettet, versteht sich dann noch von selbst.



Crottendorfer



Zu DDR Zeiten gabs sogenannte "Crottendorfer Platten" - war im Grunde der gleiche Kram (aber wohl mit Zement gebunden) und die gab es in verschiedenen Steinformaten. Wir hatten letztes Jahr das Vergnügen so eine Wand abreissen zu dürfen - was kaum möglich war. Der Boschhammer spießte nur durch, der Vorschlaghammer hinterließ fast nur Eindrücke und auch in den Fugen Riss die Wand fast nie auf...

Ich habe gehört, dass die früher damit zum Teil komplette Einfamilienhäuser gebaut haben.

Schade, dass es den Kram nicht mehr gibt. Das was du beschrieben hast klang ähnlich und ich denke Zwischenwände könnte man damit wohl schneller erstellen als mit herkömmlichem Gipskarton.



Orgonite



Ich merke beim Arbeiten, dass die Verklebung der Heraklithplatten(-stöße) im Holzrahmen nur bedingt funktioniert. Die Fugenbreiten sind dann doch mal zu groß und die Plattenstöße sind ein fasriger Untergrund für den Leim. Da die ganze Holzwand durch den Kleber eine starre Scheibe ist, werde ich wohl keinen Polymerleim oder sonstige flexible Fugenfüller einsetzen, sondern mit PU-Leim weitermachen und die zu breiten Fugen entweder mit einem armierten PU-Produkt füllen oder Holzkeile mit dem normalen Leim einsetzen. Hat jemand eine Produktempfehlung dazu?

@Nooto, schön zu hören, dass liebevoll gemachter Pfusch manchmal auch funktioniert. ;)
Danke für die Tipps zur Abdichtung. Du sprichst von der (Ardex-)Streichabdichtung, also prinzipiell schon sowas wie Lastog*m und Co.? Teurere Fertigmischung statt Pulver zum Anrühren?
> Das Überputzen der Holzständer in der Fläche scheint mir lösbar, wobei ich dein Produkt nicht kenne. Ich hatte 30cm breite Glasfasergewebestreifen, fertig mit Ölpapier konfektioniert, ins Auge gefasst ("Balkenfix"). Der Baumarkt um die Ecke hat Streckmetallgitter, als längliches "Gewebe" (eher gestanzt) mit Rippen alle 5 cm. Wie andere Fachwerk.de-Frager habe ich aber ein Problem mit den an der Wand stehenden Holzständern und den Querriegeln, die an die Decke geschraubt sind. Hier hängt jede Armierung dann "in der Luft" oder muss eben doch an Holz befestigt werden. Ich hab überlegt, das Streckmetallgitter hier zu einem flachen U zu biegen und mit einem Schenkel am Holz zu befestigen. (Siehe Zeichnung.)
> Verputzen, wie du es beschreibst, hab ich schon probiert, da fliegt halt beim Arbeiten viel runter, der Fertigputz klebt besser. Aber bei den Preisen für Echten Luftkalkmörtel ist das sicher eine Überlegung wert.

@UdoMühle, Heraklith.at beschreibt diese Bauart auf ihrer Website, aber an die starken Platten kamen wir nicht ran, deshalb diese umständliche Lösung. Ich will gerade nicht noch einmal mit Platten beplanken, damit die Wand zierlich bleibt. Hmm. Wenn ich nur die Außenseite (außerhalb des neuen Bads) nochmal beplanke, für mehr Steifigkeit der Gesamtkonstruktion?



Abdichtung



Ich weiß jetzt nicht welches Produkt du meinst, ich meine jedenfalls keine fertig angerührte Abdichtung, sondern ein Pulver, was man entsprechend anrührt und dann eben verarbeitet.

Ich weiß nicht mehr genau welches Produkt ich eingesetzt habe, sondern nur noch, dass ich für den Boden eben diese Ardex Abdichtung genommen habe. Die habe ich zweilagig aufgespachtelt und dort auch den Anschluss für die Wand mit eingespachtelt.

Hintergründe waren wie folgt:

1. Diese "Gummianstriche" wie sie allgemein verwendet werden sind als Bodenabdichtung nicht zugelassen
2. Wollte ich schon was hochwertiges im Bodenbereich, wegen Holzbalkendecke darunter
3. Rein praktische Gründe: Vor Verlegen des Bodenbelages habe ich alle Wandbeläge fertig gemacht, damit ich den Bodenbelag (spaltrauher Schiefer) nicht einsaue. Um nicht zigmal für das kleine Bad die Abdichtungsprozedur erledigen zu müssen, brauchte ich eine etwas strapazierbarere Abdichtung - eine normale Streichabdichtung hätte das nicht hergegeben.

Alleine nur für das Abdichtungsmaterial, also Wandabdichtung, Bodenabdichtung, entsprechende Manschetten / Ecken / Dichtbänder usw. habe ich seinerzeit ca. 300€ bezahlt. Nur mal so als Orientierung.



Streckmetall etc.?



Was baut ihr nur alle für wahnwitzige Konstruktionen, die scheibar im Internet oder sonstwo angepriesen werden oder niedergeschrieben stehen!!
Sorry, musste jetzt malk raus!!!

Wenn man mit dem PU-Kleber von Heraklith arbeitet, ergibt es schon eine ziemlich starre und wirklich zugfeste Verbindung und Konstruktion!
Aber in deinem besagten und aufgezeigten Ausbauprojekt völlig sinnlos.
Eine vollflächige beidseitige beplankung mit der 25 mm Platte, dann einen entsprechenden Grundputz mit einerr darin eingebetteten gewebeeinlage aus Glasfasergewebe und nach Durchtrocknung eine entsprechende dünnlagige Endbeschichtung.
Fertig!!

FG Udo



Rational begründen



warum es nun eine Kombination aus der von dir, Udo, gezeigten reinen Sauerkrautplatten-Wand und einer Holzrahmenkonstruktion werden musste, fällt mir schwer. Ursprünglich wollte ich so bauen wie auf deinem Foto.
.
Der Holzrahmen bot aber zwei Vorteile, oder so schien es mir: Ich kann eine Schiebetür daran aufhängen und ich kann ihn mit dem Mauerwerk und den Boden-/Deckenbalken verschrauben. Damit fühle ich mich sicherer als mit einer rundum nur verklebten Wand, obwohl die vermutlich bestens getestet und bewährt ist.

Links und rechts der Trockenbauwand sind alte Fenster, deren Fensterbänke ich nicht kürzen will, deshalb muss die neue Wand möglichst dünn werden. Die Originalwand an dieser Stelle war eine hauchdünne Rabitzwand.

Grüße!
Fx.



Foto nur als Beispiel...



...nicht als Maßgabe!
Mir ging es dabei nur um diesen PU-Kleber.
Umlaufend ist diese Wand mechanisch mit den anbindenenden Flächen mechanisch befestigt.
Ich wollte nur die Streckmetalllösung in deinem Ansinnen beseitigen, da es bessere Details gibt.