Holzdielen auf alte Dielen legen

24.04.2015



Hallo,

wir haben einen Altbau gekauft und wollen die alten Holzdielen (auf der Holzbalkendecke) mit neuen Holzdielen (21mm)überdecken. Das geht laut Statiker, am besten quer zur jetzigen Dielung verlegt. Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen was man beachten muss? Einige vorhandene Dielen knarzen auch...

Jetzt frage ich mich, ob man einen Trittschallschutz braucht und wenn ja welchen? Ich habe Rollkork gesehen, aber den gibt es in verschiedenen Stärken. Momentan ist das Haus ziemlich hellhörig.

Ich würd mich über Antworten sehr freuen, weil ich unsicher bin und gerade gefühlt hundert Entscheidungen rund ums Haus treffen muss.

Herzliche Grüße
Sophia



Dielenbodenverlegung



Wenn das Haus hellhörig ist würde ich den alten Boden herausnehmen und dann sehen was darunter ist.

Balken säubern, evt Nägel entfernen, abgebrochene einschlagen.

Nach Möglichkeit zwischen die Balken bis zur Oberkante Gewicht hineinbringen-
zB (vorher) geglühten Sand, wenn das vom Gewicht möglich ist.

zumindest den Hohlraum voll verfüllen , Zellulose oder einen anderen ähnlichen Dämmstoff mit Überhöhung einbringen oder auch zuerst eine schwere Holzfaserplatte und darauf lose Dämmung.

Dann die neuen Dielen verschrauben mit zB 3,5 x 50 mm Schrauben schräg über die Feder.

Andreas Teich



Da hat jemand...



...die Frage nicht gelesen :-(

Die "Hellhörigkeit" kann man natürlich per Forum nicht einschätzen. Sollte sie unakzeptabel sein, kommt Ihr um einen neuen Dielenboden mit Verbesserung des Unterbaues nicht herum. Dann freilich solltet Ihr die neuen Dielen nicht (wie bei AT)auf die Balken schrauben, sondern in Absprache mit dem Statiker (Scheibenwirkung?) eine schwimmende Dielenplatte ausbilden. Die Schallübertragung ist aber im EFH für viele kein Schwerpunkt, und Ihr wollt ja auch etwas sparsamer vorgehen.

Prüft bitte als erstes die Ebenheit des Dielenbodens. Differenzen über größere Distanzen sind in geringerem Maße akzeptabel. Ist es mehr, Vertiefungen mit faserarmiertem Spachtel nivellieren, einzelne Erhöhungen weghobeln. Gibt es viele Aufrundungen (Katzenbuckel), die gesamte Fläche mit grobem Korn auf der Parkettschleifmaschine diagonal überschleifen). Die alten Dielen sollten vollständig (also nicht nur die knarrenden) mit 2 Schrauben je Balkenauflager nachgeschraubt werden. Knarrt dann immer noch etwas, an dieser Stelle die Nut/ Feder Verbindung der alten Dielen mit Stichsäge oder besser FEIN - Schneider auftrennen.

Auf den so vorbereiteten Unterbau könnt Ihr massive Systemdielen quer zur Altdielung verschrauben. Für eine 22er Diele genügt eine 45mm Dielenschraube (z.B. von SPAX) verdeckt schräg in die Feder. Rollkork 2mm darunter ist sinnvoll, wenngleich die Entkopplung eher bescheiden ausfällt.

Habt Ihr mehr Aufbauhöhe (mindestens 25mm, besser 30mm) + 22mm Dielung, ist ein vollständig entkoppelter Aufbau mit Holzweichfaserplatten und zwischenliegenden Lagerhölzern möglich. Dazu bei Interesse gerne mehr.

