Holzbalkendecke/Boden mit Lehmschüttung nivellieren

08.09.2015 Fachwerker



Hallo Forum
es gibt Antworten die meinem Problem nicht fern sind aber für mich nicht den Durchbruch bringen.
Wie das in alten Fachwerkhäusern ist ca. 100 Jahre, so ist haben sich die Balken bewegt oder hängen etwas durch. Darauf jetzt eine Dielenboden zu Verlegen ist für mich nicht so einfach.
Die Balken sind ca. 5 m lang und liegen ca.60-70cm auseinander. breit sind sie unterschiedlich ca. 16-20 cm. Über die Länge ist jeder unterschiedlich im Lot und im Querverlauf auch unterschiedlich hoch.

Auf einem Balken habe ich Latten aufgeschraubt die ich so schräg zu gesägt habe, daß die Längsachse auch mit dünnen Holzspänen jetzt im Wasser ist. Das wäre ein Fixpunkt von dem aus weiter zu arbeiten wäre.

Die Problematik ist, die Latten so zu zu sägen daß ich den schiefen Längsverlauf und auch den Höhenunterschied Quer nivellieren kann.

Kennt jemand eine einfachere Methode dies zu lösen.

Auf die ebenen Balken möchte ich eine Verbretterung und darauf, entweder direkt oder auf Latten einen Dielenboden verlegen.

Das alles muß natürlich ökologisch sein weshalb Span oder OSB-Platten ausscheiden.
Auch Estrich möchte ich nicht verwenden.
Vielleicht weiß man hier Rat oder jemand kennt einen Fachmann im Odenwald.

Ich hoffe, daß ich mich klar ausgedrückt habe.
viele Grüße
Klaus



Deckenaufbau



1. Rauhspund aufschrauben (ohne Höhenausgleich)
2. Rieselschutz verbauen (Unterspannbahn)
3. Gebundene Schüttung zur Nivellierung einbauen
4. Holzfaserplatten verlegen, Traglattung in die obere Lage einbetten
5. Dielung
Problem: Bei diesem Aufbau gibt es einen Höhenzuwachs von ca. 80 mm und mehr über Oberkante Balken.



Balkendecke ausrichten



Zuerst mit Rotationslaser, Nivelliergerät, Richtlatte und Wasserwaage, Schlauchwaage oä (ggf ausleihen) den höchsten Punkt finden
bzw gleich alle unterschiedlichen Höhen ermitteln und
in eine Skizze eintragen (etwa alle 2 m genügt-
(für die Punkte dazwischen genügt eine 2 m Wasserwaage oder ein gerades Brett)
Von dieser höchsten Höhe ausgehend 4/6 oder 4/8 cm Hölzer auf die gesäuberten Balken legen und etwa alle 2 m (oder alle 3 m wenn du eine 3 m Richtlatte hast) mit Justierschrauben auf die Balken schrauben.

Dann die Latten mit den Justierschrauben auf die benötigte Höhe bringen und hier tragfähig unterfüttern (mit Keilen, Holzbrettchen, Sperrholzresten).

Dann die dazwischenliegenden Bereiche im Abstand von ca 30-40 cm unterfüttern (jetzt genügt es, die Höhe mit langer Wasserwaage zwischen den Justierschrauben zu prüfen)
Die Unterfütterungen gegen Verschieben festkleben (Baukleber, Parkettkleber oder sonstwie sichern- diese stabilen Kleber genügen auch zur Unterfütterungen von kleinen Differenzen.

So bist du wenigstens nur 4 cm höher als der höchste Punkt der Balkenlage und mit den Justierschrauben ist genaues Ausrichten möglich.

Zur Verhinderung eines Resonanzraumes den Lattenzwischenraum bis zur Oberkante mit Dämmstoff (Matten, Schüttung, Zellulose etc) auffüllen.
Ggf mit Papier, Folie etc abdecken um die Dielenfugen frei zu halten.

