Holzschutz

19.08.2003



Hallo zusammen,
ich suche Infos bzgl Holzschutz bei einem alten Fachwerkhaus, welches wir von innen neu mit Lehm gedämmt haben. jetzt wollen wir an die Aussenfassade; Sandstrahlen der alten (unbekannten, aber wahrscheinlich dampfundurchlässigen farbschichten) und dann neu mit (silikat?) Farbe streichen? das gleiche gilt für die balken. frage: holzschutz in welcher form? lasur???
Danke für die Hilfe/Infos.
Grüsse aus Eldagsen

Michael Jänsch



Holzschutz bei Fachwerk



Guten Tag,
Ihre Frage ist nicht in einem Satz beantwortet. Allgemein gilt erst einmal: Es wird sich um tragende Holzabuteile handeln, d.h. die Vorgaben in DIN 68800 T2 und T3 Abs. 1-10 sind einzuhalten. (Bauaufsichtlich eingeführte technische Baubestimmung) Zu konstruktivem Holzschutz möchte ich jetzt nur anmerken, daß er zu beachten ist. Offensichtlich ist Ihre Fassade Sichtfachwerk, also bewittert damit gehört sie in die Gefährdungsklasse 3 (Bei Schwellen ist sogar die höchste Gefährdungsklasse 4 denkbar, je nachdem wie gut der konstruktive HS ist). Ohne chemisches Holzschutzmittel darf Kernholz der Stiel-/Traubeneiche verwendet werden. Alle Nadelhölzer, die hier gängig sind zB. Kiefer, Lärche, Fichte ... bedürfen in der Gefährdungsklasse 3 eines chemischen Holzschutzes. Wen sie die Altanstriche lösen wollen, sollten Sie für Holz kein Sandstrahlgerät verwenden, da es zu aggressiv ist. Sie werden die Holzoberfläche zerstören. Allenfalls fonktionieren spezielle Wirbelstromverfahren mit GERINGSTEN Wasserzusätzen. ZB. JOS, Rotec. Sonst ist Bürsten die richtige Wahl. Da Das so vorbereitete Holz trocken sein sollte, ist nur unter Verwendung von lösemittelhaltigen Holzschutzmitteln eine Eindringtiefe zu erreichen. Für tragende Bauteile müssen die Mittel eine bauaufsichtliche Zulassung haben. Solche Mittel sind für die Anwendung durch sachkundiges Fachpersonal gedacht. Nach abdunsten der lösemittelanteile kann mit lösemittelhaltiger oder wasserbasierter Lasur nachgestrichen werden um Farbe und zusätzlichen Witterungsschutz zu erreichen. Hier sind diffusionsoffene Anstriche, wie Sie ja in der Frage selbst schon impliziert haben, die einzige Lösung. Der Sd-Wert der Beschichtung soll 0,5m nicht überschreiten. Zu herstellerinfos bezüglich des Dampfdiffusionswiderstandes vereise ich auf die leidige Tatsache, daß jeder behauptet sein Produkt wäre "sehr diffusionsoffen" mit dem technischen Kennwert aber "hinter dem Berg bleibt". Hier ist langwierigeInitiative gefragt. Generell läßt sich sagen, daß dünnschichtige lasierende Anstriche meist gut geeignet sind, deckende Anstriche weniger gut bis schlecht. Wartungsintervall des Anstrichs ist 3-5 Jahre. Schauen sie auch noch einmal in alte Forumsbeiträge von mir zum Thema. mfG. Ulrich Arnold



Oberflächenbehandlung



Sandstrahlen ist auch möglich, es kommt auf das Verfahren an! Feucht, trocken, Körnungen, Druck usw. Bin eben an einem der ältesten Häuser von Görlitz am werkeln und da ist von der Denkmalsbehörde und den Eignern (Zentrum f. Restaurat.& Handwerk) diese Lösung aufgezeigt worden. Beim Anstrich sollte nur ein Öl Verwendung finden und dies mit einem gewissen Anteil an Fungiziden versetzt. Die Fassaden selbst können mit einem reinen Silikatanstrich bearbeitet werden (Beeck'sche Farbprodukte). Rückfragen erwünscht! MfG Lehmbude aus der OL.