Grüße

Thomas



Der Fussboden soll



in erster Linie nur neu sein, weil wir von dem Plan abgekommen sind, den alten Boden abzuschleifen. Alles, was das Abdecken der alten Dielen übersteigt, übersteigt leider auch unser Budget. Da wir in drei Monaten spätestens umziehen müssen, scheuen wir auch vor allem zurück, was bedeutet, die alten Dielen hochzuhebeln. :-)

Der Plan war es, neue günstige Dielen zu Verlegen und darunter 2 bis 4mm Kork zu legen. Nur aus dem Grund, weil es dann ja geht. Eine wirkliche Trittschalldämmung brauchen wir nicht zwingend, aber schön wäre sie ja trotzdem.

Ich muss wohl als nächstes die Wasserwaage benutzen, um herauszufinden, wie eben oder uneben die Böden sind.

Was bedeutet "schräg über die Feder"?

Danke!



Dielenschraube schräg in der Feder, auf Rollkork



Dielen haben eine Nut und eine Feder. Die Feder steht vor, durch das Zusammenschieben von Nut und Feder entsteht eine Steckverbindung.

Stärkeren Rollkork als 2mm würde ich hier nicht verwenden.

Grüße

Thomas



Boden legen



Hallo Sophia,
bei knappem Budget würde ich aber lieber den bestehenden Boden abschgleifen- außer sie sind ganz schlecht.

Abschleifen und neu Ölen dürfte in jedem Fall deutlich günstiger als ein neuer Boden mit Oberflächenbehandlung sein, zudem dabei wohl noch Türen gekützt und Zargen beigeschnitten werden müssen, abgesehen von evt. Absätzen bei Treppen und zu anderen Räumen.
Als Trittschalldämmung werden 2 mm Kork bei der Unzahl an schallübertragenden Schraubverbindungen keine deutliche Verbesserung bringen.

Die größte Verbesserung beim Trittschall werden aufgelegte Teppiche bringen- nur bräuchte man dann keinen neuen Boden legen.

Andreas Teich



Der Rollkork...



hat bei diesem Aufbau gar nicht die Funktion der Trittschalldämmung. Vielmehr dient er als Trennschicht, um das Reiben der neuen Dielung auf der Altdielung zu vermeiden. 1mm Rohfilzpappe tun es notfalls auch.

Grüße

Thomas



Boden abschleifen



wäre etwas günstiger, die lassen sich aber wohl eher nur noch ein Mal schleifen.
Ich möchte in Zukunft aber vielleicht nochmal aufarbeiten, dann geht es aber nicht mehr... Die Dielen werden ja immer dünner.

Und die Türen sind (weil früher ein dicker Teppich lag) so kurz, Hochwasserkurz quasi. :-)



Dielen auf Dielen



Hallo Sophia
Wenn dein Boden nicht zu starke Unebenheiten aufweist könntest du auch dünne- zB 15 mm- geschliffene OSB Platten schwimmend auf Rollenkork verlegen, Platten in den Fugen verleimen.
Das geht schnell und ist günstig.
Evt müssen die Platten nach der Verlegung noch kurz übergeschliffen werden.

In dem Fall ist zur Vermeidung von sich hochstellenden Fasern Wasserlack oder sonstiger dickerer Lack in mehreren Schichten günstiger als nur dünn ölen.

Zumindest hast du keine Löcher in den Dielen und eine bessere Trittschalldämmung.
Später kannst du die Dielen dann immer noch abschleifen.

Der Boden muß vorher nicht waagerecht sein- es dürfen nur nicht zu große Höhenunterschiede auf kurze Entfernung vorkommen.
Notfalls kannst du Korkstreifen oder Stücke unterlegen, falls doch einmal eine Unebenheit ausgeglichen werden muß.

Andreas Teich





Na hier wird ja mal wieder überhaupt nicht geholfen - wie immer.

