Holzpilz - Luftfeuchtigkeit - Fachwerkhaus

09.03.2022 MirjamG

Holzpilz - Luftfeuchtigkeit - Fachwerkhaus

Ich brauche Hilfe. Es geht um ein kleines denkmalgeschütztes Fachwerkhäuschen im Altenburger Land, dass wir als Wochenendhäuschen nutzen und erhalten wollen.

Wir haben einen Hauschwamm oder Pilz. Siehe Fotos.
Ich hatte im Herbst einen wohl etwas feuchten Eimer vor einem Regel im alten Stall abgestellt, es gab einen Feuchtigkeitsfleck, dann einen weißen Schimmel und als wir nun die Bodenluke aufgemacht haben zu einem kleinen Kellerschacht, kommt es uns schon von unten entgegen!

1. Nun geht es einerseits darum mit dem Schaden umzugehen.
Wir müssen jetzt den Stall ausräumen und die Dielen rausnehmen, um es zu sichten/sichten zu lassen.
Kann man z.B. das Regal in ein anderes Zimmer stellen oder fängt es dann dort auch an?
Welche Fehler sind jetzt zu vermeiden.
Ich bin für jeden Rat dankbar, da ich noch unter Schockstarre bin, dass ich so dusslig so einen riesen Schaden angerichtet habe….

2. Thema Feuchtigkeit
Mein Mann hatte generell schon die Luftfeuchtigkeit beobachtet mit Messgerät und die ist überall im Haus sehr hoch (60-90%), obwohl die historische Einfachverglasung und auch die Türen nicht wirklich dicht sind.
Ich dachte eigentlich, dass dieser Luftaustausch und der Lehm des Fachwerks schon für etwas Trockenheit sorgt?
Wo kann man hier nur ansetzen um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren?

Ich bin für Hinweise und Kontakte dankbar! Herzliche Grüße!



Holzpilz - Luftfeuchtigkeit - Fachwerkhaus


Holzpilz - Luftfeuchtigkeit - Fachwerkhaus

dies ist der Zugang zum Kellerschacht.



Holzpilz - Luftfeuchtigkeit - Fachwerkhaus


Holzpilz - Luftfeuchtigkeit - Fachwerkhaus

Dies ist die Ansicht auf das Holzregal noch vor meinem schrecklichen Fehler :-(



Hallo



Jetzt nur nicht in Panik geraten .Bevor über Maßnahmen nachgedacht wird , solltet Ihr eine Materialprobe zum Nachweis eines Schimmelpilzbefall in ein Technisches Labor schicken.
Setzt euch vor ab mit einem Labor in der Nähe in Verbindung. Dort wird euch gesagt wie die Probe auszusehen hat und wie sie verpackt sein muss.
Dem Bild zu urteilen gibt es das Problem schon länger. Da kommt es auf die paar Tage nicht an.
Ihr erhaltet die Schriftliche Analyse und erfahrt wie Ihr vorgehen müsst.

haltet uns auf dem Laufenden - Erfahrung zur Sanierung ist vorhanden


gr.Detlef



Lüftung Keller



Moin,
ein paar Gedanken:
ein feuchter Eimer kann ja wohl nicht der Auslöser sein. Da wird Kondensat durch falsche Kellerlüftung und zu gerige Beheizung des restlichen Hauses der Auslöser sein. Wer im Winter so ein altes zugiges Haus normal auf 20°C heizt, hat eher unter 30% Luftfeuchtigkeit.



Rückantwort



Danke Detlef und Methusalem!
@Detlef: wie nennen sich solche technischen Labore oder Angebote ? Über google finde ich nur medizinische Labore...
@Methusalem. Ja, meine Überlegungen zu 2. sind ja auch: Was machen wir generell falsch, dass hier so eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht? Wir nutzen das Haus nur als Wochenendhaus (die letzten 30 Jahre beim Vorbesitzer nur Nutzung im Sommer als Ferienhaus), daher wird es nicht durchgeheizt.
Im Winter heizen wir tageweise mit Ofen und Elektroheizung und Lüften bevor wir gehen. Im Sommer vermeiden wir offene Fenster, wenn es außen wärmer ist als drinnen. Im Stall mit dem Kellerschacht haben wir kein Lüftungskonzept. Wann/wie sollte man denn in solch tendenziell kalten Räumen lüften?



