Holzbalkendecke in Naturkeller, so belassen, oder ?

01.01.2014 Nicole



Guten Tag Zusammen und gutes 2014!

Wir haben vor 1/2Jahr ein gut 100jähriges, verputztes Rieghaus gekauft, das in recht guten Zustand ist. Im Keller hat es einen Raum mit Naturboden, Erde und ein Lattenrost darüber. Die Wände sind, soweit sichtbar, aus einem Fundament mit rohen Steinen, darauf, zumindest innen, sind rote Backsteine. Das Ganze ist verputzt mit Kalkmörtel und gestrichen mit Kalkfarbe. Der Keller liegt zu zwei Dritteln im Boden, Nordwestlage, und hat ein Fenster auf Bodenniveau. Die alten Obsthurden habe ich raus genommen, sie waren nur wenig morsch. Der Keller soll Lagerkeller bleiben. Ich lasse nun etwas Mutterboden entfernen, schütte auf mit Split und lege oben Volltonbacksteine auf.
Frage eins: soll am Rand zu den Mauern nur eine Splitfug gemacht werden? Evtl mit länglichen Abflussgitter darauf, wie es für Badezimmer gebraucht wird? Die Steine des Fundamentes müssten sonst, wenn die Backsteine bis aussen gehen sollten, etwas gesägt werden, um die nötige Tiefe zu erreichen.
Frage zwei: es hat eine rohe Holzbalkendecke darin. Ortsüblich damals mit doppelten Schiebeboden und Schüttung aus Schlacke.
Das Holz der Balken sieht gut aus, fühlt sich trocken an. (abgesehen von einzelnen Holzwurmlöchern ). Was mache ich nun mit der Decke? So belassen, oder wird die feucht, wenn ich dort Lagerkeller haben möchte?
Oder evtl. Lattung/Konterlattung und Holzdielen, zu optischen Verbesserung ? Isolieren ja/nein?
Oder muss ich die Decke gegen Luftfeuchtigkeit irgendwie schützen?


Herzlichen Dank
Nicole



im gleichen Boot



Du hast nicht erwähnt was der Raum über diesem Keller werden soll. Das entscheidet ob man Isolation braucht oder nicht.

Ich bin selber auch gerade mit einem Naturkeller (1905) beschäftigt. In meinem Fall Bruchsteinwände mit Minimalfundament. Lehmboden mit etwas aufstauendem Sickerwasser (Haus am Hang). Ein Teil war unzugänglich, mit Erde aufgefüllt. Von dort hat es in den nächsten Raum einen Wasserhahn mit Schlauch für das Sickerwasser - sehr professionelle Lösung... Von mir liebevoll als "Schwarzes Loch" benannt. Am Schluss soll es ein Weinkeller werden.

Mein aktueller Plan:

- Naturboden wannenartig ausheben (Fundament in Ruhe lassen)
- Geovlies verlegen
- Sickerleitung(en) verlegen
- Mit Splitt oder Glasschotter nivellieren (zumindest rechnerisch gibt es mit dem Glasschotter weniger Kondensation aus der feuchten Kellerluft)
- Betonplatten 40x40x4 cm, wenn nötig exponierter Splitt am Rand.
- Decke soll isoliert werden (Glaswolle unten zwischen den Balken, Verkleidung mit Fermacell). Darüber kommt das Gästezimmer.
- Eventuell noch eine feuchtigkeitsgesteuerte Lüftung (http://www.schwille.de/lueftungsteuerung.html).

Kommentare ?

Tipps für deinen Fall:

- Sondiergrabung wegen aufstauendem Sickerwasser ?
- Was ist die Luftfeuchtigkeit / Temperatur im Keller ?
- Backsteine scheinen mir aufwendig, Betonplatten sind günstiger und schneller zu verlegen.
- Bei den Grabarbeiten wirkt ein kleiner elektrischer Schlaghammer (bei mir ein Bosch GSH 3 E) straferleichternd beim Auflockern des gestampften Lehms. Wenn der Boden nicht so arg ist reicht auch ein Kreuzpickel.
- Fundament in Ruhe lassen, Splittfuge reicht. Abflussgitter gibt dem Bewohner die Illusion dass er da Wasser reinkippen darf... Wein- oder andere Regale sollen ruhig etwas Abstand von der Wand haben.



Momentan...



funktioniert die Holzdecke ja wohl so.

Im Zuge einer Änderung der Nutzungs- und Lüftungsgewohnheiten könnte aber die Luftfeuchtigkeit steigen und damit die Konstruktion Schaden nehmen.

Grüße

Thomas



Die Holzdecke...



...ist wohl seit 100 Jahren so, der Zustand hat mich auch erstaunt, hatte Schlechteres erwartet. Über dem Keller ist ein normales Zimmer, die Wohnungen (Dreifam.haus) wurden im 1980 anscheinend relativ sinnvoll saniert. Die Böden sind teils Linoleum, teils Parkett, die Wände Glasfasertapeten (auf Span??), mineralisch gestrichen.

Die Luftfeuchtigkeit in diesem Keller beträgt um die 75-85% . Temp. Um die 7 Grad. Wann es draussen sehr kalt wird, gibt es am Fenster im Keller bei den Scheiben etwas Kondenswasser (dort nur Einfachverglasung).

Den Tip für den Boden mit dem Split und den Volltonbacksteinen, habe ich aus dem Buch "Naturkeller" von Lorenz-Ladener entnommen. Anscheinend ist offenporig gebrannter Ton (kein Klinker, der schliesst...) das Material, welches am besten regulierend ist betreffs Fechtigkeit. Bei uns in der CH ist das Material nicht so teuer, Arbeit kostet aber ein Vermögen....

Hanglage besteht nicht, Grundwasser auch nicht. Vom Haus weg geht es ganz sanft,lange,lange runter. Nach diversen Querstrassen schliesslich kommt die Aare (Fluss), wo alles reinfliessen kann.

Danke schon Mal für Eure Ideen ! Die Aussenfuge werde ich wohl in Ruhe lassen, schlafende Hunde nicht wecken...

Grüsse Nicole



Kellerboden



So ein regulierender, sprich feuchter Kellerboden macht Sinn wenn Sie den Raum als Weinkeller oder Lager für Obst und Kartoffeln verwenden wollen. Über die Verdunstung sichert man eine hohe Luftfeuchtigkeit und kühle Temperaturen da Verdunstung Wärmeenergie benötigt.
Bei einem normalen Abstellraum halte ich ein paar cm Betonestrich, darauf Betonfarbe oder einen billigen, losen PVC- Belag statt der Backsteine für sinnvoller.
Das sorgt dafür das sich die Gleichgewichtsfeuchte der Decke auf einem niedrigeren Niveau halten wird als bei Ihrer verdunstungsoffenen Variante.
Falls es zu einer energetischen Sanierung der Räume oben kommt (Einfachfenster!) dann muss auch die Kellerdecke mit in Betracht gezogen werden.



Bilder dazu



Hallo Zusammen und Danke für die Tips

Ich wollte eigentlich einen Lagerkeller für Gemüse etc. machen, da es einen grossen Garten hat. Auch für Gärfässer etc. sollte es einen standfesten Boden haben. Dies aber nur, wenn das Haus nicht schaden nimmt.
Ich habe nun Bilder gemacht.
Wie müsste ich für einen Gemüse/Obstlagerkeller ( feucht) die Decke schützen, damit sicher nichts passieren kann ? Oder ist es besser, das ganze Projekt zu vergessen ?

Herzliche Grüsse

Nicole



Bild 2



Bild Nordwand mit alter Hurde.-