Holzbalkendecke Verstärken

08.03.2016



Hallo,
Es ist das erste Mal, dass ich hier eine Frage stelle.
Und zwar haben wir uns vor ein paar Jahren, einem zum Teil ausgebauten Altbau gekauft. Das Erdgeschoss ist komplett Ausgebaut und nun wollten wir im Dachgeschoss angreifen, das als kleine Einleitung und nun zur Frage. Die Decke besteht aus einer Holzbalkendecke, die von unten mit Gipskarton verkleidet ist und die früher war zwischen den Balken Lehm und Holz, und von unten Holzbretter mit Stroh und Putz. Dieses wurde damals alles entfernt um die Holzbalken zu entlasten, von oben ist auf diesen Deckenbalken nichts verbaut, jedoch sollte im Dachgeschoss ein Aufbau mit Estrich (eventuell Anhydrit) und Fußbodenheizung erfolgen. Die Balken haben einen Querschnitt von 18cm/18cm und haben einen Abstand zueinander von 90cm. Die Spannweite beträgt praktisch 4.20m von der einen Außenwand zur Innenwand und 5.00m von der Innenwand zur anderen Außenwand, gemessen ist hierbei die Auflagermitte. Die Außenwände sind 36,5cm und die Innenwand 24 cm. Ich bin mir nun nicht sicher ob die Balken den geplanten Aufbau tragen würden und wenn ob die Durchbiegung auf dieser Länge nicht zu Groß wäre, gerade da unter schon ausgebaut ist. Meine Idee war nun diese, dass man neue Balken dazwischen zieht oder an die alten beidseitig anzulaschen und diese zu verbinden.
Danke für Ideen.
Mit freundlichen Grüßen



Holzbalkendecke



Die Decke ist als Wohnraumdecke so nicht geeignet, die Balken sind zu schwach bemessen.Ich empfehle Ihnen mittig in die Felder jeweils ein Profil 9/18 einzubauen oder in den Räumen darunter jeweils einen Unterzug zu setzen.



Holzbalken verstärken



Ein Bild der Decke wäre günstig.
Wie ist jetzt der komplette Deckenaufbau?
Soll die untere Verkleidung bleiben?
Wie ist die befestigt?
Befindet sich darüber noch irgendein Abschluß?

Da die Holzbalken wohl ohnehin ausgerichtet werden müssen ist es mMn arbeitssparender, wenn zur Verstärkung und gleichzeitiger Nivellierung seitlich an die bestehenden Balken Bohlen angeschraubt werden.

Anschließend Hohlraum dämmen je nach Schallschutzanforderung.
Auf die Balken dickere Rauhspunddielen (oder OSB-Platten) schrauben.
Dann 20-40 mm dicke Holzfaserplatten verlegen.
Darauf zB Creaton-Trockenestrich-Tonplatten (20mm)

Unter diese Platten könnte ggf die Fußbodenheizung verlegt werden.

Allerdings würde ich Holzdielen vorziehen, da die ohnehin fußwarm und angenehmer zu begehen sind.
Heizflächen besser an den Außenwänden, ggf Dachschrägen anordnen, da hier eher ein Kältegefühl entsteht.

Es hängt davon ab, wie der gesamte Dachausbau und die Dämmung erfolgen sollen.

Andreas Teich



Balkenverstärkung



Wie wollen Sie den Zuwachs am Widerstandsmoment rechnen und vor allem nachweisen, Herr Teich?
Ich gebe Ihnen eine Denkhilfe:
schubsichere Ankopplung.
Wenn Sie das nicht hinkriegen und nicht rechnerisch nachweisen dann ist die Decke statisch gesehen immer noch zu schwach.
Noch ein Hinweis zum praktischen Teil:
Was ist einfacher und geht schneller, jeweils einen Balken pro Feld zu Verlegen oder jeweils zwei Bohlen pro Feld und die auch noch kraftschlüssig mit den Bestandsbalken verbinden?

Sie sollten öfters mal an das Geld Ihrer Kunden denken wenn Sie denen mit solchen Ratschlägen kommen.



Balkendecke



Der Ausbau unten soll definitiv bleiben, dort ist alles neu. Die Unterkonstruktion besteht aus Dachlatten, diese sind an den Vorhandenen Balken (18/18) befestigt. Ich hatte auch die beiden Alternativen im Kopf, mit den Bohlen war die Idee, das ich diesen Querschnitt komplett von Außenwand zu Außenwand durchlegen kann, da man diese wohl vom Gewicht her dort hochbekommt. Bei der Ausführung wäre es dann auch ein Zweifeldträger womit sich ja dann auch das entstehende Feldmoment reduziert. Bei dem anderen Vorschlag wäre das wohl nicht möglich oder ich müsste diese am Momentennullpunkt beim längeren Feld verbinden. Im Dachgeschoss ist wie gesagt nichts verbaut, zwischen den Balken liegt Dämmwolle, die ja in beiden Fällen vorerst wieder heraus muss und im Anschluss wieder hineinkommt. Es soll oben auch ein Bad mit Badewanne eingebaut werden, wo die Balken wohl etwas stärker Dimensioniert werden müssten. Danke für die Antworten. Mit freundlichen Grüßen



Holzbalken verstärken



Fotos sind immer gut zur Beurteilung- dann läßt sich auch besser beurteilen was schneller/einfacher umzusetzen ist.
Transportmäßig haben dünnere Bohlen jedoch Vorteile.

Wie einfach die Stemmarbeiten für zusätzlich eingesetzte Balken sind läßt sich auch nicht ohne Kenntnis der Situation sagen.

Wenn du 950 cm lange Balken dorthin transportieren kannst ist das natürlich statisch günstiger als 2 kürzere.

10/20 Balken bei 100 cm Achsabstand wären gut ausreichend(Gewicht 86 kg).

Wenn du 2 St.5/20 cm seitlich an die vorhandenen anschraubst kann die Tragfähigkeit der alten Balken zusätzlich berücksichtigt werden (sofern schubfest verschraubt).
Günstig ist dabei die Verringerung der Spannweite um 12 cm für den Bodenbelag.

Bei möglichst dünnem Belag bleibt dann nur beides:
zusätzliche Balken im Zwischenfeld verlegen und Höhenausgleich durch seitlich an den vorhandenen Balken angeschraubten Bohlen.

Beim Ausstemmen der Auflagen kann es leicht zu Beschädigungen im Wohnraum kommen.

Wenn die Gipskarondecke mit Latten befestigt ist müßte dies bei der seitlichen Befestigung berücksichtigt werden.

Andreas Teich