Tja



Durchheizen wäre sehr kostspielig. Aber das Klima drinnen passt dich dem von draußen an. Und bei wochenlang um die 90% Luftfeuchtigkeit wie in den letzten Wintern hat man einfach schlechte Karten. Ging mir genauso. Allerdings wohnen wir nun durchgehend in unserem früheren "Wochenendhaus".
Keller gleiches Spiel, da tüftele ich seit 6 Jahren, aber immer über 95% Luftfeuchte. Da hilft nur eine automatisierte Lüftung mit Sensoren zur Entfeuchtung und alle Fenster dicht machen. Im Winter trockenlüften bei draussen auch 90% klappt nicht.



Labor



Hallo Mirjamg
Ich habe meine Schimmelproben immer ins BMA Labor nach Bochum geschickt / 0234-97830-0
Ich würde dort mal anrufen. Sie werden euch weiter helfen können

Gr. Detlef



Pilz Bestimmung..



..siehe Holzfragen de



Das Haus...



...sollte vermittels Frostwächter zumindest stabil über 5 Grad gehalten werden. Besser mehr. Im Gegensatz zum Durchheizen sollten die Kosten überschaubar sein. Ferner ist eine automatische Be/Entlüftung, die Feuchte und Temperatur innen und aussen misst, unverzichtbar.

Insgesamt ist es immer problematisch, wenn ein Steinhaus nur selten genutzt wird. Sobald Ihr kommt heizt Ihr natürlich. Aber die Wände bleiben kalt, und Ihr produziert jede Menge Luftfeuchte. Die kondensiert dann an den Wänden und im Bodenbereich, und ist auch nicht in 5 Minuten weggelüftet.

Ihr braucht erstmal keine Schimmelbestimmung, sondern Klarheit über die Pilzart. Vielleicht kann das eine oder andere scharfe Auge ja auch schon mit einem gutem Foto etwas anfangen. Unabhängig davon könnte geprüft werden, ob der betroffene Balken ausgebaut werden kann. Das erste Brett im Antritt der Treppe geht bestimmt leicht 'raus. Zumindest aber sollte versucht werden, zwischen Stein bzw. Erde und Balken eine Sperrbahn zu schieben. Wie und ob das funktioniert, ist natürlich aus der Ferne nicht festzustellen. Der Punkt dort ist problematisch, es könnte auch viel Kondenswasser dort ankommen. Dann müsste der Luftwechsel Keller / Erdgeschoss unterbunden werden.

Grüße

Thomas

P.S. Der (volle) Eimer kann dann zur Ursache gehören, wenn er lange stand und verhindert hat, daß die im Holz aufsteigende Feuchte oben weg kann - somit eine Auffeuchtung unter dem Eimer stattfand.



Klarheit



Die Schimmelpilz Analyse gibt eine 100% Klarheit über die Pilzart
Das eine oder andere Auge?
Ich habe es so verstanden das ein Laie hier um Hilfe bittet
Was ein Schimmelpilz an so einem Gebäude anrichten kann muss ich hier bei den Fachleuten nicht erklären
Dem Leien würde ich es Dringens empfehlen einen Fachmann vor Ort einzusetzen
Die Schimmelpilz Analyse ist da sehr hilfreich , und lässt keine Verwechselung bezgl.. Pilzart zu
Ich rate da immer
Analyse
Planung- auch präventiv für die Zukunft
Sanierung

gr.Detlef



Das ist...



...ein Pilz. Aber kein Schimmelpilz.

