Holzbalkendecke

09.10.2016



Guten Abend,

habe ein kleines Entscheidungsproblem bzgl. des Dämmstoffes und hoffe auf Unterstützung von den Fachleuten hier.

Es handelt sich um eine belüftete Holzbalkendecke (Balkentiefe 210mm) zum beheizten Obergerschoß(s. Bild).

Der Originalafbau ist wie folgt (von unten nach oben):
Rigipsplatte auf Kreuzlattung
Dampfsperre
8 mm Holzpappe
80er Mineralwolle im 210 Gefach
130 mm Luftebene
Rauspund
Fußbodenbelag


Nun möchte ich den Aufbau wieder so wie im Originalzustand Aufbauen nur statt der 80er MW 140er flexible Holzfaser Dammmatten verwenden sodass noch eine Luftschicht zum Rauspund von 70 mm bleibt. Meine Frage ist ob die 70 mm ausreichend sind und ob Holzfaser im Hinterlüfteten Bereich ohne Probleme Eingestetzt werden kann. Oder ob ich wieder statt der 80er MW 140er MW nehmen soll. Wo liegt der Vor- bzw. Nachteil.

Ich denke, das eine Vollsparrendämmung bei dem alten Aufbau und der unzähligen Luftspalte/Löcher nach draußen nicht realisierbar ist.


Gruß
Andy



Habe ein Verständnisproblem



wieso ist die Holzbalkendecke zum beheizten OG belüftet und woher kommt die Luft und wo geht sie hin?



Hallo Pope,



ich habe noch eine Skizze hochgeladen hoffe damit wird es verständlicher.

Die Balken gehen bis nach draußen und bilden den Dachüberstand dieser ist belüftet. Die Luftebene geht horizontal quer durch das ganze Haus durch.



Unfug



zwischen 2 warmen Geschossen eine Unterlüftung nach außen ist Quatsch. Da wird ja der Fußboden im Dachraum gekühlt ( im Sommer vielleicht sinnvoll, aber nicht im Winter- Kondensatebene und Kältebrücke). Wer hat den Aufbau empfohlen?Die Lüftungsöffnungen luftdicht verschließen, ausdämmen und die Dampfbremse vom OG über vor der Fußpfette an die Dampfbremse des Dachraumes (wie ist der gedämmt?)anschließen. Auf Winddichtigkeit der Dämmebene von außen achten, aber trotzdem die Diffusion von innen nach außen gewährleisten z.B. mit einer Unterspannbahn vom Dachdecker. Dachkasten (falls vorhanden) vorher ausdämmen bzw. die Außendämmung der Außenwand bis an die Dachschalung bzw. Hinterlüftung der Dacheindeckung ( wie ist die gelöst?) hochziehen.



Bei dem Aufbau,



handelt es sich um eine Fertighausbauweiße von der Firma Nordhaus. Mit den Momentanen Aufbau bin ich auch nicht zufrieden, leider weiß ich nicht wie ich die Folie zur Fußpfette führen soll. Leider ist es nicht so einfach wie in der Skizze dargestellt. Ich habe versucht eine neue Skizze zu erstellen die die Realität etwas genauer abbildet. Die Dachsparren sind anders als in der ersten Skizze dargestellt, weit vor der Fußpfette.

Meine Idee war von unten einen Streifen OSB an die Deckenbalken mit einer Dichtschnur draunzuschrauben und später beim Dachdämmen die Folie entlang der Balken und an der OSB zu befestigen. Somit hätte ich eine Verbindung der Folien vom Obergeschoß und der darunterliegenden Decke und hätte die Luftebene sicher unterbunden. Allerdings Stoße ich im Bereich von Seitenwänden auf Probleme, bei dehnen ich keine vernünftige Lösung sehe wie ich den Luftraum sicher unterbinden kann.Dafür müsste die OSB zwischen die Seitenwände hindurchgeschoben werden.



Noch ein Foto



von OG, hinter dem Kniestock.



Erläuterungen



zu den Bildern



Fertighaus oder Selbstbauhaus



es wird immer unverständlicher. Unter einem Fertighaus stelle ich mir ein fertiges Haus vor, was übergeben wird. Das Haus sollte eine Baumusterprüfung haben, die auch der EnEv gerecht wird, da kann es keine belüfteten Ebenen zwischen 2 warmen Geschossen geben. Irgendetwas stimmt da nicht, ich komme auch mit den Zeichnungen und den Fotos nicht weiter. Wie wird denn das Dach gedämmt? Zwischensparren oder Aufsparren.Das Bauvorhaben muss doch von irgendjemandem begleitet werden? Bei einem Fertigteilhaus sollte doch die Frage des Dämmstoffes nicht dem Bauherrn obliegen. Fragen über Fragen.



Es handelt sich



um ein Fertighaus aus den 70igern und damals war ENEV noch kein Thema.

Das Dach ist noch im Originalzustand d.h wie auf den Bildern zu sehen, ist im Gefach alukaschierte MW. Sobald die finanziellen Mittel es zulassen soll das Dach auch mal gemacht werden.

Eigentlich sollte nur die Rigips Beplankung der Decke neu gemacht werden, bis dan die teils schwarz gefärbte MW zum vorschein kamm. Die Dampfsperre war an die Bauteilanschlüsse nicht angeschlossen, Risse usw. Nun sieht es halt so wie auf den Bildern aus. Ich hatte hier Handwerker, die haben mir Lösungen vorgeschlagen, bei dehnen ich nicht viel Ahnung haben muss um sagen zu können das es in die Hose geht. Habe gehofft hier Unterstützung und eine Lösung die funktioniert zu finden.

