Holzbalkendecke unter Berücksichtigung Scheibenwirkung, Dampfsperre und Trittschall

29.05.2014 Michael



Hallo liebe Community,
wir sind dabei, den Deckenaufbau unseres denkmalgeschützten 150 Jahre alten Hauses zu sanieren. Aufgrund der umfassenden Sanierungsmaßnahmen ist vom alten Deckenaufbau (Putz, Stroh als Putzträger, Fehlboden mit Schüttung, Dielen - direkt auf die Balken genagelt) nahezu nichts mehr da. Viele Balken mussten ersetzt oder angeschuht werden (siehe Foto).
Jetzt soll es an den neuen Wiederaufbau gehen und nach mehrstündiger Lektüre hier im Forum habe ich eine Vorstellung und trotzdem noch viele Fragen...
Ich denke mir den Aufbau so (von unten nach oben):
- Rigipsplatten (GK Brandschutzplatten für mehr Gewicht) auf gefederten Abhängern, darauf wenig Dämmung (wahrscheinlich 70mm Steinwolle)
- Fehlboden mit Rieselschutz und ordentlich Schüttung (wahrscheinlich Perlite o.ä.)
- Dielen (30mm) aufgeschraubt auf Lagerhölzern in der Schüttung schwimmend verlegt, auf den Balken ein kleiner Dämmstreifen zur Trittschallentkopplung
Ich darf vom Aufbau nicht viel höher kommen als jetzt, durch die Holztreppe und geringe Geschosshöhen.

Jetzt stellen sich mir folgende Fragen:
1. Benötige ich eine horizontale Scheibe zur Aussteifung oder erledigen die Balken mit ihren Zugankern in der Wand genug die aussteifende Funktion? Wenn ich die Scheibe brauche, könnte der Fehlboden (Stärke 22mm) verschraubt diese Wirkung erfüllen?
2. Benötige ich zwischen EG und OG, beide bewohnt, eine Dampfsperre? Im OG sind die Schlafräume, die auch mal kälter als die Räume im EG sind, wahrscheinlich aber nie unter -5 Grad... Bräuchte ich eine Dampfsperre wenn die Decke bspw. durch einen Linoliumboden in einem Raum im OG quasi diffusionsdicht wäre? (Die GK Platten sind auch nicht so diffusionsfreudig)
3. Wäre dem Trittschall so genüge getan (ich weiß, mehr geht immer)?

Vielen Dank für Eure Antworten.



Von...



der Deckenabhängung aus Gipskarton halte ich nichts, Heraklitplatten (z.B. 35mm) mit einem Putz sollten für besseren Brandschutz und auch für eine ruhigere Decke sorgen.

Den Fußboden würde ich anders aufbauen: Schüttungen halte ich für ärgerliche Notbehelfe.

Zunächst ein 28mm Blindboden aus Rauhspund, der nivelliert eingebaut wird. Darauf ein System von Holzweichfaserplatten und zwischenliegenden Lagerhölzern (z.B. Gutex Thermosafe NF) darauf die Dielen. Der Aufbau ist völlig entkoppelt und auch nicht dampfdicht, Mindestaufbauhöhe 40mm Gutex und 28mm Dielung. Mehr HWPL geht natürlich immer.

Schlafzimmer würde ich nicht mit -5 Grad planen. Auch Schlafzimmer sollten beheizbar sein und auch moderat beheizt werden. Sonst hat man den Taupunkt in der Matratze und den Schimmel an der Wand.

Grüße

Thomas



kleiner Zusatz



sehe ich genauso, aber auf eins möchte ich noch hinweisen. Die Balkenauflager sind Kältebrücken, deshalb waren die Köpfe auch so schlecht. Beim Schließen der Wände keinen Kontakt zum Balken herstellen. Ich gehe mal davon aus das auch eine Bitumenpappe untergelegt worden ist. Sonst brauch der Balken nach drei Seiten Luftraum von min. 1 cm. Nur von beiden Seiten einen Ziegel stumpf gegenstoßen lassen, Fixierung. Über die Verhinderung von Kondenzwasser muß man sich konstruktiv Gedanken machen.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt