Holzbalkendecke ausgleichen

28.02.2015 Marcus



Hallo Leute,
Ich habe eine frage bezüglich dem Ausgleich einer kompletten Holzbalkendecke.
Die Deckenbalken sind 140X160, Lichte 90cm.
Ich habe vor den Fehlboden und die deckenschalung, einfach alles zu entfernen.
Die Decke ist um 12cm auszugleichen, deshalb fällt oberhalb Trockenschüttung raus und unterhalb müsste ich ebenso abhängen, beides sehr kostenintensiv und auch nicht das gelbe vom ei.
Meine idee ist nun seitlich bohlen anzuschrauben. Diese thema wurde hier ja schon öfters besprochen. ich finde jedoch keine antwort ob das auch für meinen fall passt, da ich unten ja quasi gleich mit ausgleiche über die gesamte balkenstärke.
wenn ich jetzt z.b. 240mm bohlen anlasche und ausrichte habe ich ja teilweise einen Überstand zum Balken gesehen von min 120mm.
da kommen wir zur eigentlichen frage.
ist die Konstruktion mit einer 40mm x 240mm Bohle stabil genug bzw. ist das unüblich gleich decke und Fußboden in einem arbeitsgang auszugleichen?
Oben soll dann osb verlegt werden 28mm. unten cd profile ran und gipskarton.
in den neuen fehlboden soll 100mm Zellulose einblasdämmung.

Lg Marcus



Boden ausgleichen



Grundsätzlich machbar- dasselbe hatte ich schon einmal beim Sparrenhöhenausgleich vorgeschlagen.

Vorteil ist zum Einen Boden und Decke in einem Arbeitsgang auszugleichen, zum Anderen die Verstärkung der Deckenbalken, die so auch für stärkere Belastung geeignet wären.
Die vorhandene Dimension kommt mir bei dem Achsabstand etwas gering vor- außer bei einer geringen Spannweite.
Wie war bisher die Nutzung des Bodens?

Allerdings würde ich 6 x 24 cm Balken - KVH -nehmen.
4 cm breite Bohlen verwinden sich zu stark und geben auch keine gute Befestigung für den Boden.
Dafür wären massive Holzdielen wesentlich besser geeignet, die dann gleich einen fertigen Belag darstellen können.
Bei einer günstigen Qualität auch nicht so viel teurer als OSB und tragfähiger bei gleicher Stärke.
Als Anhaltswert:
Balkenabstand geteilt durch 25 ergibt die benötigte Brettstärke bei üblicher Wohnraumbelastung.

Zellulose würde ich in voller Höhe des Hohlraumes einblasen, da dabei kein Resonanzraum (Dröhneffekt) verbleiben und die Dämmung, auch Schall- und Hitzeschutz, stark verbessert würden.

Statt Metallprofile würde ich 40x60 mm Latten verwenden oder eine Sparschalung und unter die neuen Deckenbalken eine Dampfbremse Verlegen auch zur Abtrennung der Zellulose, falls diese nicht ohnehin sinnvoll ist falls sich darüber ein ungeheizter Raum befindet.

Andreas Teich



Deckenaufbau



Ohne Fehlboden können Sie keine Füllung einbringen; die untere Deckenbekleidung, egal aus was, darf nicht mit der Füllung belastet werden.



Statt...



...die überdimensionierte Variante von Herrn Teich (2x 6cm KVH an 14cm Balken schrauben) kommen Sie weitaus besser, wenn Sie die alten Balken am Mauerauflager neu ausrichten oder eine neue Balkenlage aus KVH einbauen. Geht schneller, wird besser und kostet nicht wesentlich mehr als die "Dranschraube - Lösung". Und: In keinem Falle Einschub vergessen!

@ AT

"Balkenabstand geteilt durch 25 ergibt die benötigte Brettstärke bei üblicher Wohnraumbelastung."

Das ist ungebräuchlich dick. Wer verlegt schon bei 100cm Balkenabstand (Achsmaß?) 40mm dicke Dielen?

Grüße

Thomas



Decke ausrichten



Hallo Heidi,
Du meintest wohl, wie ich auch, die Kanthölzer nur einseitig anzuschrauben?
Wenn du unterseitig eine Sparschalung montierst könnte meiner Meinung nach, um den Kosten- und Zeitaufwand zu reduzieren, auf einen zusätzlichen Einschub verzichtet werden.

