Holzschädlinge - brauche dringend Rat.



Holzschädlinge - brauche dringend Rat.

Hallo! An einer neu erstellten Innenwand sind mir vor einigen Tagen massive Frasspuren aufgefallen. Sie befinden sich an einem Kiefernbalken, der im Juni neu eingebaut wurde und zum Teil noch berindet ist. Neben diversen ca. 1-2mm großen runden Löchern in der Rinde, befinden sich zahlreiche Frassgänge direkt unter der Rinde. Diese gehen nur wenige mm ins Holz. Betroffen ist ausschließlich der berindete Bereich. Bohrmehl kommt aus den Löchern keines, allerdings lässt sich die Rinde ganz einfach abnehmen und dann rieselt es sofort heraus. Anbei ein paar Fotos. Ich würde mich freuen, wenn mir hier jemand weiterhelfen könnte. Vielen Dank schon einmal.
Elrohir



Bild 2


Bild 2

die abgelöste Rinde von hinten



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rinde von vorne



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das frassbild



Bauholz



Bauholz mit Rinde und Bast?
Wer kommt denn auf so eine verrückte Idee das zu verbauen!



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bohrmehl (?) mit diversen Larven. Kam rausgerieselt als ich die Rinde löste.



noch mal die Frage:



"Bauholz mit Rinde und Bast?
Wer kommt denn auf so eine verrückte Idee das zu verbauen!"

Florian Kurz



AW



Das war ein Zimmermannbetrieb, der spezialisiert auf die Sanierung von Fachwerkhäusern ist. Das verwendete Bauholz wurde bauseits geliefert. Es wäre allerdings genug da gewesen, um keine Balken mit Rinde verwenden zu müssen. Gruß Elrohir



… ja … ja … 



… solche Spezialisten treiben sich überall rum … 

… bauseits geliefert? … also von Ihnen?

Das Zeug muss weg … hoffentlich kommt man noch überall hin!

Florian Kurz



AW



Ja, das Holz stammt aus eigenem Wald. Wo liegt genau das Problem bei berindetem Holz?



meinen Sie die Frage nun ERNST



… oder wollen sie uns veräppeln … ?

Sie schreien: "Hilfe" um dann zu fragen: Was ist so schlimm am berindeten Holz?

Entweder Sie haben zu viel Glühwein getrunken, oder nehmen sich, Ihre Frage, Ihre Bilder etc. nicht ernst???

Doch die Antwort:
"Es gibt schlimmeres!"

Lassen Sie es und warten halt einfach mal ab!

Florian Kurz



???



Die Frage war vollkommen ernst gemeint. Es gibt zig verschiedene Holzschädlinge, die sowohl Holz mit Rinde als auch ohne Rinde befallen. Den Hausbock, als wohl problematischsten Schädling, wird die Frage ob sich noch Rinde am Balken befindet wohl eher nicht interessieren. Wenn Sie mir mit ihrer Antwort mitteilen wollten, dass bei berindetem Bauholz ein erhöhtes Risiko auf Schädlingsbefall besteht, dann sagen Sie das doch einfach. Aber wenn Sie nicht in der Lage sind eine normale Frage normal zu beantworten verzichte ich gerne auf weitere Beiträge ihrerseits.



Sie …



schrieben:
"brauche dringend Rat"

Mein Rat: "Das Zeug muss raus!"

oder:

Warten Sie ab!

Die kleinen Käfermädchen (kleine Käfer Maden) werden nicht gleich Ihr Haus zum Einsturz bringen … sind halt eher ein "ästhetisches" Problem …

Florian Kurz



Schnittholz



Bitte lesen, es gibt eine Zeile zum Vorhandensein von Rinde:


http://www.holzfragen.de/seiten/schnittklassen.html

Von der Einteilung in Klassen hängt die Tragfähigkeit ab, es geht also nicht nur um Schönheit.
Was die Schädlinge betrifft: Bauholz wurde früher schon im wald entrindet und zugerichtet ("bewaldrechtet") u.a. damit keine Schädlinge die Stämme befallen können denn der Bast unter der Rinde ist der nährstoffreichste Teil eines Baumes. Heute erfolgt als erster Arbeitschritt im Sägewerk die Entrindung. Wenn zwischengelagert werden muß dann mit Bewässerung.



AW



Danke für den Link. Da es sich um keine tragende Wand handelt, hoffe ich mal, dass dies kein Problem dar stellen wird.



Dazu kommt,



dass Holzschädlinge die Struktur der Rinde benötigen und geradezu schätzen für die Eiablage (die ansonsten nur in Spalten und Rissen erfolgen kann). Wir entrinden z.B. jedes Kiefernbrett einzelnd nach dem Aufschneiden. Befindet sich nur ein winziger Rest Rinde / Borke z.B. an einer schwer zugänglichen Stelle (Astaustritt), kann man sich 100%ig darauf verlassen, dass binnen weniger Wochen an dieser Stelle Fraß auftritt.

