Holzfensterlaibung von Innen verputzen




Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei ein Stockwerk in unserem Fachwerkhaus zu renovieren. In einem Raum habe ich nun den komplette Putz entfernt da dieser stark gesandet hat und an vielen Stellen nicht mehr gehalten hat.
In naher Zukunft soll dann neu mit Kalkputz verputzt werden. Auf der Fläche ist mir klar das ich die Holzbalken mit einem Putzträger (Streckmetall oder Schilf, steht noch nicht fest) überspanne.
Wie mache ich das nun aber bei Fensterlaibungen? Hier habe ich ja nur auf einer Seite des Balkens Mauerwerk, auf der anderen Seite ist ja das Fenster.
Mein Verputzer würde die Fensterlaibung gerne mit Gipskarton gestalten. Die Idee gefällt mir aber noch nicht so richtig. Wie wird sowas üblicherweise gemacht?



Holzweichfaserplatte als Putzträger



Hallo,
ich habe die Fensterlaibungen (Fachwerkbalken)innen mit 20 mm Holzweichfaserplatte verkleidet und dann mit Kalkputz (selbst gelöschter Sumpfkalk) verputzt. Danach mit Kaseinfarbe gestrichen, sieht sehr schön aus und ist baubiologisch einwandfrei...



Überprüfung



Bitte vorher überprüfen, ob die (neu eingabauten??) Fenster auch dicht eingebaut sind (innen Folie mit Zulassung)und zum Fenster hin eine Anschlußleiste (APU-Leiste) verwenden. Mit dieser bekommt der Putz dann auch einen sauberen Anschluß. Bei Holzweichfaserplatten sollte man aber dann auch als Putzuntergrund den Empfehlungen der Hersteller folgen, im Oberputz dann gern ein selbst angemischter Kalkputz (Weißkalkhydrat würde ausreichen). Gipskarton auf alle Fälle nicht verwenden, wenn es ordentlich werden soll.



Danke



Danke für die Anregung mit den Holzweichfaserplatten. Ich denke das funktioniert. Obendrauf werde ich dann wahrscheinlich Rotkalk fein machen, da ich hier mit einer relativ dünnen Schichtdicke auskomme. Ist auch für Holzfaserplatten geeignet (laut Datenblatt), auch wenn es Baubiologisch nicht das Top Produkt ist. APU Leiste kenne ich von aussen, innen habe ich die noch nie gesehen. Werde ich aber mal probieren.
Anschluss ist im Moment noch nicht dicht, da das Fenster vor 2 Jahren bei der Aussensanierung ausgetauscht wurde und innen nur notdürftig verkleidet wurde. Aktuell ist nur Schaum drin und aussen angeputzt.Dichtband muss jetzt noch irgendwie rein.



Fenstereinbau



Im Zweifelsfall muß das Fenster wieder ausgebaut werden um die Luftdichtigkeitsebene korrekt zu montieren.
Verwenden Sie Laibungsdämmplatten und die dafür vorgesehenen Kleber. Alle Markenhersteller von Holzfaserdämmstoffen haben so etwas im Programm, hier als Beispiel:
http://unger-diffutherm.de/fileadmin/downloads/de/geschuetzt/technische_Informationen_2015/TI_UdiUNGER-DIFFUTHERM_L.pdf
Wie breit ist die jetzige Fuge zwischen Fenster und Fensterlaibung?
Können Sie ein Foto von dem Fenster einstellen?



Bild


Bild

Die Fuge ist zwischen 15 und 20mm breit. Daher denke ich das ich mit einer 20mm Holzfaserplatte und Rotkalk Fein ganz gut klar komme.
Die Fugen sind zum Großteil nur zur Hälfte mit Schaum ausgefüllt, daher denke ich das ich noch ganz gut ein dichtband reinbekomme. Meine Planung ist jetzt das Dichtband am Fenster ankleben, die restliche Fuge mit Schaum ausfülle, nach dem Trocknen bündig am Fenster abschneiden und das Dichtband dann am Balken verkleben.
Anschließend Holzfaserplatte an den Balken schrauben und Verputzen (mit Gewebe). Ist dagegen was einzuwenden?

Seid wann ist das mit der Luftdichten Ebene eigentlich Standard? Im oberen Stockwerk hat mein Vater vor einigen Jahren schon einige Fenster ausgetauscht. Diese sind nur mit Schaum eingesetzt. Die Laibungen sind hier allerdings auch aus einem Konstrukt aus Rigips und Goldband. Das ist aber ein anderes Thema...



fachgerecht


Fenstermontage

die Tücke liegt aber im Detail - das Dichtband müsste aber auf den Rahmen aufgeklebt werden - 1-2 cm - das dürfte Dich dann aber stören: Anleitung hier: https://www.ift-rosenheim.de/documents/10180/671018/FA_ift1404_Jehl_Benitz.pdf/bdfc6a6d-0ca6-4ab0-902d-fdf41750676a

Das nebenstehende Holzfenster wurde mit dem System von BTI eingebaut und abgedichtet.



fensterrahmen nicht das Problem



In den Fensterrahmen bekomme ich das Klebeband noch rein, ich denke das ich hier genug Platz habe. Wie gesagt, die Fuge ist bisher nur zur Hälft mit Schaum ausgefüllt. Ich sehe eher das Problem das Klebeband am Holzbalken dicht zu bekommen. Oder ist es sinnvoller es auf die Holzfaserdämmplatte zu kleben?
Ich habe von der Außensanierung noch eine Rolle Fensteranschlussband liegen. Ich werden morgen mal versuchen ob es noch klebt.



Fenstereinbau



So etwas habe ich geahnt. Der Spalt zwischen Laibung und Fensterrahmen ist zu breit, es sollten 5, max. 10 mm sein.
Man kann den Spalt verkleinern indem man vor Fenstereinbau Laibungsdämmplatten passender Größe auf voller Tiefe einklebt und dann erst das Fenster einsetzt. Deshalb mein Hinweis zur Demontage.
Ich sehe hier keine Möglichkeit, ein Dichtband fachgerecht zu montieren. Sie werden sich wohl auf einen guten Montageschaum, press an den Rahmen gestoßene Laibungsdämmplatten, armierten Putz aus dem Materialsystem des Dämmplattenherstellers und eine Acrylfuge zum Rahmen verlassen müssen. Bei ordentlicher Heizung und Lüftung dürfte das auch funktionieren.
Fasen Sie die Laibungsdämmplatten etwas an das sie auch richtig in die Laibungsfuge am Fenster eingreifen, es dürfen keine Hohlräume in der Laibung entstehen.
Vergessen Sie nicht das Fensterbrett.



Schaum??????



Schaum, dieses "herrliche" Allheilbaustoffmittelchen!!
Schaum darf nicht geschnitten werden (zieht somit Feuchtigkeit und fällt über Jahre dann zusammen!) und ist zusätzlich ein Feuchtigkeitsbildner am Fachwerkbauteil.
Bei Neueinbau von außen her betrachtet, ein Kompriband montieren und von innen mit einem Stopfdämmstoff (Hanf oder Flachs) die Fuge füllen.
Als Putzträger für die Holzleibung empfehle ich mittlerweile magnesitzgebundenen heraklithplattenstreifen, da diese schimmelresistent vom Hersteller ausgewiesen sind.
Darauf kann dann mit Kalk- oder Lehmputz bedenkelos an das Bauteil angeputzt werden, worauf zu achten ist, dass der Endputz auf das Fensterbauteil aufläuft.
Winddichtungsbänder sind in sanierungsobjekten Fachwerkkonstruktion nicht unbedingt zwingend notwendig.