Holzplattenbauweise

28.08.2015 David


Hallo zusammen,
Wir sind gerade kurz davor ein Haus aus dem Jahre 52 zu kaufen.
Es ist uns bewusst, dass wir einiges zu sanieren haben.
Eine Sache macht uns jedoch ein wenig Sorgen und das sind die Außenwände im Obergeschoss. Diese bestehen laut dem letzten Einschätzungsverzeichnis aus einer "Holzplattenbauweise mit doppelter Schalung"( innen Faserplatten und außen verputzt 11cm).
Vielleicht hat jemand von euch mit solch einer Bauweise Erfahrung, da uns die Wände sehr dünn vorkommen und wir zwei Kinder haben, welche im Winter nicht frieren sollten :)
Ein Architekt meinte, dass gegen diese Bauweise erstmal nichts einzuwenden sei, aber ich bin mir einfach unsicher und hätte lieber gerne Erfahrungswerte.

Grüße und danke,
David



Holzaußenwand bei 50 Jahre Haus



Generell sind Gebäude aus 40/50 er Baujahren aufgrund von Materialknappheit und schneller Bauweise häufig techn. sehr unvollkommen gebaut worden.
Es gibt auch keine genormte Bauweise- bei deiner Wand müßte der genaue Aufbau bekannt sein.
Bei der Wandstärke wird in jedem Fall eine Innen- oder Außendämmung sinnvoll sein.
Sofern die Statik ok ist normalerweise kein Problem.
Ob Schallschutz wichtig ist hängt von der Lage ab.

Der Außenputz könnte auf Heraklithplatten aufgebracht worden sein.

Am günstigsten wäre es, bei Steckdosen oder sonstigen Öffnungen den genauen Wandaufbau und Pfostenstärke zu ermitteln.

Andreas Teich



Holzplattenbauweise



Hallo Herr Teich,

Danke für Ihre Antwort.
Ist es denn generell erstmal negativ solch eine verbaute Wand zu haben?
Bezgl. der Dämmung hab ich immer wieder gehört, dass dies auch nicht immer optimal wäre, da die "Atmung" des Hauses gefährdet wäre. Gibt es da Dämmungen die die Feuchtigkeit auch transportieren können?

Grüße,
David



Wanddämmung



"Atmen" im Sinne von Luftaustausch dürfen Wände nicht, da dadurch warme Innenluft mit kalter Außenluft zusammentreffen würde was zu Kondenswasser mit entsprechenden Feuchte- und Schimmelschäden führen würde.
Positive Eigenschaften sind Kapillarität und Sorptionsfähigkeit, wodurch Luftfeuchtigkeit aufgenommen, gespeichert und weitergeleitet bzw wieder abgegeben werden kann.
Darüber verfügen die meisten nachwachsenden, ökologischen Baustoffe
wie Zellulose, Holzfaser, Holz, Hanf,Wolle etc.,
sodaß fast für jeden Dämmfall ein entsprechendes Material zur Verfügung steht.
Bei stark feuchtebelasteten Bauteilen wie Perimeter (Keller-)Dämmung können Glasschaumplatten statt den sonst üblichen XPS Platten verwendet werden.
In ihrem Fall müßte man sehen um welche Art von Faserplatte es sich handelt- wenn es eine Spanplatte ist können die als Dampfbremse wirken, was je nach Lage und Stärke der Dämmschicht negativ sein kann.

Wichtig wäre es, dafür zu sorgen, daß kein unkontrollierter Luftaustausch durch Fugen vorkommt und es nicht durch zu kalte Wände zu Kondensation und Feuchteschäden/Schimmel kommt.

Wenn das Gebäude sehr günstig ist und mit einer Totalsanierung inkl. viel Eigenleistung gerechnet wird (oder genug Kapital bereit steht) kann ein Kauf trotz evt zweifelhafter Bausubstanz sinnvoll sein.

Es hängt von vielen Faktoren ab- auch welcher Standard insgesamt erreicht werden soll, welches Heizsystem möglich ist, Lebensgewohnheiten, Bausubstanz, evt Schäden etc
Ggf gerne anrufen oder mailen

Andreas Teich



Baujahr 1952



Bei einem Haus aus dem Baujahr würde ich erst einmal nachdenken, ob es sich lohnt, Geld zu investieren.

Heute werden viele jügere Häuser aus wirtschaftlichen Gründen abgerissen.

Bei Supermärkten oft schon nach 10 Jahren, wenn der erste Mietvertrag abgelaufen ist.

Der Markt verlangt da größer, besser und die aktuell beste Geschäftslage.

Bei Wohnhäuser sieht es aber noch anders aus.

Also mal nachdenken
Heinz-Josef




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