Unter Umständen genügt bei dem verbauten Holz SEHR gründliches Abbeilen bis weit in den Splint; Fraßgängen und Löchern nachgehen! Aber leider wird man wohl bei verbautem Holz nicht an alle relevanten Stellen kommen.

Mir ist absolut schleierhaft, wie ein Fachunternehmen nicht entrindetes Holz verbauen kann, ohne wenigstens den Bauherrn darauf aufmerksam zu machen, dass das eine BEFALLSGARANTIE ist!

Sorry, aber da haben Sie tief in den Fettnapf gefasst!



Ach,



daran habe ich mich langsam gewöhnt. In den ersten 6 Wochen, nachdem ich im Juli mein frisch saniertes Haus bezogen habe, ist mir erst die Küche abgebrannt, dann hat sich ein Eckstück der Warmwasserleitung gelöst. Der gesamte Fußboden inklusive Schüttdämmung musste wieder raus. Eine Mäuseplage (7 Mäuse in drei Tagen in meinen Wohnräumen) hatte ich zwischendurch dann auch.

Die entscheidende Frage aber ist doch worum es sich überhaupt handelt. Ein Hausbock ist es nicht (denn hatte ich überings auch schon. Der war der Grund warum das Haus kernsaniert wurde). Die Frage ist nun ob es sich um den gemeinen Nagekäfer (Holzwurm) handelt oder z.B. um einen Scheibenbock. Der dann bei weitem nicht so dramatisch wäre. Oder noch etwas anderes. Darauf richteten sich halt meine Hoffnung, das mir angesichts der Bilder hier jemand etwas zu sagen könnte.



Insektenbestimmung hilt - nicht Polemik



Sehr geehrte(r) "Elrohir",
die Grundlage für weitere Entscheidungen ist zu bestimmen, um welche Insekten es sich handelt. Nach den Fotos wahrscheinlich - aber nicht sicher - Weicher Nagekäfer. Der wäre kein Standsicherheitsproblem sondern allenfalls lästig. Wenn sie die Bastschicht abschälen können, würde sowohl der Weiche Nagekäfer als auch der eigentlich ebenfalls bautechnisch an einer Innenwandschwelle nicht relevante Scheibenbock keine Grundlage mehr für eine Weiterentwicklung haben.
Wichtig ist einmal abzuprüfen, ob es sich wirklich um Frischholzinsekten, die auf berindete Ware angewiesen sind, handelt.
Wenn es Trockenholzinsekten sein sollten, was anhand Ihrer Beschreibung unwahrscheinlicher ist, dann kann man überlegen, ob aus Bautechnischer Sicht weitere Maßnahmen zur Beseitigung erforderlich sind.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Danke



Danke, darauf hatte ich gehofft. Ich hatte bereits gestern Abend einen Käfer gefunden, den ich mit ziemlicher Sicherheit als Nagekäfer bestimmen konnte. Die große Frage war nun, ob es sich um den "gemeinen" oder den "weichen" Nagekäfer handelt. Beide sehen sich zumindest für mich als Laien extrem ähnlich.

Zwischen diesen beiden liegen dann ja aber wiederum Welten, was den potentiellen Schaden angeht. Der "weiche Nagekäfer" wird sich m.W. nicht weiter ausbreiten können, der Befall ist demnach nicht allzu dramatisch. Wenn es sich um den "gemeinen Nagekäfer" gehandelt hätte, wäre das einer Katastrophe gleichgekommen.

Und davon hatte ich in den letzten Monaten schon genug. Keine Polemik, sondern traurige Realität.



Wie...



...konnten Sie diese "Leistung" nur abnehmen?

Als mindeste Arbeit sollte das vollständige Entfernen der Rinde und das Abschälen der obersten Holzschichten stehen, egal, ob der Käfer nun weich oder hart ist. Eine schöne Aufgabe für Ihren Zimmermann.

Grüße

Thomas



Die



Die Frage ist für natürlich schon, welche Konsequenz es hätte gar nichts zu unternehmen. Davon ausgehend, dass es sich um den weichen Nagekäfer handelt, wird er sich halt nicht weiter ausbreiten können. Die betroffene Wand muss eh noch mit Rigips verkleidet und gestrichen werden. Ästhetisch verliere ich durch den Schädlingsbefalls demnach nichts. Und aus baulichen Gründen sind die Schäden (die sich ja nur auf den obersten mm beziehen) wohl auch nicht schlimm.



Davon ausgehend...



daß die Erde eine Scheibe sei...

