Holzfenster in Gefach verschrauben?

05.12.2020 Rehen


Hallo, wir sind aus Mecklenburg-Vorpommern und bauen gerade ein Fachwerk-Wintergarten an unser altes Bauernhaus. Viele nützliche Tipps konnte ich schon von diesem Forum erhalten. Nun wollen wir Holzfenster in die Gefache bauen. Gibt es hierfür spezielle Schrauben? Ich mache mir wegen der Holzbewegung etwas Sorgen.
Vielen Dank und viele Grüße
R. Henkel



Holzfenster im Fachwerk



Es gibt keine speziellen Schrauben für Fachwerk- die Montage von Holz in Holz ist ohnehin einfach. Du kannst übliche Holzschrauben oder auch Fenstermontageschrauben verwenden.
Anschlußfugen außen mit Kompriband verschließen, Hohlräume mit Stopfhanf oder Jute voll ausstopfen.
Auf Luftdichtigkeit achten, da durch Zugluft viel Heizenergie verloren geht und diese auch Kältegefühl erzeugen kann.



Holzfenster in Gefach verschrauben?



Vielen Dank für Ihre Antwort.

Zur Luftdichtigkeit mache ich mir auch viele Gedanken. So sind einzelne Überblattungen nicht 100% bündig. Wie geht man damit um?

Gruß R.Henkel



Luftdichtung



Die Luftdichtigkeitsebene befindet sich innen, die Winddichtung außen, sodass Fugen bei Holzverbindungen sich darauf kaum auswirken dürften.



Undichte Überblattungen



hier fragt der TE wahrscheinlich nach dem Rest der Fachwerkkonstruktion und nicht mehr nach den Fenstern. Er wird wohl die Fugen bei den Balkenstößen meinen, aber vielleicht gibt es noch eine Aufklärung.



Luftdichtigkeit



Hallo,

Ja genau, es geht mir um die Fugen bei den Überblattungen und den Stössen.

Gruß R. Henkel



zimmermannskunst



eigentlich sind die Holzverbindungen, wenn sie ordentlich gearbeitet wurden, relativ dicht. Naturlich kann es durch Trocknungsprozesse oder durch witterungsbedingten Arbeiten der Balken zu Spalten kommen. Im Fachwerks-Wohnhausbau wurde dem häufig mit einem Verputz in den "guten" Stuben begegnet, im Wintergarten sollte so eine indirekte Belüftung eigentlich zu tolerieren sein.
Macht doch mal ein Foto von der Situation, damit wir hier wissen, um welches Ausmaß es sich handelt und was man dagegen tun könnte.



Altes Fachwerk an offenen Stößen abdichten...



macht man fachgerecht durch Ausspanen. D. h., man sägt (oder schleift mit einem Bandschleifer) sich kurze, bis an die Zapfen reichende Holzkeile, jeweils passend zu den offenen Fugen. Die Keile werden einseitig (wichtig!) mit Leim versehen und in die Fugen "dichtend" eingeschlagen. Den überstehenden Rest schleift man balkenbündig weg.
Auf keinen Fall mit Silikon, Acryl, oder sonstiger Pampe die Fugen zu schmieren!
Das sorgt nur dafür dass das Holz schneller vergammelt. Denn Wasser findet immer einen Weg in ein Fachwerk, staut sich dann aber hinter der Pampe und kann nicht mehr raus.

Bei neuem Fachwerk (Wintergarten) bitte unbedingt darauf achten, dass die Balken abgelagert und ausgetrocknet sind (kein Baumarkt-Holz). Sonst schrumpfen die nachdem sie eingebaut wurden und es entstehen wieder offene Fugen zwischen Holz und Holz, aber auch zwischen Holz und Gefachfüllung. Das Holz sollte eine Restfeuchte von ca. 20% haben.

Fenster lassen sich einfach und dicht einbauen, wenn man die Fachwerkbalken dem entsprechend ausfälzt. In den Falz setzt sich dann das Kompriband. So, dass man es von aussen (fast) nicht sieht.
Noch geschickter ist es, einen Stufenfalz zu fräsen. Gegen die erste Stufe stößt das Kompriband, wenn das Fenster dann sitzt, bildet der Fensterrahmen und die zweite Falzstufe eine Nut, in die eine Leiste eingeleimt (wieder nur einseitig!) werden kann, die das Kompriband vedeckt. So hat man den Fachwerkbalken als Außenleibung und spart eine Bekleidung, die von oben wieder abgedichtet werden muss.




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