Holzdielen im Bad (1. Stock). Ist das möglich? Wie machen wir sie dicht?

28.09.2009 Pippilottchen



Hallo zusammen!
Wir möchten ein Badezimmer im 1. Stock einrichten und würden gerne die alten Holzdielen nicht mit einem anderen Bodenbelag belegen. Fliesen würden ja sicherlich auch brechen. Wie stellen wir es am intelligentesten an? Kann man den Holzfußboden so abdichten, dass man keine Wasserränder an der Decke im Erdgeschoss bekommt? Für viele Beiträge und Anregungen würden wir dankbar sein.
Liebe Grüße, Uta Zirkenbach



Einen Holzfussboden



dichtet ihr am besten ab, indem ihr die Badewanne nicht überlaufen lasst...;-)

Nochmal ohne Flachs: Abschleifen bis aufs rohe Holz, Fugen verspachteln, Feinschliff,z.B. Junckers Strong 1k-PU-Lack aufrollen, Zwischenschliff und noch 2x Anstreichen - fertig. Dann Ränder noch mit Silikon abdichten.....und nich soviel planschen!!!

Nicht Öko, aber langlebig. Irgendwann gibts natürlich mal einen Spalt, wo doch Wasser durchkommt - Holz arbeitet - und schwarze Ränder entstehen, dann müsst ihr da nochmal drüber.

Gruss, Boris



Vielen Dank Boris,



das es so einfach sein soll kann ich gar nicht glauben. Vielleicht sollte ich meine Kinder mit Trockenshampoo die Haare waschen und Zähneputzen geht nur noch am Brunnen.

Ist der Lack ein Bootslack?

Was ist denn mit Fliesen. Kann man die hindern zu brechen?

Uta



Moin Uta,



ich hab dir einen m ö g l i c h e n Arbeitsablauf geschildert, der von fachkundiger Hand ausgeführt in der Tat recht einfach umzusetzen ist - hab aber logischerwise keine Ahnung, wie's bei euch aussieht und ob es bei euch die beste Lösung darstellt - die Wirklichkeit sieht immer anders aus. Um die Dielen eben zu kriegen brauchts schonmal eine Fußbodenschleifmaschine + Randschleifer etc. und die Ecken und Ritzen und die wasserdichte Ausfugung der Ränder fressen viel Zeit.

Nein, das ist ein wasserbasierter 1-Komponenten PolyUrethan-Parkettlack. Das Holz muss also vollkommen frei von Öl, Fett oder Wachs sein, dami der hält.

Meinst du, ob man den Boden auch Fliesen könnte?
Damit die Fliesen nicht brechen, muss der Unterboden "ruhig" sein und darf nicht, wie die Dielen, federn. Wenn ihr's stumpf über die Dielen drüber macht, gibt's auf jeden Fall eine Stufe von 3-5 cm.

Gruss, Boris





@ Boris:

mal abgesehen vom Rest: Mit was würdest Du das den spachteln?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Lasst laufen...



...denn was unten austritt, kann auch problemlos wieder trocknen!!
Holzböden Ölen und nicht lackieren!!, die Ränder auch nicht abdichten mit Silikonen (sind Kontroll- und Renovierungsfugen (Alterungsprozess!!), sondern ganz einfach mit Randleisten abschließen lassen.
Und wenn einmal ein Wasserschaden passieren sollte (Gott verhüt's!!), dann ist es eben halt passiert, aber mit Bautrockner, und viel Warmluft ist es schneller wieder gelöst, als mit all dem ganzen Abdichtungskram, Zwischensperrungen etc.
Die Leckage an der darunter befindlichen Decke dann, ist mit wenig Aufwand wieder zu reparieren.

Wir haben schon einige Bäder in Obergeschossen erstellt und da sind in keinster Weise Abdichtungen unter oder hinter die Holzböden gemacht worden.
Schiffe sind und waren aus Holz und ein guter Wein lagert auch bekanntlich im Holzfass.

Nachdenklicher Gruß,
Udo Mühle



Nachtrag!



So etwas kann aber dann auch entstehen, wenn man trotz Abdichtung auf Holzbalkendecken und Holzböden sich für die Variante Fliesenaufbau entscheidet!!!

Kein grausiger Gruß,
Udo



@christoph



Wenn du's im Farbton passend und etwas haltbarer haben möchtest: Fugenkittlösung mit mind. 100er Schleifmehl vom selben Boden. Gasmaske nicht vergessen, Leber und Hirn danken es dir....und der stechende Geruch hält sich noch tagelang.