Die Zellulose würde mit einem gleichmäßig verteilten Gesamtgewicht von
maximal 8 kg die Schalung belasten.
Eine zweite Lage 12,5 mm Gipskartonplatten würde dagegen schon 10 kg wiegen.
ZB armiertes Dampfbremspapier würde ich schon zur Abdichtung für die Zellulose unter den Deckenbalken befestigen.

Wie lang sind die Deckenbalken und welche Nutzung ist für den oberen Raum vorgesehen?
Ist er gedämmt?
Andreas Teich



Fußböden...



...sind offenbar nicht Ihr Ding, Herr Teich. Wenn Sie empfehlen, auf einen Einschub zu verzichten, empfehlen Sie ganz klar Murks. Falls Sie 'mal was bauen sollten, machen Sie das hoffentlich selbst anders.

Bei einem einseitigen "Balkenaufdoppeln" ist aber ein Einschub nicht realisierbar.

Davon abgesehen: Der von Ihnen vorgeschlagene FB Aufbau ist sehr leicht, damit sind Schwingungen vorauszusehen, die sich z.B. in Sachen Schallübertragung negativ auswirken werden. Die GK Platten werden dröhnen, auch ohne Hohlraum. Und die eh steife GK - Beplankung wird noch riss- bzw. fugenanfälliger, als es dieses mindergeeignete Material eh schon ist.

Grüße

Thomas



Fußboden ausrichten



Eine einfache statische, fachliche, technische Begründung für die Notwendigkeit einer Einschubdecke würde Heidi und Anderen weiterhelfen.

Und auch warum damit unbedingt der zusätzliche Kosten- und Arbeitsaufwand erbracht werden muß?

Und warum könnte bei einseitiger Aufdopplung keine Einschubdecke montiert werden, sofern diese überhaupt nötig ist?

Andreas Teich



Herr Teich,



falls Sie nicht vom Fach sein sollten (Ihr letztes Posting legt diese Vermutung nahe):

Bei einem einseitigem Anschrauben von nivellierenden Bohlen wird man aufgrund des Gefälles der Altbalken keine Möglichkeit finden, die Tragleisten des Einschubes zu platzieren. Oder diese kommen so weit hoch, daß der Einschub sinnlos wird.

@ Marcus

Soweit die Balken leicht zu tauschen sein sollten, ist das die bessere Möglichkeit. Je nach Spannweite gibt es die passenden Maße in Fachhandel, die schneiden auch auf Maß.

Ist der Austausch der Altbalken kompliziert, dann würde ich diese beidseitig mit 40 x 240mm - Bohlen, wie von Dir angedacht, aufdoppeln. Das Kostet weniger, als 1x KVH 60 x 240mm. Gleichzeitig erreichst Du Folgendes:
-Deine alten Balken werden nicht einseitig und drehend, sondern rein senkrecht belastet
-Du hast oben wie unten nivellierte Ebenen
-Du hast durchgehende Seitenflächen, an denen (bündig Unterkante) Dachlatten befestigt werden können, auf denen ein Einschub liegt.
-der zu berücksichtigende Balkenabstand wird geringer. Eine 25er OSB ist hier schon sehr komfortabel.

Dieser Einschub sollte Last bekommen, damit die Decke nicht so stark schwingt. Wie das konkret aufgebaut wird, steht schon oft im Forum, nicht nur von mir. Wenn Du unbedingt Zellulose willst, könntest Du (auf einem Rieselschutz) eine Lage Gehwegplatten oder Ziegelsteine auslegen, und dann den Rest vollpusten lassen. Ich nehme lieber Blähton.

Auch wenn Du nur für Dich selbst baust, sollten bewährte Bauformen wie eben der Einschub, nicht ignoriert werden.

Unter dem Einschub könnte eine 40er Mineralwollplatte den Hohlraum füllen. Die Wärmedämmung zwischen zwei beheizten Etagen ist unwichtig, aber Du füllst damit einen Resonanzraum.

Was soll als obere Nutzschicht kommen? Eine 27er raumlange Diele wäre die einfachste, aber auch eine schöne Lösung.

Grüße

Thomas



Boden ausrichten



Hallo Heidi/Markus

Du solltest noch mitteilen, ob zusätzliche Schallschutzmaßnahmen zur Dämmung mit Zellulose gewünscht werden.

Wenn für notwendig erachtet, ließe sich bei 12 cm Abweichung von der waagerechten auch bei einseitigem Anschrauben von Bohlen eine Einschubdecke realisieren.

