Holzboden nach Fehlölung retten

19.06.2021 julienb

Holzboden nach Fehlölung retten

Hallo Allerseits,

Ich hätte gern die Meinung der Holzspezialisten unter Euch. Und zwar:

mein Holzboden (Kiefer) wurde mit Osmo Hartwachsöl Seidenmatt geölt. Leider besteht der Boden aus Alt- und Neudielen und der Tonkontrast zwischen beiden Bereichen ist nach dem Ölen extrem auffällig geworden. Das miserabel Ergebnis sieht ihr auf dem Bild.

Nun überlege ich ob bzw. wie ich die Situation noch retten kann. Was ich erreichen möchte:
- auf jeden Fall den Farbkontrast zwischen beiden Bereichen reduzieren, damit der Unterschied nicht so krass auffällt.
- und zusätlich, nach Möglichkeit, das ganze heller haben. Tatsächlich hatte ich nicht damit gerechnet, dass das Altholz durch Ölen dermassen angefeuert wird. Es ist mir zu dunkel geworden.

Die Lösungsansätze die ich überlegt habe:
- Neubereich wieder Abschleifen und ein gefärbtes Öl drauf auftragen, um näher an die Farbe des Altbereichs zu kommen. Das ganze wäre zwar nicht heller, aber immerhin homogener
- Oder den ganzen Boden grundlich wieder abschleifen, in der Hoffnung, eine neue Holzbehandlung durchführen zu können (z.B. weiss beizen, weiss lackieren, oder eine Öl auftragen, die das Holz nicht anfeuert - falls es das gibt).

Denkt ihr ein von diesen Ansätzen würde gehen? Wie tief müsste ich abschleifen, um was neues auf dem Holz auftragen zu können? Bis, dass das Holz wieder nakt und hell ist?

Viele Grüße,
Julien



2 Holzsorten?



Für mich sieht das nach 2 verschiedenen Holzsorten aus. Der alte Boden ist wahrscheinlich Kiefer (dunkles Kernholz). Die neuen Dielen sehen mir nach Fichte aus, kein deutliches Kernholz.
Unter diesen Umstanden ist eine Angleichung kaum möglich. Aber auch die Fichtendielen werden mit der Zeit nachdunkeln.



Ein bisschen Geduld?



die neuen Dielen sind gleichfalls Kiefer. Im Zuge des alterns durch UV werden diese gleichfalls dunkler. Es ist wohl nordische Kiefer und könnte etwas anders altern als die heimische daneben, aber sie werden sich im Ton annähern, und zwar recht schnell.

Von Farbspielereien rate ich ab, das wird nix.

Grüße

Thomas



Ein bisschen Geduld?



die neuen Dielen sind gleichfalls Kiefer. Im Zuge des alterns durch UV werden diese gleichfalls dunkler. Es ist wohl nordische Kiefer und könnte etwas anders altern als die heimische daneben, aber sie werden sich im Ton annähern, und zwar recht schnell.

Von Farbspielereien rate ich ab, das wird nix.

Das Öl mag ich zwar nicht, aber eine Fehlölung sieht anders aus.

Grüße

Thomas



Auf jeden Fall so lassen



Wir haben auch einige Dielen austauschen müssen und ähnlich starke Unterschiede gehabt. Lasst es einfach so, denn nach 2 Jahren ist fast kein Unterschied mehr erkennbar. Wenn Ihr jetzt die Töne angleicht, werdet Ihr Euch in einigen Jahren vermutlich maßlos darüber ärgern. Mal abgesehen davon, dass ein gefärbtes/getöntes Holz nie so aussehen wird, wie ein natürlich durch UV-Strahlung gedunkeltes Holz.

Viele Grüße
Tilman



niemals



werden die neuen Dielen so wie die alten....
das Osmo öl hemmt die vergilbung...wir benutzen das jeden tag und ich kenne die Eigenschaften dieses öls.
da hätte man vorher ein kleines Farbmuster machen sollen.
abschleifen und farbig ölen wird ein desaster.....wo reste des hartwachsöles drauf sind wird kein neues öl haften bleiben..und es wird furchtbar fleckig.

man hätte vorher die dielen mit Osmo Dekorwachs farbig behandeln und anschliessend mit Hartwachsöl matt drüberölen können.

jetzt wo das Kind in den Brunnen gefallen ist wirds schwierig.

gruß



Die Holzalterung...



...kann das verwendete Öl nicht aufhalten (dazu fehlen schlicht und ergreifend die erforderlichen Inhaltsstoffe), und es gilbt auch selbst unter Lichteinfluss.

Dekorwachs hat auf dem Fußboden nichts verloren.

Ein 100%iges Angleichen wird es freilich nicht geben. Jedoch werden auch die besten Farbanpassungen im Zuge der Holzalterung zunehmend unpassend erscheinen werden.

Wer das alles nicht ertragen kann, sollte deckend Streichen :-)

Grüße

Thomas



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das Hartwachsöl ansich vergilbt nicht so wie damalige Lacke



"...kann das verwendete Öl nicht aufhalten (dazu fehlen schlicht und ergreifend die erforderlichen Inhaltsstoffe), und es gilbt auch selbst unter Lichteinfluss...."

das vergilben des Holzes kann es freilich nicht verhindern...das ist klar...da fehlt der uv-protect.
aber im vergleich zu den früheren Lacken vergilbt es selbst fast nicht ...bzw deutlich weniger.


