Holzschutzmittel am Dachboden




Hallo liebe Fachwerk-Community!

Wir lesen diese Seite schon seit einiger Zeit mit großen Interesse und haben nun auch eine Frage.

Wir haben ein Fachwerkhaus aus den 1920er Jahren, das 1983/84 renoviert wurde. In dem Zuge wurde auch der Dachboden ausgebaut. Zu den Vorbesitzern haben wir nicht viel Kontakt bzw. wissen sie auch nicht mehr viele Details.

Wir sind nun auf das Thema PCP / Lindan gestossen, und fragen uns nun, ob das relevant sein könnte. Die Balken zeigen Spuren von Holzwurmbefall, der aber nun nicht mehr vorliegt.

Was gäbe es denn für Hinweise auf entsprechenden Behandlungen? Kristalle sehen wir nicht, aber dunkle Stelle um Löcher herum (könnte aber auch von Nägeln kommen)?

Falls eine Laboranalyse sinnvoll wäre, dann eher Staub, Luft, oder Holz? Und wenn ja, wo?
Viele Dank für alle sachdienlichen Hinweise :)



Nach 1978



In Westdeutschland ist eigentlich nach 1978 auf PCP verzichtet worden. Auf Lindan spätestens nach 1984. Damit dürfte maximal eine Lindan Belastung vorliegen. Auch das halte ich aber für eher unwahrscheinlich. Ein Hinweis kann eine Mazeration des Holzes sein. Kann - muss aber nicht.
Ich würde einen Holzwurmbefall eher für einen Hinweis halten, dass hier keine signifikanten Mengen Holzschuzmittel eingesetzt wurden.oder noch vorhanden sind.
Dunkle Stelle um Nagellöcher zeugen eher für einen Dachstuhl aus Eiche der dann aber sicher älter als 50 Jahre ist. Dafür würde auch ein Holzwurm-altbefall im Splintbereich sprechen, den man häufig feststellt. (Bild wäre hilfreich)
Bei Lindan kann man mit einem Raumlufttest überschlägig eine Belastung ermitteln. Die sind sogar für den Laien im Netz erhältlich. Sinnvoll sind sie aber nur bei sachgerechtem Gebrauch.
Laboranlaysen machen Baubiologen in jeder Gegend. Einfach mal die Suchmaschine quälen.
Die Gefahr das eine Belastung nach dem DG-Ausbau mit einer entsprechenden Luftdichtigkeitsebene durch eine geeignete Dampfsperre aber noch vorliegt sehe ich nicht.

Viel Spaß mit dem "jungen" Haus - M.Mattonet, Ingenieurbüro Bergisches Land.



Bilder



Hallo,

vielen Dank für die Antwort! Anbei einmal einige Bilder von den Stellen, die mir etwas eigenartig vorkamen.



Bild 2



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Bild 3



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Bild 4



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Zur Jahreszahl



Vielen Dank Herr Mattonet! Dash hilft schonmal weiter.

Wegen Behandlung in den 80er oder 70er Jahren, da könnte es ja zumindest auch sein, dass nur der Dachstuhl behandelt wurde vor dem Ausbau, das wissen wir ja leider nicht so genau.

Zum Thema Verkleidung / Dampfsperre: Die Längs-Balken (Mittel-Pfetten?) und deren Stützen sind offen im Wohnbereich und nicht hinter einer Dampfsperre…



80er Jahre Dachstuhl



Sieht also wirklich nach einem 80er-Jahre Dachstuhl aus klassischem Fichte Bauholz aus. Keine Mazeration, keine Salze.
Solltet ihr unsicher sein, dass da nach über 35 Jahren immer noch eine Belastung auftritt, rate ich zur einer Analyse durch einen Baubiologen. Sicher gibt es auch einen in eurer Nähe.

Alles Gute und melde dich mal wenn tatsächlich gemessen worden ist. Das Thema haben einige nicht auf dem Schirm. Beste Grüße - M.Mattonet, Ingenieurbüro Bergisches Land.