Holzschutz für neue Hobeldielen Fichte bzw. Kiefer (bspw. Holzwurm) schadstoffarm




Hallo,
bin neu hier - und momentan dabei die Planung für die Erneuerung einer sichtbaren Hobeldiele in einem Schlafzimmer durchzuführen.
Aktuell schaut das so aus, das die alte Diele (welche u.a. auch einen (alten) Wurmbefall hatte/ hat ausgebaut und durch eine neue Dielung ersetzt werden soll.

Eine neue Diele möchte ich gern einbringen (Fichte oder Kieferholz), die Frage die sich mir stellt, wie kann ich diese gegen Neubefall schützen?

Chemisch zugelassene (dibt) Holzschutzmittel für große Flächen in Innenräumen scheint es nicht zugeben.

Gibt es denn "Biomittel" welche, wenn schon nicht bauaufsichtlich geprüft, mit guten praktischen Langzeiterfahrungen glänzen können?

Welche Öl/ Wachse sind empfehlenswert - ggf. gleich zur beidseitigen Endbehandlung geeignet?

Gibt es da irgendetwas?



"Werbearmer Rat"



Nun, da ich als Fachbetrieb hier auftauche, kriege ich das nicht hin. Da ich aber lediglich mit der Qualität meiner Antwort für mich werbe, dulden Sie das sicher :-)

Im Innenbereich brauchen Sie gar keinen chemischen Holzschutz.

Im normalen Wohnraumklima ist ein Befall mit Anobien sehr unwahrscheinlich.

Wie sind denn die Einbaubedingungen beschaffen? Raum darunter, Unterbau/ Deckenaufbau, Heizung des Raumes?

Grüße

Thomas



Randbedingungen



Danke.

Wie die Balken unter der Dielung ausschauen kann ich im Moment nicht sagen, da die alte Diele noch verbaut ist.
Gehe aber auch da von sichtbaren Wurmlöchern aus.

Der Boden ist im 1.OG.
Von den 30er bis in die 50er Jahre war darunter eine nach aussen offener Abstellraum.
Dieser wurde danach zu einer Waschküche umgebaut (also die Öffnung zugemauert und mit einer Tür versehen.

Die Decke besteht aus einem Fehlboden mit Schüttung.

Die Waschküche wurde dann irgendwann nur noch der Stellraum für 2 Waschmaschinen und zur Wäschetrocknung benutzt.

Alle Räumlichkeiten sind an die Zentralheizung angeschlossen.

In Zukunft soll dort ein Badezimmer entstehen.

Die Deckenkonstruktion soll - sprich die abgehängte Decke (Holz, Röhricht und Putz) und die Schüttung, erhalten bleiben, da der äußerliche Zustand ("von unten") okay ist.

Fenster sind in diesem darunterliegenden Raum natürlich vorhanden.

Eine gewissen Beaufschlagung mit Feuchte ist damit gegeben...



Bauliche Unzulänglichkeiten...



...sollten nicht mit chemischem Holzschutz kaschiert werden.

Die Balkenlage ist zunächst zu bewerten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Die bisherige Situation war für die Balken ungünstig.

Eine neue Dielung ist jedenfalls nicht deswegen chemisch zu behandeln, weil die alten Balken gammeln. Im übrigen ist der Neubefall von technisch getrockneter Dielung in einem normalen Wohnklima (dazu gehört neben Heizung auch ausreichender Luftwechsel!) sehr unwahrscheinlich. Und deswegen finden Sie auch keine flächig anzuwendenden Holzschutzmittel für den Innenraum. Mangels Bedarf.

Grüße

Thomas



Befürchtungen



Ich kann mich den Worten von Thomas nur anschließen und betonen, dass in normal klimatisierten sich ein Befall durch den Gemeinen Nagekäfer nicht weiterentwickeln kann.
Eine wie auch immer geartete Behandlung mit zugelassen oder "biologischen" Mittel ist nicht angebracht und wäre auch nicht hilfreich.
Es ist eher anzustreben, länger anhaltende Auffeuchtungen des Holzes zu vermeiden.

Gruß aus Franken

L. Parisek



Danke.



Also gesucht wird nicht das chemische kaschieren.

Wenn ich jetzt die Diele herausreise wird natürlich die Konstruktion darunter begutachtet und wenn diese keine ausreichenden Tragfähigkeit mehr aufweist, ersetzt.

Davon möchte ich aber im Moment nicht ausgehen.

Ich suche einen präventiven Holzschutz, da ich von keiner schädlingssterilen Umgebung ausgehen kann.

Auch ist die Kombination mit Schlafzimmer oben und Wohnzimmer/ Bad darunter ist keine wo man von einer garantiert niedrigen Feuchte ausgehen kann.

Das getrocknete Holz und für Schädlinge unappetitliche Holz bleibt ja nicht zwingend trocken und unappetitlich sondern passt sich der Raumfeuchte an - zumindest ist das mein Verständnis.

