Holzfaserdämmung auf Fachwerk?

03.02.2016 Kiwi



Hallo, wir haben ein Fachwerkhaus und möchte die Aussen Wände von innen dämmen mit Holzfaserplatten. Frage ist, wie befestigt man die Platten an das Fachwerk? Kann man einfach die Platten aufrauen und mit Lehm als Leim brauchen, hält den das? Die Wände sind nicht so gerade, und die Fächer auch nicht so regelmässig von einander entfernt.

Meine vorgestellte Aufbau von innen nach aussen;
-Lehm oder Kalkverputz 15mm Max
-Holzfaserplatten 40-60mm
-Fachwerk 130 mm Dicke
-Aussenverputz 15 mm

Gruss
Moller



Dübeln



hatte ich in meinen Verarbeitungshinweisen und der Verkäufer fand das auch gut. Ansonsten klebt der Lehmkleber hervorragend auf der HWP Oberfläche. Anrauen ist sicher nicht erforderlich.

Es ist jedoch erforderlich die Wände mit einem (Lehm) Ausgleichsputz gerade zu machen. Auch der hält in der Regel hervorragend auf nicht zu glatten Untergründen. Freiliegende Balken so vorhanden mit Schilfrohr überbrücken. Je ebener die Fläche ist, desto schneller geht danach das Verlegen der Dämmplatten. Diese werden dann noch zweilagig mit Lehm verputzt, wobei in den Unterputz ein Armierungsgewebe eingearbeitet wird. Zwischen den Arbeitsschritten genügend Zeit für trocknen einplanen.

Die Dübel halten auch in den Gefachen. Bei mir war die Ausgleichsschicht so dick, dass ich überwiegend nicht in den Fachwerkbalken befestigen konnte.

Viel Spaß





Danke sehr Historia, Sehr einfach erklärt. Aber noch zum abklären, Was für ein Verhältnis hat Lehmkleber oder meinen sie spezifisch ein Produkt. Wir möchten mit Lehm von eine Grube in der Nähe arbeiten. Habe gesehen das manche Lehmkleber haben Cellulose als Zusatzstoff, das stört mich nicht.

Hauptsache, wir möchten so nachhaltig wie möglich.

Danke noch mals Historia
Kiwi



Ja ich kaufe die fertigen Mischungen



Ich muss zugeben mir ist es zu viel Zeitaufwand für meine wenigen Flächen (<100 qm) noch das Material selbst herzustellen. Ich habe im Internet ein paar Firmen gefunden und habe dann eine gewählt deren Produkte ich über den lokalen Händler beziehen konnte, der mir auch einige Tipps gegeben hat.

Tatsächlich ist in dem Lehmkleber manches merkwürdiges drin (Sand bis 1,0 mm, Ton und Lehm, Talkum, Perlite, Pflanzenfasern und Zellulose), wobei die Pflanzenfasern wohl eher mögliche Verunreinigungen sein könnten. Es hat mich auch gewundert wie man aus Lehm und Sand so ein klebriges Zeug herstellen kann. Talkum, Perlite und Zellulose erklärt dann schon einiges.

Wenn ich die Zeit und die Möglichkeit gehabt hätte, hätte ich auch gerne eine Wand ohne Dübel gemacht. Ich bin mir ziemlich sicher dass auch das halten würde. Mal sehen, der nächste Stock wird selber bewohnt, da kann ich das mal testen. Der Sand muss fein genug sein, damit der Kleber gleichmäßig auf den Platten verteilt werden kann.



Fachwerk-Innendämmung



Ein Foto von der Innenseite hilft weiter.
Woraus bestehen die Ausfachungen?
Wurden die gestrichen oder nur mit Lehm- oder Kalkmörtel verputzt?
Die Tragfähigkeit der Wandoberfläche müßtests du zuerst überprüfen

Bei deiner Lehmgrube kommt es auf den Tongehalt an-
der bestimmt die Klebkraft.

Andreas Teich



Schilfrohrgewebe



sollte möglichst über die gesamte Fläche als Putzträger aufgebracht und fachgerecht befestigt werden. So hat man die Gewissheit, eine gleichmäßige Basis für den Ausgleichsputz zu haben, noch dazu ist man schneller beim Verarbeiten.
Holzfaserplatten sollten auf jeden Fall mittels entsprechender Schrauben und Teller befestigt werden.
Auf die Holzfaserplatten bitte Gewebe in den Putz als Armierung einarbeiten.

Gruß

GFM