Mit Wunschdenken baut man keine Häuser, kann sie damit aber einreißen. Wenn das auch noch zugebaut wird, siehst Du nix mehr. Das würde ich ganz gewiss nicht machen.

Zudem, der Kiefernsplint ist breit und schmackhaft. Die Rede kann also nicht nur von einigen Millimetern sein.

Grüße

Thomas



Bauholz



Für die nächste nichtragende Wand zum GK auch noch die passenenden Metallprofile kaufen. Die sind leichter, stabiler, gerade und bleiben es auch.
Noch besser das Brennholz rauszureißen und noch mal neu anzufangen.



Mit Wunschdenken hat das nichts zu tun.



Ich habe bereits Kontakt zu einem Sachverständigen aufgenommen, dem ich die gefundenen Larven und den Käfer schicken werden. Spätestens dann ist klar um welchen Schädling es sich handelt. Meine Hoffnung, dass mir hier jemand angesichts der Bilder (die jedem der etwas von der Materie versteht, genug Informationen bieten sollten um den Schädling zu bestimmen), hat sich ja nun nicht wirklich erfüllt.

Dass beim weichen Nagekäfer kein allzu großer Schaden zu erwarten wäre, stützt sich auf alles was ich in den letzten Tagen im Netz dazu gefunden habe.

Um WP zu zitieren:
"Im Unterschied zum Gewöhnlichen Nagekäfer schürfen die Larven des Weichen Nagekäfers das äußere Splintholz höchstens 1-3 mm tief. Deswegen sind die Schäden trotz der Häufigkeit des Käfers allgemein gering. Außerdem befallen sie nur totes oder seltener absterbendes Holz und können sich nur entwickeln, wenn dieses wenigstens noch teilweise berindet ist. So mindert der Käfer die Qualität von Brennholz lediglich in geringem Maße. Bei Verwendung von teilweise nicht entrindetem Bauholz sind die Schäden ebenfalls unbedeutend. Unter optimalen Bedingungen zerstört eine Larve durchschnittlich 7,2 cm² Phloem und 5,5 cm² Kambium. Angesichts der Tatsache, dass in der Regel bereits vorhandene Gänge verbreitert werden und ein Teil der Larven stirbt, bevor im vierten Larvenstadium der Nahrungskonsum sprunghaft ansteigt, wird die Fläche der zerstörten Phloems auf durchschnittlich 2,4 cm², die des zerstörten Kambiums auf 1,8 cm² geschätzt. Diese niedrigen Werte rühren daher, dass die Gänge der Larven insgesamt recht kurz sind."

Für viel Geld die Wände rausreißen und neu hochziehen steht wohl zumindest in keinem Verhältnis zu dem tatsächlich angerichteten Schaden.

Etwas anderes wäre es natürlich, wenn mir der Sachverständige mitteilt es handelt sich doch um den gemeinen Nagekäfer. Dann kann ich wirklich alles rausreißen und neu anfangen.

Allen Antwortenden meinen Dank für ihren Mühen.



Sorry,



aber mal ohne alle Häme und Überheblichkeit:

Der Sachverhalt ist leider etwas komplexer. Die Larven sind zwar einigermaßen sicher bestimmbar, aber das Holz weist sehr viele Fraßspuren auf. Und egal, ob es sich um weichen oder gewöhnlichen Nagekäfer oder beide handelt, schließt das nicht aus, dass sich noch andere Schädlinge eingenistet haben, für die nicht entrindetes Kiefernholz ein gefundenes Fressen ist. Dazu gehören einige Vertreter der Familie der Bockkäfer, diverse Borkenkäfer, Rüsselkäfer.
Daher der Rat, gründlich abzubeilen und weiter zu beobachten. Im Zweifel das Holz herausnehmen!
Das tut mir leid nach Ihrer "großen Serie" an Baupannen - aber das ist das kleinere Übel gegenüber einer Wand, hinter der es geräuschvoll nagt und knistert! Dieses bitte mit dem Fachmann gründlich durchsprechen und nicht nur die Larven bestimmen lassen!

Trotzdem frohes Feiern und im nächsten Jahr mehr Glück beim Bauen!



Was soll...



dabei herauskommen?

Sie sollten sich einen SV vor Ort gönnen, statt hier solange zu insistieren, bis Sie die Antwort bekommen, die Sie haben wollen.

Grüße

Thomas



Käfer nach Käferchen?



Frage mal an die Experten:

Was kommt nach diesem Befall? Normaler Weise ist doch die durch den (erhofften) weichen Nagekäfer zerklüftete Oberfläche das ideale Einfallstor für die "gemeineren" Käfer - bis hin zum Hausbock.

Wenn so ein Holz tatsächlich verbleiben soll, dann würde ich zumindest alles mit Silikatgrundierung einstreichen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de