Holzbalkendecke

02.02.2020 Herbert40



Hallo mal ins Forum,
Ich habe da gerade eine Holzbalken Decke die sehr skuriel aufgebaut ist.
Zwischen den Decken Balken sind Stroh Wickel mit Lehm und von unten verputzt. Aufgefüllt bis Oberkante Decken Balken mit Lehm. Darauf, ich würde sagen ein Kalk Mörtel ca 5cm. Das war wohl der originale Aufbau. Jetzt hat man da noch ca 13cm Estrich drauf gebracht.
Meine Frage zu den alten Boden aufbau. Kann der so überhaupt belastet werden?
Die Stroh Wickel gehen doch bei ständiger Belastung kaput? Der estrich kommt jetzt runter. Wird es ausreichen jetzt nur zu egalisieren oder muss ich Dielen verlegen.
Ich danke für jede Info.
Gruß Herbert



Überlastete Holzbalkendecke



Der Estrich könnte freitragend von Balken zu Balken hergestellt worden sein.
Genauere Angaben zu Balkendimension, lichtem Abstand und Länge fehlen noch.

Wie wurde früherer Dachboden genutzt?
Ist es ein Wohn- oder Bauernhaus?



Ganz schön schwer,



ich nehme mal an es handelt sich um Zementestrich auf Trennlage, hat ein Gewicht von ca. 2000kg /m³ entsprechend ca. 240kg/m² bei Dicke 12cm , mit Dämmung drunter wirds leichter, könnte aber immer noch deutlich zu schwer sein. Genormte Verkehrslasten gab es vor 2oo Jahren noch nicht, man hat eher nach den Nutzungsvorstellungen des Bauherrn oder dessen Geldbeutel, die Belastbarkeit der Decken/Böden geplant, bzw. gebaut. Ein Faustwert lag so bei ca. 150 bis 300kg / m² Belastbarkeit meist um die 200kg/m². in einfachen Häusern .
Der historische Teil des Bodenaufbau, den sie beschreiben, ist ein "Windelboden". Verschiedene Konstruktionsweisen dieser Decke waren in unterschiedlichsten Abwandelungen Standard bei Holzbalkendecken bis Mitte des letzten Jahrhunderts und m.e. ziemlich stabil. Auf den Lehmverstrich war, wie auch bei ihnen, oft ein Gips- oder Kalkestrich von 3 bis 7cm Dicke aufgebracht, der alle paar Jahrzehnte erneuert wurde wenn er gebrochen war und man es sich leisten konnte oder er blieb über Jahrhunderte drauf. So skuril ist der Aufbau also nicht und vor allem erhaltenswert.
Unter" Lesestoff" finden sie im Archiv von Georg Böttcher Teil 3 Infos zu alten Deckenaufbauten. Es lohnt sich sehr zu lesen.
Sie könnten den Aufbau original nachbilden oder ebensogut mit Dielen oder Trockenestrich weiter aufbauen.. Den Bodenausgleich machen sie am besten mit Lehmverstrich, der auch einen Verbund mit dem Untergrund eingeht. keine zementäre Ausgleichsmasse, Nach vollständiger Durchtrocknung , die je nach Jahreszeit und Dicke auch einige Monate dauern kann, kommt eine Trennlage oder Rieselschutz drauf und es geht weiter mit einer lastverteilende Schicht (Dielen Trockenestrich , o.ä.) Sie können die Lagerhölzer für die Dielen auch direkt in den Lehmverstirch einlassen, sofern die Lehmwickel unangetastet bleiben und die Traghölzer mind. auch auf den Deckenbalken liegen.
Ein Lehmboden als Oberbelag dürfte heutigen Ansprüchen nicht mehr entsprechen.

Gruß
Det



Belastung



Ich danke erstmal für die schnelle Antwort.
Das Gewicht hatte mir auch ein bißchen Sorge bereitet aber wie ich hörte ist der Beton wohl Anfang 1970 drauf gekommen. Naja Haus steht noch :-). Das der Estrich runter kommt ist klar. Ich war mir nur unsicher wegen des darunter liegenden Aufbaus. Kenne das nur so das die Strohwickel nicht direkt belastet werden. Sprich Dielen auf die Decken Balken und Abstand zu den wickeln.
Meine Idee ist jetzt Estrich und auch Kalk Gips Gemisch raus. Schüttung zum Ausgleich und dann trockenestrich. Ich brauche unbedingt noch Deckenhöhe. Deshalb so wenig wie möglich aufbauen.
Gruß Herbert



