Großes Insekt zu identifizieren

17.07.2005



Bei unserem Nutzholz vor dem Haus konnten wir wochelang mehrere, große, schwarze Brummer beobachten, wie sie im Stapel verschwanden. Es machte den Eindruck, als wären es große Hummeln oder ähnlich, allerdings tiefschwarz.
Beim Spalten eines Holzes konnten wir dann weitentwickelte Larven entdecken, die in dicken Gängen, von "Deckeln" abgetrennt einer nach der anderen lagen.
Sie haben einen großen, fast dreieckigen Kopf, der nach unten in einem seltsamen, scheinbar aufklapparen "Rüssel" endet. Die Augen liegen an den Kopfaussenseiten, zwischen den Augen strecken sich die Fühler nach vorne weg. Die Beine sind dick und behaart.
Der Hinterleib ist recht umfangreich. Die ganze Form erinnert an eine Mischung zwischen Hummel und Hornisse.
Länge bis zu 1,7cm.
Die gebohrt/gefressen Gänge scheinen nur der Zucht des Nachwuchses zu dienen. Das Insekt scheint sich nicht primär vom Holz zu ernähren.

Was ist das nur für ein Insekt? Weiss jemand den Namen?

MfG Stefan Fürderer



Hierzu



wäre ein Foto sehr dienlich, damit Fachleute sich
dazu äußern können.



Fahndungsfoto



Hallo Stefan

Von dir hört man nichts mehr ?
Ohne eine Foto oder weiteres Material kann das Forum wirklich nicht mehr sagen.

Es könnte sich ja zum Beispiel um die auf der roten Liste stehende blaue Holzbiene (Xylocopa violacea)handeln (siehe Bild rechts)

Gruß

L. Parisek





Tut mir leid,

bin bisschen im Stress momentan. Habe 6 neue Mitarbeiter zu betreuen und 20 weitere Bewerber zu begutachten. Da ist es momentan halt etwas schwer schnell zu antworten.

JA, genau das ist es. Blaue Holzbiene also.
Rote Liste bedeutet?

Unser Nutzholz ist ja bereits zersägt, die Larven waren nicht fertigentwickelt, und keine "Holzbiene" mehr aufgetaucht seither bei uns in der Nähe.

Ist das ein Tier unserer Region, Schwarzwald, bzw. Grenze Rheintal?

MfG Stefan Fürderer



Seltener Besuch



Zitat aus natur-lexikon.com:
"....Die Holzbiene ist die größte heimische Bienenart. In Deutschland ist sie selten und nur in Wärmeinseln anzutreffen. Ihr eigentliches Verbreitungsgebiet liegt in Südeuropa. Aufgrund ihrer besonderen Ansprüche gilt die Holzbiene in Deutschland als gefährdet. Allerdings konnte sie sich nach dem Sommer 2003 wieder weiter in Deutschland ausbreiten. Ein großes Problem der Holzbiene ist der Wegfall geeigneter Lebensräume, da immer öfter tote Bäume dem Ordnungssinn des Menschen zum Opfer fallen....Die Holzbiene benötigt warme, sonnenbeschienene Biotope mit viel trockenem Altholz in denen sie ihre Brutröhren bauen können. Oftmals können sie in alten Streuobstwiesen gesehen werden. Schmetterlingsblütler, Korbblütler und Lippenblütler werden von ihnen bevorzugt besucht.

Bereits in den ersten warmen Märztagen können Holzbienen gesichtet werden. Hierbei handelt es sich um überwinterte Exemplare, welche sich bald paaren....
......Ihr Körperbau ist hummelartig, bei einer Länge von fast 3 cm. Körper und Flügel sind fast schwarz gefärbt. Bei bestimmtem Lichteinfall leuchten die Flügel intensiv blau. Die Behaarung ist kurz und schwarz, am Hinterleib fast nicht vorhanden. Die Fühlerspitze ist leicht geknickt. Die Männchen sehen ähnlich wie die Weibchen aus.

.... Die Holzbiene erscheint im Spätsommer und beide Geschlechter überwintern in geschützten Verstecken. Im Frühjahr kommt es zur Befruchtung und die Weibchen bauen die bis 30cm langen Nistgänge in totes, sonnenbeschienenes, nicht mehr ganz hartes Holz. Dabei werden die einzelnen (10-15 Stück) Brutzellen mit dünnen Scheidewänden versehen, welche aus Holzspänen und Speichel produziert werden. In den Brutzellen kommen als Nahrung ein großer Pollenklumpen zu dem Ei hinzu. Wenn der Gang nicht gerade an der Oberfläche liegt, müssen die jungen Bienen mit dem Ausflug warten, bis die über ihnen lebende Holzbiene ihre Brutzelle verlassen hat. Die Jungbienen verlassen nach nicht ganz 3 Monaten ihre Brutzellen....
....Die blaue Holzbiene ist keine soziale Art, sondern sie leben solitär (allein).

Holzbienen sind standorttreu und nisten meist in dem Holz, in dem sie selber geschlüpft sind. Im Laufe der Zeit wird das Holz so völlig durchbohrt.

Gegenüber Menschen sind sie nicht scheu und völlig harmlos. Sie können zwar stechen, tut dies aber nur in ärgster Gefahr.

In Amerika wird die Holzbiene meist als Schädling aufgefasst, das sie dort auch in Holzbauwerken ihre Gänge baut. Bei uns in Deutschland baut die Holzbiene nur in morschem Holz...."


Text und Bild rechts stammen vom begeisterten Naturforscher Matthias Zimmermann, Apotheker und Herausgeber der aufregend schönen Webseite "Natur-Lexikon.com"


Gruß

L. Parisek




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