Innendämmung

13.02.2014



Hallo,

was haltet ihr von folgender Konstruktion zur Dämmung einer 15cm Fachwerkwand.

Innen > Außen

12,5mm GK
15mm OSB Platte (optional) auf Unterkonstruktion
Feuchtevariable Dampfbremse
Holzfaserdämmung 60/80mm
Ausfachung (Ziegel, teilweise Porenbeton)
Kalkputz 15mm

Die Konstruktion ist mit dem Hersteller der Holzfaserdämmung und einem Fachmann für Holzbau abgestimmt.

Ich bin unschlüssig ob ich tatsächlich eine OSB Platte zusätzlich nehme, da ja die Austrocknung zur Raumseite behindert werden würde.

Der Idealfall wäre die Holzfaserdämmung mit Lehm zu verputzen, das möchte ich aber aus verschiedenen Gründen nicht (Kosten, Eigenleistung etc.) *schlagtmich*

Grüße
Christian



Innendämmung



Solche Innendämmungen funktionieren nur wenn die Dampfbremse wirklich luftdicht verlegt wurde und ein Feuchtezutritt von außen durch die Wand ausgeschlossen werden kann.
Rücktrocknung durch Diffusion halte ich bei diesem Aufbau für vernachlässigbar. Eher wird eingedrungende bzw. vorhandene Bauteilfeuchte innerhalb der Konstruktion vagabundieren, je nach Temperaturbedingungen.
Rücktrocknung durch Kapillarwirkung ist bei Holzfaserdämmung möglich, allerdings nicht ohne ausreichende Kontaktschicht zur Außenwand(z.B. Kleber).
Mir wäre der Aufbau zu heikel da gering fehlertolerant.



Südseite



Die Wand ist Südseite, Dachüberstand ist ebenfalls vorhanden - um massive Feuchtigkeit mache ich mir von außen keine großen Sorgen.

Die zusätzliche OSB-Platte wirkt ja ebenfalls als Dampfbremse, das wäre also ein zusätzlicher Schutz.

Laut Berechnung müsste alles passen. Die Alternative ist halt auf GK und Dampfbremse zu verzichten, die Holzfaserdämmung direkt zu verputzen. Oder hat jemand noch eine andere Idee?





"Der Idealfall wäre die Holzfaserdämmung mit Lehm zu verputzen, das möchte ich aber aus verschiedenen Gründen nicht (Kosten, Eigenleistung etc.) *schlagtmich*

Mit Lehm zu verputzen ist einfacher als gedacht. Das kann jeder, der gerne mit Matsch spielt (kein Vergleich zu Kalkzementputz, der gerne der Schwerkraft folgt). Einfach loslegen, gute Ergebnisse kommen nach kürzester Zeit. Und kostengünstiger als eine GK-OSB-Kombination ist Lehmputz vermutlich auch. Für Nicht-Selbermacher: Es gibt auch gute Lehmhandwerker.

Welcher Hersteller für Holzfaserdämmung empfiehlt denn so eine GK-OSB-Lösung? Oder kommt das vom Fachmann für Holzbau, der gerne OSB-Platten verkaufen will?
Schau dir mal die verschiedenen Hersteller-Infos genauer an (nicht nur die bunten Prospekte). Da gibt es sehr gute und ausführliche Hinweise zur Innendämmung.

Viel Erfolg
Gisela



Beputzbar



Die beputzbare Version einer 60/80mm Platte kostet über das doppelte der normalen Platten.

Und die beschriebene Konstruktion hatte ich 2 bekannten Firmen für Holzfaserplatten geschickt und diese haben gemeint, man könne dies so durchführen.

Nur nebenbei, von einem Fachwerk-Verein oder so ähnlich habe ich ein größeres PDF in dem genau dieser Wandaufbau beschrieben ist, außer das man die Dampfbremse zwischen 2 GK-Platten gepackt hat.



Firmen für Holzfaserplatten geschickt und diese haben gemeint...



Man kann das so machen. Wenn die Baueilanschlüsse dann auch wirklich luftdicht sind (und bleiben) und auch von außen kein Feuchteeintrag zu erwarten ist, wird es auch funktionieren. Ist aber, wie Georg schon sagte, heikel, da durch die OSB-Platten eben keine Rücktrockung möglich ist.

Hast Du mal OSB+GK+Dampfbremse+Unterkonstruktion gegengerechnet zur verputzbaren HF-Platte +Putz?



Innendämmung



Eine Bitte:
Können Sie mir diese Pdf- Datei von dem Fachwerkverein zumailen?



Konstruktion hatte ich 2 bekannten Firmen für Holzfaserplatten geschickt



Wer eine Ja-/Nein-Frage stellt hat gute Chancen ein "Ja" zu bekommen. Interessanter wäre es, verschiedene Fachfirmen nach dem "Wie" zu fragen, ohne einen Lösungsansatz zu präsentieren.

Mir persönlich würde es widerstreben, ein Fachwerkhaus mit Holzfaserdämmung in eine Plastetüte einzupacken und zu hoffen, dass wirklich jede Ecke dicht ist.

Nicht zu vergessen - die Feuchtigkeit, die von der Dampfbremse abgehalten wird, muß raus gelüftet werden. Ich wohne momentan noch in so einer Bude und muß es als Erfolgserlebnis werten, vier mal am Tag unter 60% Luftfeuchtigkeit zu kommen. Ich freue mich jedenfalls schon auf mein Haus mit Lehmputz!



Ok...



...die dauerhaftigkeit hat mich (fast) überzeugt.

Ich würde jetzt zu steico internal 60mm greifen und dann versuchen selbst zu verputzen. Wenn es nicht klappt kommt ihr vorbei :-)



Noch eine Frage...



...im Bestand gibt es noch einen Raum der vor 30 Jahren mit Sauerkrautplatten bestückt wurde, also von innen nach außen

Putz
4cm Sauerkrautplatte auf Holzkonstruktion
2-3cm Luft durch Holzkonstruktion
Fachwerkwand 15cm

Alles raus oder reicht neu beputzen? Es ist alles trocken, keine Fäulnis, nichts...