Holzfenster Lärche - welcher (haltbarer!) Anstrich



Holzfenster Lärche - welcher (haltbarer!) Anstrich

Werte Forumsmitglieder,
auch wenn das Thema Anstrich auf Holzfenstern bereits etliche Male behandelt wurde, bin ich nach wie vor unschlüssig, was denn nun das Richtige/ Beste in Bezug auf möglichst lange Haltbarkeit ist.
Ein Teil unserer Fenster wurde 2013/2014 neu eingebaut, mit wirklich schönen Isolierglasfenstern aus Lärche, die aber hinsichtlich Teilung etc. weitgehend an das historische Original herankommen. Die Sprossen haben z.B. exakt das gleiche Profil wie die alten Fenster.
Auf Anraten unseres Tischlers wurden die Fenster wie folgt behandelt:
- Erstanstrich mit Remmers Holzschutzcreme farblos,
- 2. + 3. Anstrich mit Remmers Langzeitlasur UV pigmentiert.
Von einer Tauchlackierung hat er abgeraten.
Sah auch sehr schön aus, sieht auch von innen immer noch schön aus, weil man eben die Holzmaserung durch die Lasur noch sehen kann.
Aber von außen treten jetzt schon seit längerem deutliche Witterungserscheinungen auf, siehe anhängendes Bild (ich versuche, noch mehr einzustellen). Die würde man jetzt auch nur mit Schleifpapier wieder entfernt bekommen.
Und die bisher eingebauten Fenster sind alle an der Süd- und Ostseite, also es kommt kaum direkter Regen hin (reichlich Sonne natürlich schon). Wenn mal Regen oder Schnee rankommt, wird die Lasur z.T. ausgewaschen und hinterlässt unschöne Nasen.
Der Tischler sagt, man müsste die Fenster jedes Jahr nachstreichen (werden später mal über 40 Stück sein!). Das schaffe ich definitiv nicht, ich bin froh, wenn ich einmal im Jahr das Putzen hinbekomme.

Daher nun die Frage: welcher Anstrich verträgt sich mit dem Fenstersilikon? Und mit welcher Farbe hat man möglichst lange "Ruhe"?
Ich habe später dann etliche Fenster auch im 3. OG, dann v. a. Wetterseite, wo man mit einem kleinem Rollgerüst oder mit der Leiter nicht mehr von außen rankommt, auch nicht mit einem Hubsteiger.

Es wurde hier ja schon mehrfach geschrieben, dass sich Leinölfarbe nicht mit Silikon verträgt. Was würde da eigentlich passieren?
Auf unserem Fachwerk ist Leinölfarbe von Ottoson. Das verblasst zwar in der Sonne auch sehr stark, und ich streiche es auch gerade im 4. Jahr nach (hätte man aber eigentlich auch schon vor einem Jahr machen müssen)... Aber rohes Leinöl nachzustreichen, geht relativ schnell und ist angenehmer als stinkende Chemielasur.

Ich habe jetzt vom Tischler ein Musterstück Lärche, grundiert mit Bläueschutz und einer Silikonfuge bekommen.
Darauf habe ich 1 x rohes Leinöl und 2 x Leinölfarbe von Ottoson in einer der bisherigen Lasur ähnlichen Farbton gestrichen. Passiert ist bisher nichts, kann es aber leider jetzt auch nicht mehr über einen längeren Zeitraum bewittert testen, weil die neuen Fenster in den nächsten Wochen gebaut werden.
Also was ist das Problem mit Silikon und Leinölfarbe? Oder hält das Silikon nicht, wenn der Anstrich vor dem Zusammenbau erfolgt?

Ich bedanke mich herzlich für hilfreiche Vorschläge und Antworten!



weitere Bilder


weitere Bilder

Das hier sieht ja noch ganz gut aus, ist aber auch erst 2014 eingebaut worden.



Musterstück


Musterstück

Die Silikonfuge habe ich hier bewusst mit dem Leinöl überpinselt.
Sollte natürlich später nicht so sein.





Ich vermute, dass es daran liegt, dass Silicon auf fettigem Untergrund nicht hält.

Zu Ölfarben und Ölgrundierungen passt wohl eher Fensterkitt, der enthält selbst Leinöl.

Da der Fensterbauer mindestens die Bereiche, in die Scheibe und Silicon eingebracht werden, ja auch schon irgendwie behandelt haben muss (Typischerweise wird aber wohl das gesamte Holz so behandelt), wird man die Farbe passend zu dieser Behandlung wählen. Das dürfte dann bei Holzfenstern mit Siliconfugen wohl eher nicht auf Ölfarben hinauslaufen.