....."Dekorwachs hat auf dem Fußboden nichts verloren "

die Osmo anwendungstechnik gibt das Dekorwachs dünn gestrichen oder gewischt als leichte Farbangleichung auf rohem Holz unter 2 maligem Auftrag von Hartwachsöl frei....

gruß



Witschisch...



Der Troll namens "Firma Böhme" liegt grundhaft falsch: Alkalische Laugen vergrauen die Kiefer. Bleichend wirken sie auf Holz nicht. Es gibt weiß pigmentierte Laugen. Das Ergebnis auf kräftig rotem Kernholz ist wenig überzeugend, geht Richtung ferkelfarben / rosa...

Und, nein, Dekorwachse auf Fußböden unter Öl sind Unsinn. Auch wenn OSMO das unter HWÖ freigeben sollte, für die Anwendung auf einer Kommode sollte das ja vielleicht funktionieren. Nicht aber (dauerhaft) auf Fußböden. Wachse sind weitaus weniger wasserfest. Das Dekorwachs verhindert das Eindringen des Öles. Die schon erwähnten Farbveränderungen fallen nach Holzalterung optisch negativ auf. Und letztens, besonders auf weichen Böden wie eben Nadelholz hat man schon bald das Risiko von Laufstraßen, was den Einsatz jeglicher Pirmentöle/Wachse fraglich macht.

Die jetzigen Öle gilben ganz überwiegend kräftig nach. Das fällt nur durch die im Vergleich zu Lacken geringere Schichtstärke nicht so sehr ins Gewicht, weil die Transparenz viel besser erhalten bleibt.

Grüße

Thomas



Holzalterung


Holzalterung

Ich muss gestehen, dass ich mit dem Osmo-Produkt keine Erfahrungen habe. Wir wollten kein Öl mit Hartwachs und hatten uns für das Fußbodenöl von Steinmeyer-Naturfarben entschieden. Ich kann mir dennoch beim besten Willen nicht vorstellen, dass das Osmo-Öl so gute UV-Filter hat, dass das Holz dauerhaft hell bleibt. Im schlimmsten Fall wird das Nachdunkeln verzögert aber ganz bestimmt nicht aufgehalten. Wenn es solche Stoffe gäbe, müsste es auch Sonnencremes geben, mit denen man zeitlich unbegrenzt in die Sonne gehen könnte.

Das Bild zeigt ein paar Reparaturstellen. Am auffälligsten ist der angestückelte Streifen an der Diele in der Mitte vom Bild aber auch die beiden unteren Treppenstufenkanten waren sehr auffällig. Die Arbeiten liegen mittlerweile fast genau 3 Jahre zurück und von den Stellen ist kaum mehr etwas zu sehen. Wenn man es weiß, sieht man es aber es fällt nicht mehr auf. Von daher bleibe ich bei meinem Rat: Einfach Geduld haben oder wie Thomas riet: Deckend lackieren. ;)

Viele Grüße
Tilman



Vielen Dank...



für eure Rückmeldungen. Tatsächlich kann ich bestätigen, dass die neuen Dielen auch Kiefer sind. Ich habe auf der Rechnung geprüft. Möglicherweise eine andere sorte als die alten, aber immerhin Kiefer.

Interessant finde ich, dass bis letzter Woche die alten Dielen von einer dicken Schicht Ochsenblut bedecket waren. Sprich viel UV Licht haben sie in den letzten Jahrzenten nicht gesehen. Nach dem Abschleifen war tatsächlich der Unterschied zwichen alt und neu minimal. Erst mit dem Ölen ist es extrem geworden. Sprich, alte und neue Dielen haben da unterschiedlich reagiert.

Nachdem, was ich gelesen habe hätte ich nun die Wahl zwischen...
1/ abwarten, dass die neuen Dielen von alleine dunkler werden. Kann eventuell länger dauern
2/ Neue Dielen Weg, und durch unbehandelte ersetzen. (ca. 10 qm - ist noch überschaubar) Diese auf rohem Holz leicht färben (OSMO Dekorwachs oder Hartwachs-Öl farbig) und drauf noch einmal Harwachs-Öl auftragen

Ich hatte ehrlich gesagt ein bisschen die Hoffnung, dass ich durch ein gründliches erneutes Abschleifen des Gesamtbodens irgendwie die Zeit zurückdrehen könnte und den Stand vor dem Ölen wiederfinden würde. Ich hatte nämlich gelesen, dass es z.B. möglich sein sollte, einen geölten Boden zu lackieren (Abschleifen vorausgesetzt).

Viele Grüße,
Julien



Vor dem ölen


Vor dem ölen

Nach dem letzten Post von Thomas scheint das Färben nicht wirklich erfolgversprechend :)
Anbei ein Bild der Lage vor dem Ölen

Links die neuen, rechts die alten Dielen.
Ehrlich gesagt fand ich diese hellen Töne viel schöner.



Das Öl...



...färbt ja nicht. Es zeigt nur die natürliche Farbe des Holzes. Immerhin, nach 100 Jahren ist das Holz noch Holz - nur eben etwas kräftiger gefärbt. Wenn man das auch von uns sagen könnte...



3. Möglichkeit:



Wenn Dir die Farbunterscheidung wirklich unerträglich ist - die Geschmäcker sind nun 'mal verschieden - könntest Du die neue Dielung durch eine aufgearbeitete alte Kieferndielung ersetzen. Siehe historischer Baustoffhandel. Das ist der aufwändigste Weg, bietet aber das beste Ergebnis.

Ich persönlich würde das Ganze erstmal beobachten.

Grüße

Thomas