Andreas Teich



Deckenaufbau



Wenn mindestens eine Lattung 4 cm stark und eine Diele über dem höchsten Punkt liegen sind das nicht 4 sondern ca. 7 cm und mehr Höhenzuwachs und nicht 4 cm.



Fußbodenausgleich



Hallo Klaus,
die Bemerkung ist natürlich korrekt,
wobei ich hoffe, dass du es so verstanden hat wie beschrieben,
nämlich jeweils von Oberkante Unterkonstruktion an gerechnet, die die Basis für den jeweiligen Bodenbelag bildet- dessen Stärke ja noch nicht festliegt.

Wenn eine Stelle deutlich höher ist könnte in diesem Bereich die Latte entsprechend dünner geschnitten werden, um Höhe zu sparen.
Wenn du sicher bist, dass die Tragfähigkeit der Schüttung entsprechend hoch ist könntest du auch notfalls zB eine Lehmschüttung direkt auf die vorhandene Decke aufbringen zur Höhennivellierung.

Andreas Teich





Guten Morgen liebe Helfer,
gute Vorschläge habe ich bekommen, vor allem der mit den Nivellirungsschrauben. Das kannte ich bis dahin noch nicht obwohl solche Schrauben auf meiner Baustelle herum liegen. Der erste Balken ist damit im Wasser. Es ist aber trotzdem doch nicht so einfach, sicher auch weil mir die Erfahrung fehlt.

Ich habe an der höchsten Stelle begonnen, dann an der tiefsten die erste Nni-schraube gesetzt und dann festgestellt, daß die Meter Dachlatte durch hängt. Jetzt habe ich an den tiefsten Punkte weiter Schrauben geschraubt. Irgendwie hing die Latte zwar nicht mehr durch aber auf die 3 Meter war sie wieder aus dem Wasser.

Zusammengefasst, ich habe gut über 2 Std. für diese Latte gebraucht.
Vielleicht wisst Ihr ja noch einen Rat.

Das mit der Höhe spielt keine Rolle ich habe da genug Platz.
Zunächst mal vielen Dank
Klaus



Boden nivellieren mit Justierschrauben



Wichtig sind gerade Latten- am besten KVH, getrocknet und gehobelt und einzeln auf Verdrehung/Verzug kontrollieren.
Bei dünnen Latten kann es besser sein, die Abstände der Justierschrauben zu verringern, zB auf ca 150 cm.
Wenn mit Justierschrauben gearbeitet werden soll, dann die betreffende Latte auf den Deckenbalken legen, alle Justierschrauben voll eindrehen sodaß die Latte direkt auf dem Balken sitzt und dann zur Nivellierung die Latte mit den Justierschrauben soweit nötig nach und nach hochdrehen.

Seitliche Verdrehungen können dann ggf mit Keilen oder dünnen Brettstückchen ausgeglichen werden.
Keile nur mit geringer Steigung schneiden, da sie sonst leichter ausweichen.
Die Keile können in Lattenrichtung oder quer dazu verlegt werden-
nach Fertigstellung der Nivellierung aber entweder mit Schraube/Klammer durch die Latte oder durch Kleben befestigen.
Dann sollte es einigermaßen zügig gehen- wobei genaues nivellieren immer aufwendig ist.
Statt Justierschrauben zu verwenden funktioniert es auch einigermaßen und billiger (aber nicht gleich gut), normale stabile Schrauben so zu verschrauben, daß der Kopf mind 5-10 mm tiefer im Holz sitzt.
Dann verankert er sich ähnlich wie Justierschrauben im Holz,
sodaß er die Latte beim Hochdrehen mitzieht.

Andreas Teich



Dachlatten....



....sind keine vernünftige Lösung für nivellierende Ausgleiche auf tragende Holzböden.
Mind. 6 x 8 mm KVH oder eben seitlich anzubringende Ausgleichslösungen.

Z.B. die von Hufer Holztechnik.
http://daemmraum.de/