Daher meine Frage, gibt es unbedenkliche Stoffe (emissionsarm, für den Menschen kein Kontaktgift) mit denen man das neue Holz schützen kann?

"Es ist eher anzustreben, länger anhaltende Auffeuchtungen des Holzes zu vermeiden"

Was könnte das bspw. bedeuten?



Wiederholung



Liebe "Baustelle_2017" ???!!

Noch einmal:
Nach normalen klimatischen Bedingungen in genutzten Aufenthaltsräumen ergibt sich keine Gefahr durch die genannten tierischen Holzschädlinge.
Nach dem Keywerth Diagramm stellt sich bei einem Raumklima von durchschnittlich 20°C und 50% rF eine Holzfeuchte von ca. 9,0 Masse% ein. . Bei einer Holzfeuchte unterhalb 11% können sich die Eilarven der Holzschädlinge nicht weiterentwickeln. (Daher ist auch noch Raum für Klimaschwankungen).
Grundsätzlich sind die verbauten Hölzer in allen Bauwerken trocken (<20%) zu halten. Zeitweise Auffeuchtungen in Bädern und Küchen werden bei normalen Lüftungsverhalten durch die Ausgleichsfeuchte schnell kompensiert.

Aus diesen und noch einigen anderen Gründen macht ein vorbeugender chemischer Holzschutz keinen Sinn.
Achten sie im Zweifelsfall lieber auf die Verwendung splintarmen Kernholzes (Kiefer, Lärche, Douglasie etc.)

Liebe "Baustelle_2017" sie brauchen sich wirklich keine Sorgen um einen tierischen Holzschädlingsbefall zumachen !!!

Mit besten Grüßen

L. Parisek
(kein Phantasiename, denn Frager und antwortende Forumsmitglieder korrespondieren bei uns möglichst offen und stehen zu ihren Fragen und Anworten)



Sie suchen...



...das 5. Rad am Wagen.

Richten Sie in Ihrem Badezimmer keine Dampfsauna ein, dann passt das.

Grüsse

Thomas



ungiftiger Schutz ohne Zulassung



Ich kann den Kollegen in jeder Hinsicht zustimmen wenn die Rahmenbedingungen so wie beschrieben eingehalten werden.Habe aber bei meinen eigenen Bauvorhaben prinzipiell einen vorbeugenden Holzschutz auf Silikatbasis mit einem PH Wert von 11,5 verwendet. Der verfestigt das Holz,und wirkt vorbeugend gegen Pilze und Insekten. Bei mir wird kein Holz egal wo und wie ohne diesen Schutz verbaut. Selbst Extrembaustellen außerhalb jeder Norm mit Befall durch Echten Hausschwamm sind nach 15 jahren trocken und befallsfrei. Es ist kein Wundermittel aber auf Grund der physikalischen und biologisch wirksamen Eigenschaften sehr hilfreich gegen Pilze und Insekten. Verwendet auch im Denkmalbereich mit Zustimmung der Denkmalbehörde. Neue Hobeldielen werden etwas verfärbt und helle Schleier sind auch vorhanden. Die nachträgliche Behandlung mit Hartöl lässt diese jedoch sofort verschwinden.Die leichte Dunkelfärbung bleibt. Kiefer sieht dann aus wie nasse Lärche. Das Wichtigste ist in jedem Fall - Feuchtigkeitseintrag vermeiden, wie die Kollegen bereits fundiert beschrieben haben.

Freundliche Grüße aus Berlin

Werner Gensky



Das Übliche!



Lieber Kollege Gensky

Auf den Beitrag hab ich fast schon erwartet. Das Produkt ist bekannt.
Nun, ihr kennt meine Meinung und die der Mehrheit der qualifizierten Holzschutzfachwelt dazu.
Aber diese Diskussion werde ich jetzt nicht erneut beginnen.

Gruß

L.Parisek



Vogel Fluat



Danke für eure Antworten.
Herr Grensky mit der Silikatbasis hat mich eben an das gute alte Vogelfluat erinnert.

Wie wird so etwas heute eingeordnet?



Vogelfluat



Hallo Baustelle 2017

Vogelfluat wurde viel bei der Vergütung von Betonoberflächen. eingesetzt. Von der Anwendung für den Holzschutzbereich würde ich abraten. Mein Holzschutzmittel stelle ich selbst für den Eigenverbrauch her. Es gibt aber ähnliche Produkte.
Mit freundlichen Grüßen

Werner Gensky





Mit "Vogelfluat" hat man in der DDR den Gemeinen Hausschwamm bekämpft.

Das wirkt natürlich heute auch noch ohne Zulassung. Das ist "baubiologisch" unbedenklich. Damit kannst du die Bestandskonstruktion einpinseln.

Das wird auch noch als Brandschutzanstrich verwendet.