Also wenn Ihr wirklich neue Dielen auf alte verlegen wollt, das ganze schnell gehen soll und nichts kosten (Dielen kosten aber schon ein bisschen was oder?), dann kann man gucken wo es knarrt und da wo die Balken drunter liegen, also da wo genagelt wurde, das knarren durch Schrauben beseitigen, denn Dielen knarren nicht am Holz sondern das ist das Geräusch des Metalls der Nägel, die sich im Holz bewegen, bzw das Holz, was sich senkt und hebt und so am Metall reibt.

Und wenn die dann verschraubt sind, kann man die neuen Dielen drüber legen (im 90° Winkel zu den schon liegenden).
Als Trittschalldämmung könnte man dann auch diese grüne Presspappe, die es im Baumarkt als Trittschalldämmung gibt, nehmen, die nimmt die hohen Geräusche von harten Sohlen weg, das Bollern von schweren Schritten hört man trotzdem.

Das Dielen 27mm Stark sind, ist Euch aber schon bewusst oder? Das heisst, alle Türen abschneiden und ggf auch Türzargen absägen.
Ich würde die Dielen nur Schleifen und ggf, wenn sie zu stark knarren, festschrauben, dabei die Schrauben gut versenken und dann mit dem Schleifmehl und Holzleim vermischt die Löcher zuspachteln, damit man die Schrauben nicht mehr sieht.



Nun,



wenn der Herr Klaus alles lesen würde, fände er eine konkrete Handlungsempfehlung für die Fragestellerin. Und müsste nicht alles wiederholen, was schon da steht. Und wenn er Erfahrung mit Fußböden hätte, dann wüsste er, daß auch Holz aneinander reiben und knarren kann.

Die "grüne Presspappe" nennen die großen Jungs Holzweichfaserplatte, und Dielen, die auf eine (ebene) Altdielung geschraubt werden, dürfen dünner als 27mm sein. Gängig ist da 20 / 22mm.

Grüße

Thomas





wie die grossen Jungs etwas nennen, ist mir sowas von egal, ich benutze das Zeug nicht.
Was ich sehe, ist, dass die Frage von vielen nicht richtig gelesen wurde



Dass



hier Holz-Weichfaserplatten gemeint sein sollen halte ich für ein Gerücht, ich tippe eher auf die üblichen zwei oder drei Millimeter starken Matten, die für Fertigparkett- und Laminatböden verkauft werden. Haben technisch weder mit Pappe noch mit Holz was zu tun sondern sind auf irgendeiner Schaumbasis.



Was...



...der Herr Klaus mit "diese grüne Presspappe" tatsächlich meint, weiß nur r selber, und ein mutmaßen darüber ist müßig. "Pappe" läßt aber weitaus eher auf die tatsächlich grünen HWPl der Baumärkte in ca. 5mm Stärke schließen.

Das ist letztlich aber egal, das grüne PE-Schaum-Zeuchs, das Du meinst, ist für die Verschraubung punktuell zu stark komprimierbar, was zur Geräuschentwicklung führen könnte; und eine 5mm HWPl ist hier sinnlos stark, an der Aufbauhöhe wird hier wohl eher gespart werden sollen.

Grüße

Thomas



Der neue Boden



ist ein günstiger B-Fichtebretterboden, für den Preis gibt es kaum Parkettboden. Deshalb überhaupt der Gedanke an das drüberlegen von neuen Holzdielen auf die alten.

Die neuen Holzdielen sind langfristig bestimmt die bessere Wahl, weil wir die auch in Zukunft wiederholt aufarbeiten können mit 21mm Dicke. Und wir uns den Schleifstaub sparen, weil die neuen Dielen schon ok geschliefen sind.

Als Nachteil habe ich jetzt rausgelesen, dass die alten Dielen dadurch Löcher bekommen, weil man ja drauf schraubt...

Die Trittschalldämmung ist nicht so wichtig.



Und wenn...



...Ihr die Dielen mit einem guten Naturöl behandelt und die richtigen Pflegemittel nehmt, müsst Ihr auch nicht so schnell schleifen...