Holzschädlinge?



Holzschädlinge?

Hallo zusammen.

Ich bin neu hier im Forum, habe schon viele Sachen mit gelesen, dies ist aber meine erste Frage:

Wir bewohnen seit kurzem ein zweischaliges Fachwerkhaus (Von Außen nach innen: Nadelholz mit Klinker-Ausfachung, Luftschicht, Dämmung, Ytong), BJ 1998.

Nun wollen wir die Balken außen streichen. An einem Balken war ein kleines Gartenzäunchen montiert. Nachdem ich dieses abgenommen habe, habe ich eine morsche Stelle samt Hohlraum entdeckt. Es handelt sich um die Wetterseite.

Ich weiß, dass Ferndiagnosen immer schwierig sind. Dennoch würde ich euch bitte mal einen Blick auf die Bilder zu werfen und euch um eine erste Meinung bitten.

Entdeckt habe ich im Loch mehrere Kellerasseln und einen Ringelwurm. Die scheinen es sich darin richtig gemütlich gemacht zu haben.

Ich denke die Ursachen sind, dass direkt davor der Zaunpfosten stand und dass die Schwelle direkt auf dem Boden liegt sodass das Holz nicht ordentlich abtrocknen kann.

Meine Befürchtung ist: "Lediglich" morsches Holz oder habe ich es (auch aufgrund der Tiefe des Loches) mit Schädlingen zu tun.

Kann mir jemand einen guten Sachverständigen im Oberbergischen Kreis / Raum Köln empfehlen?



Ergänzung


Ergänzung

Das Loch ist etwa 3cm tief.

Hier noch ein weiteres Foto.
Ist es möglich mehrere Fotos hochzuladen?



Fachwerkqualität



Bevor Sie einen neuen Anstrich wählen, sollte ermittelt werden, ob der Altanstrich grundsätzlich passend ist oder ob er vor dem Neuanstrich entfernt werden muß. Deckende, diffusionsdichte Anstriche sind zu vermeiden, da sie durch Versprödung (UV-Einwirkung) zur Rissbildung neigen, den Feuchteeintrag zulassen, aber die Rücktrocknung erschweren oder verhindern. Dadurch werden Vermorschungsprozesse am Holz begünstigt.

Generell liegt aber das Problem wahrscheinlich eher in der verbauten Holzsorte des Sichtfachwerks. Nadelhölzer wie die ganz normalen Fichten-/Tannenhölzer sind für ein frei bewittertes Fachwerk im Grunde nicht zugelassen. Hier ist Eiche nach wie vor das Material der Wahl für die Gebrauchsklassen 3.1/3.2. Lediglich Lärche/Douglasie ist, abhängig von der Einbaussituation, ggf. als Ersatz möglich.

Sollte das Sichtfachwerk aus Fichte/Tanne/Kiefer bestehen, gibt es ein Problem mit der Dauerhaftigkeit. Darüber geben eventuell die Bauantragsunterlagen Auskunft, das LV des Architekten oder des Fertighausanbieters.

Bei Interesse kann ich mir Ihr Objekt einmal im Sinne einer Bauberatung anschauen. Nähere Informationen finden Sie unter "pickartz.architektur"



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Als Nachtrag: der Wanddaufbau ist bauphysikalisch und baukonstruktiv auch eher kritisch zu betrachten. Um zu funktionieren, müsste das Fachwerk als separate, hinterlüftete Vorsatzschale gebaut worden sein, mit einer nachweisbar vorhandenen und ausreichend bemessenen Hinterlüftung und einer Dämmschicht, die natürlich nicht "durchlüftet" wird.

Wenn die Hinterlüftung nicht ausreichend gewährleistet ist oder vielleicht nur theoretisch geplant aber nicht praktisch gebaut worden ist, kann auch im Zwischenraum, auf der Innenseite des Fachwerks Kondensat ausfallen.

Zudem ist das Sichtfachwerk schlagregenbelastet. Über die Vielzahl der gerissenen Zementfugen, wie im Bild zu sehen, dringt Regenwasser ein und verbleibt ggf. in der Holzkonstruktion. Auch diese Details fördern die Verrottung.
Insgesamt gesehen sollten Sie mit dem Anstrich warten und den Erhaltungszustand der gesamten Fachwerkkonstruktion prüfen lassen.



Balken



Klopfe mal die Balken mit einem flachen Hammer ab, ob sie hohl oder "fest" klingen - das könnte "nur" die sichtbare Stelle sein - der Schaden hingegen größer !