Holzfenster oder Kunststofffenster im Fachwerkhaus

Holzfenster Fachwerkhaus Fachwerkhaus mit Holzfenstern

Deutsche Altstädte bezaubern mit den schönen Fachwerkhäusern. Bei einer Sanierung und neuen Fenstern soll die historische Optik natürlich nicht beeinträchtigt werden. Holzfenster in typischer Kastenbauweise werden dem Fachwerkhaus am besten gerecht. Bei Häusern mit Denkmalschutz sind Kunststofffenster sogar gänzlich tabu. Alternativ zu neuen Fenstern können Bauherren alte Holzfenster richtig streichen und aufarbeiten.

Neue Fenster beim Fachwerkhaus

Fenster dienen heute auch der Sicherheit und Energieersparnis. Beim Fachwerkhaus soll allerdings die besondere Ausstrahlung des Gebäudes erhalten bleiben. Handelt es sich nicht um ein Denkmalschutzfenster, gibt es die Wahl zwischen Holzfenstern und Kunststofffenstern. Beim Fachwerkbau ist dem Holzfenster unbedingt der Vorrang einzuräumen. Speziell für Fachwerkhäuser gibt es die traditionellen Kastenfenster mit quadratischen Unterteilungen. Hier sind faktisch zwei komplette Holzfenster in einen Kastenrahmen aus Holz integriert. Die Bauweise sorgt durch die Doppelfenster und den Luftraum bereits für eine bedingte Schall- und Wärmedämmung. Durch spezielle Verglasungen lässt sich der Dämmeffekt erheblich erhöhen. Müssen Denkmalschutzfenster unbedingt ausgetauscht werden, sollten typgleiche Fenster von einem erfahrenen Fachmann gefertigt werden. Verschiedene Tischlereien bieten eigens die Fertigung solcher historischen Holzfenster an. Sofern kein historisches Glas gewählt werden muss, können je nach Bauart Isolierglasscheiben eingesetzt werden.

Unterschiede zwischen Holz- und Kunststofffenstern

Kunststofffenster sind je nach Modell oft günstiger und viel leichter. Sie brauchen später keine Aufarbeitung durch Lack oder Lasur. Allerdings kann selbst bei Kunststoff mit einem guten Holzdekor die Ausstrahlung eines echten Holzfensters nicht erreicht werden. Im Unterschied zum Kunststoff ist lackiertes oder lasiertes Holz ein natürlicher Rohstoff, der zu 100 % eine für das Haus authentische Optik hat. Holzfenster aus der Tischlerei können nach Maß auch für ungewöhnliche Fenstergrößen und Fensterformen gefertigt werden. Einige alte Fenster haben z.B. obere Rundbögen, sind besonders schmal oder klein. Kunststofffenster sind in der Regel nach Standards genormt. Mit speziellen Anstrichen lässt sich beim neuen Holzfenster sogar eine natürliche Alterung vortäuschen. Diese Vorteile vom Holzfenster kommen ganz besonders bei den hübschen Fachwerkhäusern zum Tragen. In puncto Wärmeschutz und Lärmschutz haben gute Holzfenster einen leichten Vorsprung. Das natürliche Holz bringt von Natur aus bereits solche Eigenschaften mit. Beim Kunststofffenster sind die gewünschten Effekte nur mittels zusätzlicher Dämmstoffe zu erreichen. Bei der Lebensdauer hat das Holzfenster ebenfalls die Nase vorn. Ein wichtiger Faktor dabei ist sogar die Möglichkeit der Aufarbeitung, der Erneuerung durch Lacke und Lasuren. Holzschäden lassen sich sehr gut ausbessern.

Alternative - alte Holzfenster aufarbeiten

Alte Fachwerkhäuser stammen aus einer Zeit, als noch "für die Ewigkeit" gebaut wurde. Obwohl mit den häufig verwendeten Kastenfenstern schon viel getan wurde, um die Ofenwärme im Zimmer zu halten, sind die alten Fenster oft Schwachpunkte. Ist das Holz nicht allzu schadhaft oder gar schimmelig, können die Fenster häufig aufgearbeitet, statt erneuert werden. Eventuell müssen nur neue Fensterflügel eingesetzt werden. Werden die alten Anstriche vollständig entfernt und das Holz geglättet, wirkt eine neue Lackierung Wunder. Die alten Verglasungen können durch hochwertige Neuverglasungen ersetzt werden. Gerade bei sehr alten Fachwerkhäusern kann sich der Aufwand lohnen, um die Authentizität des Gebäudes nicht durch nagelneue Fenster zu beeinträchtigen. Ob Neufenster oder Aufarbeitung kostengünstiger sind, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.


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