Holzbalkendecke mit Schlacke wieder verputzen

20.11.2019 Herr BigLuke


Holzbalkendecke mit Schlacke wieder verputzen

Hallo zusammen, wir sanieren/ renovieren gerade ein Haus aus dem Jahr 1925. In einem kleinen Raum haben wir an der Decke den alten Lehmputz und die Schilfrohrmatten entfernt, da der Putz an vielen Stellen sehr locker war. Eigentlich soll jetzt eine Holz-UK und etwa 3 cm Dämmung dran und darunter Paneelen.

Auf dem Foto seht Ihr den Zustand der Decke - hätte ich dann im Raum nebenan noch einmal.

Allerdings bröselt die Schlackefüllung nun immer ein bisschen raus, sobald oben drüber auf dem Speicher (unbewohnt) jemand drüber läuft. Der alte Putz hatte wohl doch einiges an Halt gegeben.

Der Plan ist nun, die Decke einfach wieder zu verputzen. Da es nur 5 - 6m² sind, möchte ich das selbst erledigen, da mein Verputzer im Moment mehr als ausgelastet ist. Ich denke aber, das bekomme ich mit meinem handwerklichem Geschick hin.

Ich hätte wieder Schilfrohrmatten besorgt und dann dann die Decke mit Rotband oder vielleicht auch Lehmputz verputzt. Rotband klebt besser glaube ich, da werde ich nicht ganz so viel einsauen. Paneelen sollen dann trotzdem dran, von daher muss der Putz dann auch nicht akkurat sein. Wichtig ist, dass der Schlackebeton zu ist.

Alternativ könnte ich nur mit einem Zementputz die einzelnen Schlackefelder verputzen, damit diese einfach zu sind und nix mehr herunterrieselt. Da bräuchte ich keine Schilfmatten, müsste nur einen Vorspritz machen (oh Gott, über Kopf...)

Vielleicht könnt Ihr mir mit etwas Rat und Tat zu Seite stehen.



Wenns unbedingt Paneele sein muss



jetzt Rieselschutz untertackern, Sparschalung drauf und dann Paneele, warum erst nochmal putzen? Die dämmung lieber auf der kalten Seite auf dem Speicherboden.



Wie



Wie oder was hält eigentlich diese Füllung dort? Schlacke ist doch eigentlich eine Schüttung!?! Die kann man eigentlich dann ja nicht von unten betrachten, oder?



Oder Schlackebeton?



Würde es eher Schlackenbeton nennen. Ist schon sehr fest. An den Querbalken sind unten kleine Latten genagelt. Das Zeug ist jetzt 100 Jahre drin, einzig Schilfmatte und Putz waren darunter.

Vielleicht ist die Begrifflichkeit der Füllung auch falsch...

Wir werden 10 mm OSB-Platten nun direkt von unten an die Balken verschrauben. Dann haben wir a) unsere Rieselschutz und verleihen der Decke mehr Stabilität. Zudem können wir so mit Justierschrauben die Decke gleich gerade machen für die Lattung für die Paneelen.

Auf den Speicher darüber kommt ohne noch einmal eine kleine Lattung zum Bodenausgleich mit OSB-Platten als Blindboden. Dann ist dort auch der direkte Druck nicht mehr auf den einzelnen Feldern.



Schüttung



ups zeitgleich geschrieben: big luke erwähnt Schlackebeton, also wahrscheinlich eine gebundene Schüttung - vielleicht erklärt dies die wundersame Haftung der Füllung. Einfach zuputzen kann man dies trotzdem nicht.
OSB auf die Kaltseite zu montieren ist schadensträchtig, weil möglicherweise dann an den Plattenunterseiten Kondensat ausfallen könnte, welche im Ernstsfall weder nach unten noch nach oben abtrocknen kann.



Doch nur Rieselschutz?



Also doch am besten nur einen Rieselschutz (Vlies) antackern und Decke abhängen?

Edith meint dazu: Die Option "Füllung raus - was neues rein" scheidet aus ;-)



Deckenaufbau



statt Sparschalung wie in meinem ersten Beitrag kann auch OSB verwendet werden, aber eben nur an der Decke, nicht auf dem Dachboden. Sparschalung oder OSB hat den Zweck, die Füllung zu halten.



falsch gelesen



Ah, sorry, hatte den Beitrag darüber falsch gelesen.



Dachboden mit leichter dünner Schüttung



Noch einmal ich :-). Ich denke aber, es wäre kein Problem im Dachboden darüber den Boden mit Schalung und einer dünnen Schicht ( 3 cm) leichte Schüttung auszugleichen. Darauf OSB. Dann wäre der kalte Boden bis Oberkante OSB dicht und wir hätten das Problem mit evtl. Feuchtigkeit wg. warm/kalt nicht.



Bauteildiffusion



Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, ich habe den Eindruck, Du hast die Diffusions,-Kondensations- und Taupunktvorgänge noch nicht richtig erfaßt. Die Feuchte Luft, die evtl. von unten kommt ( und die Decke von unten luftdicht zu kriegen bzw. über lange Zeit zu halten sollte schwer werden) würde genau an der Unterseite der obigen OSB kondensieren. Da OSB relativ dampfdicht ist, kann sie nicht wegtrocknen. Dies würde nicht passieren, wenn Du Rauspund o.ä. als oberen Belag wählst, weil das Holz die Feuchte kapillar nach oben transportiert, wo es verdunsten kann. Gib doch mal deinen gewählten Aufbau bei u-wert.net ein, im Dach wirst du im Winter ja fast Außentemperatur haben, wenn es nicht gedämmt und vielleicht noch gut durchlüftet ist.



Danke



Danke für den Hinweis. Der Dachboden ist gedämmt, das Dach wurde komplett erneuert. Aufsparrendämmung plus Zwischensparrendämmung. Dennoch ist das mit dem Rauspund ein guter Hinweis - hab mich den einzelnen Materialien jetz mal ein bisschen mehr auseinander gesetzt