Meine Idee war halt das ganze wieder mit Hinterlüftung auszuführen. Sollte Wasserdampf durch die Bremse/Sperre hindurchkommen so kann dieser ja Problemlos abtrocknen, schließlich hat es ja sogar mit massiv beschädigter Dampfbremse fast 40zig Jahre funktioniert.



Fehlende Info



ok, dass hatte ich nicht geschnallt, dass es ein Bestandsbau ist. Wenn die Dampfbremse ordentlich angeschlossen ist, sollte es funktionieren. Holzfaserdämmstoffe sind sogar besser, weil kapillaraktiv. Du musst Dir bloß was gegen das Eindringen von Mäusen einfallen lassen, Du siehst, ohne Kenntnis der Lage vor Ort kommt es schnell zu Fehleinschätzungen. Wohnst Du schon lange im Bau? Ich stelle mir vor, dass der Fußboden im DG durch die Unterlüftung nicht besonders warm ist. Ich verstehe die Unterlüftung trotzdem nicht, naja.



Haben



das Haus bereits schon ein paar Jahre und ja besonders warm ist der Fußboden im OG im Winter nicht.
Versuchen halt nach und nach das Haus Sanieren zu lassen. Allerdings glauben wir mittlerweile das es ein Fass ohne Boden ist und möchten deshalb uns am besten so gut es geht vorher beraten um Schäden auszuschließen.

Zuletzt wurde die Außenfassade neu gemacht mit flexibler Gefachdämmung einer Diffusiensoffenen Werkstoffplatte als Beplankung und einer Weichholzfaser-Putzträgerplatte.
Wir hatten damals ein Angebot für die Fassaden Sanierung mit OSB und Riemchen außen vorliegen und sehr gute Unterstützung hier im Forum und die Bedenken zur Atmungsfähigkeit der OSB erhalten, so das wir noch Rechtzeitig uns für eine andere Diffusionsoffene Lösung entscheiden konnten.

Ich habe halt gehofft auch diesmal gute Unterstützung zu bekommen. Evtl. findet sich hier ja noch der ein oder andere Fertighaus Spezialist der die Probleme von alten Fertighäusern kennt.



Deckenaufbau



Was für ein Durcheinander.
So richtig blicke ich immer noch nicht bei Ihren Informationen durch, eines ist aber klar:
Die bescheuerte Deckenbelüftung zwischen zwei warmen Geschossen muß weg.
Dann sollte der völlig verwurstelte Deckenaufbau vereinfacht werden.
Von unten nach oben:
Gipskarton
Traglattung
Direktabhänger oder Hutprofile,
Sonoroc oder Miwo- Dämmkeile in die Balkenfelder geklemmt,
Rieselschutzfolie auf der Dielenlage oben,
Trockenestrichelemente mit aufkaschierter Holzfaserdämmung als Trittschallschutz,
Belag.



Holzbalkendecke



Einen guten Morgen,

zwischen die Balken kann man auch Hanfstopfwolle einbringen,
passt sich den Balken an. Bei Dämmkeilen besteht die Gefahr das mit der Zeit an den Balken Wärmebrücken entstehen.

Dämmwolle oder Dämmschüttung passt sich den Unebenheiten und der Bewegung an.

Beste Grüße

Waldemar Eider



Luftungsebene



Guten Morgen,

erst Mal vielen Dank für die Antworten!

Das mit der Lüftungsebene ist ja genau mein Problem, Leider kann man aus meiner Sicht die noch fehlende Dampfbremse im OG (weil MW alukaschiert) nicht an die Fußpfette führen um die Luftzirkulation zu unterbinden. Weil diese ca. 20-30 cm hinter den Dachsparren sich befindet (s. Skizze 2).

Außerdem müsste ja dan das Dach gleich mitgemacht werden und alle Verkleidungen im OG entfernt werden um die Folie entlang der Dachsparren und Decke Im EG untereinander zu verkleben.

Gibt es da nicht eine Lösung zuerst alle Decken von unten und später irgendwann das Dach mit dem Bodenaufbau im OG zu machen? Kann man den Luftraum auch nur von unten unterbilden z.B durch Ausmauern bzw. verkleiden mit OSB?



Alles ohne Luft



Die einfachste Lösung aus meiner Sicht, ohne jetzt alle Beiträge durchgearbeitet zu haben und aus der Sicht des Deckenfotos urteilend bzw. folgernd, gebe ich folgende Lösung vor:
Baupapier (pro clima DB+) vollflächig und gut an alle Bauteilanbindungen verklebt (TESCON-Band)
Darauf eine Stützlatte 35x55 mm
dann mit einem Einblasdämmstoff (Zellulose oder Holzfaser) einblasen und Einblasöffnungen gut verkleben
dann Hutprofil montieren und mit Fermacell beplanken.
Fermacell mit den dazugehörigen PU-Kleber verkleben.
Fertig!



Schalldämmung



An Waldemar Eider:
Die Dämmkeile sind als Luftschalldämmung gedacht; Dämmkeile deshalb weil sie die Unterhangdecke nicht belasten. Wärmedämmung ist innerhalb der warmen Gebäudehülle nebensächlich.