Schimmelpilze sind etwas für's Mikroskop. Hier sehen wir einen Fruchtkörper.



Ja



hier sehen wir einen Fruchtkörper welcher aus einem Myzel entstanden ist.
Den Schimmel kann ich hier auch nicht sehen.
beides sind so genannte zersetzter...Nahrung ist organisches Material ...Holz
Ich hatte es daher vorgeschlagen eine Materialprobe einzuschicken....incl. Pilz / wird sicher vom Labor so empfohlen.
Schimmel oder Pilz ist zunähst nicht die Frage.....kann aber jeder bei WIKIPEDIA nachschlagen
Es geht um die korrekte Sanierung.

gr.Detlef



Das ist hier...



...keine besonders kritische Stelle . Eine (vorerst) eng einzugrenzende Stelle. Wohl eher kein echter Hausschwamm (vorbehaltlich besserer Bilder und Deinem fachmännischem Blick).

Was spricht denn dagegen, das erste Brett 'mal abzunehmen, um die Ausbreitung abzuschätzen, den Pilzkörper für eventuell spätere Untersuchungen zu sichern, eventuellen Kontakt Stein/ Boden zum Holz zu Isolieren und ein Fungizid nach Empfehlung des hier postenden Fachmannes draufzupinseln oder zu injizieren? Und dann erst 'mal zu beobachten? Den meisten Fungiziden ist es egal, wie der Pilz hieß...

Eine Laboranalyse später könnte man ggf. genauso schlau sein wie vorher, aber mindestens 300€ ärmer. Wenn man weiß, wo das große Besteck liegt, kann man es auch erstmal nur in Griffweite liegen lassen.

Grüße

Thomas



Hallo Thomas



Ja das ist Augenscheinlich keine kritische Stelle
(Den echten Hausschwamm habe ich absichtlich nicht erwähnt )
Aber versetze dich doch bitte mal in die Situation des Leien
Da helfen nur Handfeste ( offizielle ) Ergebnisse
Als Fachmann würde ich genau so vorgehen wie du es beschreibst
Nur wer gibt den Leien da die nötige Sicherheit? Er kann es nicht beurteilen. Ein Fachmann seines Vertrauens vor Ort kann das
Und darum - eine Labor Untersuchung ist eine 100% Sicherheit auf der aufgebaut werden kann.
Und ja - leider! kostet es Geld
Gr. Detlef



Neue Bilder



lieben Dank für die Überlegungen! Ich habe nun zwei Dielenbretter hochgenommen.
Also der Schaden geht eindeutig von der Eimerstellen (feuchter Tontopf von draußen) aus. Man sieht auf dem einen Bild noch den feuchten Kreis.
Meine Theorie: Ich habe Pilzsporen im Herbst mit den Topf nach innen gebracht (oder waren im Holz vorhanden) und durch die Feuchtigkeit kam es zu einem "Ausbruch". Spinnwebartige Strukturen wie beim Hausschwamm habe ich keine gesehen.
Ich bemühe mich um einen Fachmann vor Ort, der hoffentlich keine Maximalmaßnahmen vorschlägt...
Ich würde die Dielen einfach ausbauen. Darunter befindet sich Glasschotter. Ich könnte sie eigentlich Abschleifen mit Fungzid behandeln (vielleicht im Sommer erstmal in der Sonne durchtrocknen lassen) und mal sehen, ob es wiederkommt oder nicht. Problematisch sehe ich nur den Bodenbalken, ob ich den wieder clean bekomme. Kann man als Laie mit Fungzid arbeiten? Für Innenbereich?
Falls jemand noch eine Einschätzung hat, freue ich mich. Ich schreibe auch, was der Fachmann sagt.
herzlich, Mirjam



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neues Bild1

Oberfläche und der doofe Tontopf



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2 Dielenbretter abgenommen. Glasschotter darunter. Hier kann man noch den oben den Kreis sehen, wo der Topf stand.



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neues Bild3

die Dielenbretter von unten.