Mindestaufbauhöhe bei Schüttung beachten



Hallo,

ich hatte ihrern Eingang so verstanden, das sie einen "ganzen" Windelboden haben, d.h. die Lehmwickel auf den Deckenbalken liegen, Beim halben Windelboden, bzw. als Einschub kommt es auf den Einzelfall an, ob und wie dieser belastet werden darf.
Ich würde hier eher ein anderes Vorgehen wählen. Wenn die Oberseite der Deckenbalken verfügbar ist, könnte man hier Keile oder Latten nur zum Bodenausgleich auflegen/schrauben, darauf dann 18-28mm Rauhspund. Den Rauhspund könnten sie mit 10 bis 20mm Dämmung (HWF, Hanf, MiWo ) und Trockenestrich belegen. Macht eine Aufbauhöhe von mind 50mm über den Deckenbalken.
Lose Schüttung benötigt auch mind. 30mm verdichtet an Höhe, zzgl. Trockenestrich.
Gebundene geht schon je nach Hersteller ab 10mm, Es fehlt ihnen in beiden Fällen eine lastverteilende Schicht, mit der Folge einer Belastung des Einschubs/der Lehmwickel.



Holzbalkendecke sanieren



Zuerst müßte festgelegt werden welche Anforderungen die Decke erfüllen muß-
also Brandschutz, Wärmedämmung, Hitzeschutz, Schallschutz etc.

Nachdemn die Estrichschicht -VORSICHTIG- entfernt wurde müßte wohl als Mindestsanierung bei niedrigstem Deckenaufbau das Niveau durch entsprechend geschnitte Auflagehölzer etc hergestellt werden.
Darauf Holzdielen schrauben würde im Prinzip genügen.

Eventuell verbleibenden Hohlraum unter den Dielen mit Zellulose, weichen Holzfaserdämmplatten oder Hanf etc auffüllen, um Trommeleffekte beim Begehen zu vermeiden.

Alternativ Rauhspund aufschrauben, Holzfaserdämmplatten auflegen
und zB Creaton- Trockenestrichziegel schwimmend in Nut und feder verkleben, wenn ein mineralischer Boden gewünscht wird (jeder andere Belag kann auch darauf verlegt werden).
Trockenestriche gibts auch als selbsttragende Variante.
Um die Belastbarkeit ermitteln zu können werden Balkendimension, lichte Abstände und lichte Länge benötigt



Deckenaufbau



So erst einmal noch ein paar Daten. Die Deckenbalken haben sind 20x20 (ecken noch teilweise rund aus ganzen Baum geschnitten) soweit ich bis jetzt sehen konnte. Lichte Maß zwischen den Balken 0,90m Lichte Maß der Balken max 4m. Daran auf ca 1/3 von oben seitlich 6X6 Kanthölzer auf den die Wickel liegen.
Dann bis Oberkante Deckenbalken mit Lehm aufgefüllt.
Um die Tragkraft oder Belastung mach ich mir nicht so die Sorgen. Da die Decke schon seit 50 Jahre mit der zusätzlichen Belastung des Estrichs gehalten hat, werde ich damit nun im nach hinein auch keine Probleme mehr bekommen.
Nun zu der Belastung der Strohwickel. Denn lag ich mit meiner Vermutung ja wohl doch nicht ganz daneben.
Ich werde es dann wohl doch so machen wie Det es sagte. Leisten zum Ausgleich auf die Balten und dann anstelle des Rauhspund werd ich wohl OSB nehmen. Darunter den Hohlraum mit Steico Flex füllen.
So habe ich ein fertigen Boden und einen geringen Aufbau. Die Last liegt dann nicht mehr auf die Strohwickel.
Oder Spricht etwas da gegen.
Gruß Herbert



zwischen welchen Räumen



befindet sich denn die Decke überhaupt ? Gedämmt oder ungedämmt, beheizt oder unbeheizt? Danach richtet sich nämlich der Bodenbelag, der drauf soll.



Holzbalkendecke



Also die Decken bzw. Der Fußboden ist zwischen UG und OG die nächste zwischen OG und DG. Die Räume werden dann alles Wohnräume werden also mit Heizung. Dämmung werde ich noch von unten zwischen den Balken einbringen.
Gruß Herbert