Ähnlich den anderen "mineralischen" Holzschutzmitteln wie "Wood-Bliss-1".



und wenn...



...man es in den Tee tut, ist es auch noch gut für die Zähne...

Wieder ein thread, der in die Spielecke abrutscht.



Warum nicht darüber diskutieren...



...Immerhin wird das Vogelfluat auf der, für meinen Geschmack übersichtlichen und hoffentlich auch fundierten Seite: http://www.holzfragen.de/seiten/hsm_historie.html als Holzschutzmittel mit den Kennzeichen P, Ib, Iv ausgewiesen...



Qualitätsproblem



Bei vielen Beiträgen ist die Ebene der sachdienlichen praktischen Information schnell verlassen,deshalb erübrigt sich jeder Kommentar.
Viel Spass noch weiterhin!



weil...



..eine Diskussion Sachkunde voraussetzt.

Man stelle sich vor, wir diskutieren hier über die Relativitätstheorie. Wir verstehen allesamt nichts davon, finden aber bei google ganz viel und werfen uns unsere Funde unverstanden, aber voll Begeisterung an den Kopf: Spielecke...



Hm...



...also mir fällt es gerade schwer, diese abrupten Übergang, der meinen Post als unsachlich da stehen lässt, zu verstehen.

Ist jetzt der genannte Link das Problem?
Wie soll ich den ohne Suchmaschine und Diskussion an Kenntnis gewinnen?

Ich habe schon verstanden, das Thomas und Herr Parisek mir zu verstehen geben wollen, das ich die Diele so Verlegen soll wie sie ist. Das ist ja auch nicht ausgeschlossen.



Holzschutz für Dielen



Warum siehst du nicht erst einmal unter den Dielen nach wie der genaue Zustand der Deckenbalken ist?

Wenn tatsächlich Wurmlöcher sichtbar sind heißt das ohnehin nicht, dass die noch aktiv sind- man siehts am Bohrhmehl oder hört's.

Selbst nach den aktuellen Normen ist bei solchen Hölzern kein Holzschutz notwendig.

Ein Bad darunter feuchtet die Decke auch nach stundenlangem Baden nicht derart langfristig auf,
dass die in der Decke verbauten Hölzer einen kritischen Feuchtezustand erreichen können- wie schon beschrieben wurde.

Nach dem Baden/Duschen soll ohnenhin gelüftet werden.

Wenn man sich dann sicherer fühlt können die Balken oberseitig mit irgendeinem ökologischem Holzsschutzmittel eingestrichen werden- nötig ist es aber nicht!

Andreas Teich



Nun vermutlich...



...möchte ich dem was ich dann zu sehen bekommen nicht ganz unvorbereitet gegenüberstehen.

Andere Frage fürs Verständnis, wie kam es eigentlich zu dem Befall. Wurde das Holz damals zu feucht eingebaut? War es die fehlende Zentralheizung (die kam erst in den 90ern). Bei den Deckenbalken kann teils sogar von wiederverwendeten Balken ausgegangen werden.

Warum werden eigentlich Möbel oder Bilderrahmen vom Holzwurm Befallen...Obwohl doch gerade im Möbelbau nach meiner Vorstellung eigentlich immer trockenes Holz verwendet wurde und dieses doch eigentlich auch nicht durchfeuchtet wird...ich hoffe ihr nehmt mir die Fragen nicht krumm.



@Werner



Die "Spielecke" war nicht auf Dich gemünzt.

Wenn sich aber Laien, die irgendwo irgendwas lesen, dieses aus dem Sachverhalt pflücken und das dann zu neuen "Erkenntnissen" basteln, ist das für mich albern.



@ Baustelle



Die Antwort zum 1. Teil Deiner Frage gibst Du Dir ja selbst: Verwendung befallenen Alt- oder Neuholzes, zu nassen Holzes, ungünstiges Wohnklima...

Der Befall von Mobiliar setzt (bei Anobien) eine gewisse Feuchte voraus. Möglich ist z.B. Auffeuchtung über die Aussenwand (Kondensat), Befall über befallene Dielen (die im EG oft mehr oder weniger feucht werden bei ungedämmten Aufbauten, fehlenden Sperrschichten...



Danke....



...Nur möchte ich sagen, das ich hier kein Tatsachenformulierer bin. Wenn da ein Aussagesatz zum korrigieren steht, dann ist das halt so, wie gesagt, so bekommt ich wenigstens was mit.



Nachtrag



Der 2. Teil Deiner Frage ging etwas unter.

Wenn die Dielen dann drin sind, entsteht eine besonders robuste Oberfläche mit Heißöl. Das Verfahren bietet eine gute Imprägnierung und eine homogene Oberfläche, die aufwandsarm durch die Jahre gepflegt werden kann. Mehr dazu gern bei Interesse.

Von wachshaltigen Produkten rate ich für den Fußboden ab, diese sind weniger strapazierfähig.

Grüße

Thomas