Erstaunlich:



Folgende Anwendungsbereiche sieht Remmers für die "Holzschutz Creme":
Anwendungsbereiche
Zum Schutz statisch nicht beanspruchter Hölzer ohne
Erdkontakt im Außenbereich vor Bläue & Fäulnis. Farblos:
als Premium-Holzschutzimprägnierung & Systemgrundierung
für Wetterschutz- & Langzeit-Lasur UV.
? Carports
? Dachuntersichten
? Fachwerk
? Fassadenverschalungen
? Gartenhäuser
? Holzhäuser
? Lauben
? Palisaden
? Pergolen
? Zäune

Interessant ist das, was nicht dasteht: Maßhaltige Bauteile wie Türen und Fenster.

Im Datenblatt der offenbar nur kurz haltbaren "Langzeit Lasur" taucht dann freilich die Holzschutzcreme als mögliche Vorbehandlung auch für Fenster auf.

Nun vermute ich, daß der Papps als Erstanstrich einfach nicht funktioniert. Es soll ein Bläueschutz sein und wunderbar überkopf versteichbar sein, weil es nicht tropft. IMPRÄGNIERT diese eigentümliche Grundierung aber auch, oder sperrt sie eher ab? Eine Grundierung ist üblicherweise dünner als der Deckanstrich...

UV-Schutz funktioniert am Besten über Pigmente. Die sind aber in der farblosen UV+ Lasur nicht enthalten. Worüber sonst der UV-Schutz in der farblosen Lasur erreicht werden soll, ist aus dem Datenblatt nicht ersichtlich.

Ferner steht da: "Fenster und Außen-türen benötigen 3 Anstriche." Ihr habt somit garantiert nicht die erforderliche Schichtdicke erreicht. Es ist auch definitiv nicht so, daß eine Fensteroberfläche jedes Jahr überarbeitet werden muß. Stünde das in einem Beipackzettel, würden nur noch Blinde diese Lasur kaufen.

Ich halte von den verwandten Produkten insgesamt nichts. Die "Creme" verhindert mit ziemlicher Sicherheit eine Tiefenimprägnierung. Aber die kann eine Alkydharzlasur auch gar nicht leisten. Harze dringen nicht ein, sondern lagern nur auf der Oberfläche. Insofern passen die Produkte zumindest zusammen :-(

Leinölaufbauten, ob als kräftiger pigmentierte Lasur oder deckend, sind unbedingt vorzuziehen.

"Den Rest, mein Sohn, macht Silikon"??? Ihr Tischler könnte ohne diese Säule modernen Bauens auskommen, wenn er denn wüsste, was er täte. Es gibt mehrere Hersteller für silikonfreie Fensterkitte, die mit Isoglas harmonieren, z.B. hier:

http://www.illbruck.com/de_DE/produkte/produktfinder/product/os201-fensterkitt/

Schöne Fenster, miese Oberfläche... Das solltet Ihr mit dem Rest tatsächlich anders machen.

Grüße

Thomas



Weiß streichen ...



Nach Angaben einer Fachfirma für historische Holzfenster, wurde mir ein weißer Anstrich mit lösemittelhaltiger Farbe empfohlen.
Da weiß die Sonne refleckiert, das Holz vor Ozon schützt. Dunkle Farben lassen das Holz zu heiß werden.
Farbloser Lack schützt das Holz nicht wirklich vor Ozon & reflecktiert nicht die Sonne, das Holz wird warm.

Diese Fachfirma lackiert die Holrahmen bevor das Glas eingebaut wird. Sonst gibt es keine Probleme mit dem Silkon.
Öl kann dem Silkon schaden.





Die Holzcreme der Fa. Remmers ist da nicht geeignet. Schlichte Rezeptur zu fürstlichen Preisen. Den jodhaltigen Pilzschutz (IPBC), wenn er den sein muss kann man auch in jede andere Farbe einrühren. Die Hälfte ist "Testbenzin", immerhin steuerbegünstigt.

Für eure schönen Fenster solltet ihr ein Produkt auf Augenhöhe wählen. Ansonsten ist doch auch die Instandhaltung nicht zu machen.

Im Prinzip kann man da auch ganz auf der Naturfarbenschiene bleiben.

Ruft doch mal bei der Fa. Kreidezeit an, die sind doch firm und freundlich.



Zu klären wäre freilich...



...was mit den schon behandelten Fensten passieren muß, damit auch hier ein Leinölanstrich erfolgreich sein kann.





Ja das Malheur mit der Holzcreme sollte besprochen werden. Ich glaube aber so dürftig wie die Wirkung ist, sollte auch der Schaden sein.

Da bisschen Alkydharz kann man ja wieder abnehmen, wenn es nicht schon abgepudert ist.

Die Schwierigkeit mit dem Silikon ist doch in erster Linie, dass es nicht überstreichbar ist und sich ggf. beim Auftragen von Leinöl verfärbt.

Die "Kreidezeitfenster" sind auch mit Silikon, also insofern liegt da kein unüberwindbares Hindernis vor.