Holzfenster anfertigen



Holzfenster anfertigen

Jetzt geht es bei uns an die Fenster. Alle alten Holzfenster werden entlackt und aufgearbeitet. Allerdings fehlen dank früherer Umbauarbeiten der Vorbesitzer zwei Fenster, die ich nun ergänzen will. Technisch ist die Aufgabe nicht übermäßig anspruchsvoll, da es sich um schlichte doppelflügelige Weichholzfenster mit Oberlicht handelt, die keine nennenswerten Verzierungen aufweisen.

Über den Bau bin ich mir grundlegend im Klaren, doch ein paar Fragen würde ich dennoch gerne stellen, um möglicherweise zu anderen Ansichten zu kommen:

1) Die Flügelprofile sind 30mm stark und aus einteiligen Leisten. Würde man (gutes Material vorausgesetzt) solche Flügelprofile heute auch noch aus einem Stück Fräsen oder macht es mehr Sinn, sie aus zwei oder drei Schichten zu verleimen, um einen Verzug zu minimieren? Wenn ich in 3 Schichten fertige, würde auch die konstruktionsbedingten Löcher an den Ecken entfallen, die durch das vorherige Fräsen der inneren Fase bedingt sind.

2) Die vorhandenen Rahmen haben außen ein paar wenige trapezförmige Leisten angenagelt, mit denen sie grob am Mauerwerk festgemörtelt und anschließend nur beigeputzt wurden. Eine weitere Abdichtung von außen gegen Regen oder Wind fehlt. Dichtet eine APU bei einer nicht maschinell ebenen Rahmenfläche noch ausreichend ab oder wäre eine Acrylfuge die zuverlässigere Alternative? Den verbleibenden Spalt zwischen Rahmen und Mauerwerk dachte ich zuvor mit Stopfhanf auszustopfen und auf der Innenseite ein diffusionsdichtes Band anzubringen.

3) Auch wenn die Flügel eine gut ausgearbeitete Wassernase haben, kommt es vor, dass sich Schlagregen an der Fensterunterkante reindrückt. Den glashart gesinterten Leimfarben unter den Fenstern nach zu urteilen dürfte dies kein Problem des Alters sein, sondern schon immer so gewesen sein. Sollte ich einzig auf die Profildichtung zählen, die ich an allen Fenstern nachträglich anbringen will oder gibt es hierfür eine spezielle Lösung?

4) Um die vorhandenen Rahmen aufzuarbeiten, muss ich sämtliche Beschläge entfernen. Die Einschlagkloben der Fensterbänder dürften folglich nicht mehr so gut halten, wenn ich sie später auf die gleiche Tiefe wieder einschlage. Sollte ich die Löcher mit Holzstreifen auffüllen oder gibt es hierfür eine einfachere Lösung?



Also,



fest verbaute Beschläge, dazu zählen die Fitschenbänder, verbleiben selbstverständlich am Fenster. Alles andere wäre grober Unfug.

Die dünnen Profile würde ich unbedingt aus dem Ganzen fertigen und auf gute Holzwahl achten. Dann verzieht sich auch nichts.

Grüße

Thomas



Bänder versetzen



Hallo Thomas,

danke. Gute Holzwahl sollte mir möglich sein.

Bei den Bändern bleibt mir in vielen Fällen gar nichts anderes übrig. Einige sind eh locker, zwei sind gebrochen und müssen geschweißt werden. Ursächlich war wohl, dass man nach dem Ausbau der beiden Fenster die noch guten Flügel an anderen Stellen eingesetzt hat, wo schlechtere Flügel waren. Dies geht aus den eingeschlagenen Nummern deutlich hervor.

Ich werde mir nochmal Gedanken machen. Aktuell scheint mir am sinnvollsten. die alten Löcher aufzufräsen und ordentlich dimensionierte Holzdübel einzusetzen. Alternativ könnte man geschraubte Kloben nehmen, doch optisch neue Beschläge entsprechen nicht ganz meinem Wunschbild.



Ob...



die Dübelstäbe dann besser aussehen? Das glaube ich nicht.

Was fest ist, sollte drin bleiben. Für Reparaturen im bewitterten Bereich ist ein 2K Klebeharz gut geeignet. Ich verwende Ponal Duo, es bleibt etwas elastisch, passt also gut zu Holz. Es klebt und füllt ohne zu schrumpfen. Darüberhinaus ist es mit Erdpigmenten gut zu färben. Es ist bohr-, hobel-, schleifbar und kann überstrichen werden.

Anderer Ansatz: Im Bereich der Fitschenstifte kann mit der Lamellofräse (Harzgallenflicken) ausgesetzt werden.

Grüße

Thomas



Harzgallenflicken



Auf die Idee mit den Harzgallenflicken bin ich noch gar nicht gekommen. Das ist auf jeden Fall optisch eleganter, als Dübel. Allerdings muss man hier die Verwendung von Dübeln nicht verteufeln: Das Haus wurde von einfachen und sparsamen Leuten gebaut. Das fängt bei wiederverwendeten Balken mit diversen Zapflöchern an und hört bei allerlei kuriosem Flickwerk von Materialien, die sich dadurch doch noch gebrauchen ließen, auf. Genau das macht aber auch den Charme aus.