Alternativ: Pafuki-Pulver im ähnlichsten Farbton vorgefärbt bzw. mit Pigmenten nachträglich angepasst. Wird mit Wasser angemischt und stinkt also nicht, angenehm zu verarbeiten. Die Basis ist allerdings weiss - du kriegst also nie den Holzton hin, beim trocknen wirds deutlich heller und du hängst lange an den Farbtonversuchen oder hast hinterher den "Pyjamaeffekt" : Helle Fugenstreifen auf dunklem Boden.

@Udo: So wie's aussieht, gabs da nie 'ne ordentliche Silikonfuge - trotzdem Danke fürs mit Foto unterlegte abschreckende Beispiel!


Gruss Boris



Unter



der Oberfläche sollte eine wasserdichte Ebene installiert werden, auf dem Fussboden und an den Wänden in den spritzwasserbelasteten Bereichen(Wanne und Dusche). Nur so wird sichergestellt, dass kein Wasser ins Bauwerk dringen kann.
Auf dieser Abdichtung kann dann ein Oberflächenaufbau nach Wahl erfolgen, auch ein Dielenboden ist machbar.
MfG
dasMaurer



@ Ulrich



Doch was passiert, wenn durch Leckagen Feuchte in bzw. unter die Abdichtung dringt?
Mein voran gestelltes Foto beweist dies doch eindeutig?
Hier gehen die Meinungen eben stark auseinander!
Und da plädiere ich eben immer zu diffusionsoffenen Lösungen.
Also wo Wasser rein, da Wasser auch raus!!!

Überlegende Grüße
Udo





das sehe ich auch so, Fugen verspachteln, Silikon und Bootslack passen da nicht rein. Das Risiko das Wasser durch Undichtigkeiten in die Decke kommt ist viel zu hoch.
Die Dielen "arbeiten", es gibt Veränderungen in der Ausdehnung, sodass auf Dauer die Verspachtelung und das Silikon Undichtigkeiten aufweisen werden.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Vielen Dank



für die vielen Beiträge. Ich fasse mal zusammen, was für mich das Wichtigste ist.
1. Ich möchte ein Bad mit Holzdielen als Bodenbelag im 1. Stock.
2. Wenn ich den Boden abdichte (wie auch immer), kann es trotzdem passieren, dass ich an der Decke im Zimmer darunter Wasserflecken an der Decke habe, da Holz ja bekanntlich arbeitet und immer wieder Ritzen entstehen können durch das Wasser (z.B. ein umgekippter Zahnputzbecher)durch den Boden dringt.
3. Fliesenlegen ist auch keine echte Alternative, da die Fliesen ja auch durch die Holzbewegung brechen können.
4. Also, am besten kein Bad im 1. Stock einbauen!
5. Oder mit Wasserflecken an der Zimmerdecke leben?

6. Noch eine Frage an Udo: Wie sehen denn die Zimmerdecken unter den Bädern aus?

Lieben Gruß,
Uta Zirkenbach



@ Uta



Topp!!
Wenn ein Zahnputzbecher umkippt, passiert noch gar nichts!
Wenn ein Wassereimer umkippt, muss auch noch nichts passieren.
Wenn aber eine Stunde die Wanne überläuft (geht aber mittlerweile auch fast nicht mehr, weil es mitdenkende Überläufe gibt!!!), dann kann an der Unterseite der Decke sicherlich Schaden bzw. Wasserflecken entstehen.
Ich würde mich aber auch gern mal mit Ihnen telefonisch unterhalten wollen.
Ist das möglich?
Würde mich freuen.

Grüße in die Runde
Udo



@ Boris



Dieser Aufbau funktioniert ganz und gar nicht!

1. Ein Fugenspachtel (Schleifstaub und wässriges oder lösemittelbasiertes Bindemittel) hält in den breiten Fugen alter Dielen, die auch noch arbeiten, keinen Sommer lang. schon gar nicht an den verkrusteten Flanken der Dielen.

Bedingt brauchbar, aber hierfür nicht von mir empfohlen: Flanken sauberkratzen, größere Fugen mit PE-Schnüren schließen, darüber die dauerelastische Pafudima (heißt wirklich so) von Berger-Seidle. Silikon hat auf einem Holzboden nichts verloren ("Silikon-Pest")

Ich rate zum sauberen Ausspänen.

2. Lack auf Weichholz im Bad sollte man bleibenlassen. Über Kratzer im weichen Holz dringt Wasser unter den Lack, und die grauen Schadstellen wachsen. Ferner verhindert Lack die Feuchteabgabe des Holzes.

Statt dessen: Gründlich ölen, am besten heiß und mehrfach. Somit bleibt der Boden wesentlich diffusionsoffener.

Ein paar Tropfen (oder Udos Zahnputzbecher) schaden dem Ganzen nicht, eine auslaufende Waschmaschine kann ein alter Holzboden nicht zurückhalten, dafür gibt es die Versicherung.

Schlauer wäre natürlich das Bad im EG...

Grüße

Thomas