Mineralwolle würde ich persönlich nicht verwenden, besser eine schwere
poröse Holzfaserplatte, die auch über sehr gute Schalldämmwerte verfügt.

Auch als Material wesentlich ökologischer und bei evt eindringender Luftfeuchtigkeit unproblematisch, da sorptionsfähig und kapillaraktiv.

Die Montage der neuen Kanthölzer wird sehr erleichtert wenn du quer zur Balkenrichtung unter den Balkenauflagerseiten jeweils einen Balken waagerecht ausrichtest und auf diesen die neuen Balken auflegst.

Du könntest da natürlich auch Pfosten unterstellen und die Konstruktion dauerhaft lassen wenn das in die Räume paßt.
Als KVH würde ein Meter ca 5,-€ netto je lfm kosten ( bei 350,-€/m3)
dafür sind die gerade, trocken, durch Trocknung schädlingsfrei und wegen großer Länge gibt's weniger Verschnitt
Die jeweils sinnvolle Konstruktion ergibt sich aber aus deinen Anforderungen und nicht zuletzt dem Budget...
Andreas Teich



Auf die Gefahr hin,



daß es 'mal konkret werden könnte:

"Wenn für notwendig erachtet, ließe sich bei 12 cm Abweichung von der waagerechten auch bei einseitigem Anschrauben von Bohlen eine Einschubdecke realisieren."

Wie denn? Wenn Sie's nicht zeichnen können, vertonen Sie den Aufbauvorschlag vielleicht und stellen ihn bei youtube ein?

Miwo an der vorgeschlagenen Stelle ist zwisch zwei beheizten Etagen völlig unproblematisch, zudem billig und leicht. Immerhin liegt die ja wohl UNTER dem Einschub, direkt auf der Decke. Da würde ich, trotzdem ich eine HWPl fast überall vorziehe, doch an dieser Stelle zur MiWo greifen.

Grüße

Thomas



Balkendecke ausrichten



Das soll ja kein Zwiegespräch zwischen 'Profi' Thomas und vermeintlich absolutem ' Laien' mir, ergeben.

Für eine sinnvolle Beratung müßte sich Markus mal zu Wort melden und mitteilen, welche Anforderungen und Voraussetzungen bestehen
( Raum darüber und darunter: beheizt/ unbeheizt, Brandschutz, Schallschutz, vorgesehene Nutzung, Budget etc???)

24 cm minus 12 cm Unebenheit ergibt 12 cm bei minimal 4 cm Anschraubfläche darunter bei 16 cm hohem Balken (16 minus 12=4) minus 18 mm Einschubdicke ergibt 100 mm Höhe für die Auffüllung mit Schalldämmmaterial oder auch Zellulose ???
Das erfordert nur Beherrschung der Grundrechenarten...

Allerdings ist die Variante mit kompletter Zellulosefüllung deutlich einfacher und von den Dämmwerten her wesentlich besser.
Andreas Teich



Das haben ...



...Sie fein gerechnet, und Sie kommen zum einem ähnlichen Ergebnis wie ich vorher auch. Freilich würde ich einen Einschub aus 24mm starkem Material (Rauhspund oder OSB25) ausführen, was die Füllhöhe um unwesentliche 5mm verringert. Es bleiben aber, da die 24er Bohle gar nicht ausreicht, wenn bei einem 16cm hohen Balken vom höchsten Punkt der Oberseite zum tiefsten Punkt der Unterseite bei 12cm Gefälle nivelliert wird (28cm) - exakt 16cm Hohlraum (eine komplette Balkenhöhe) unter dem Einschub. Das ist keine auch nur annähernd zufriedenstellende Lösung.

Und deshalb halte ich eine einseitige Beplankung der Balken für falsch.

Grüße

Thomas



Balkenstärke



Sorry ich hatte leider keine Möglichkeit ins Netz zu kommen, deshalb etwas verspätet meine Antwort.
Die balken stärke habe ich im dielenbereich gemessen, weil sie dort nur gestrichen und als Sichtvariante ausgeführt sind.
Ich habe aber heute noch drüber geguckt in den anderen räumen um die es geht. die haben dort Balken eine breite von 16cm, die stärke ist mir noch nicht bekannt weil ich erst den einschub ein bisschen weiter öffnen muss. (ich vermute mind. 20cm)
Daher ein kleiner Irrglaube von mir, sorry.
zum Aufbau, ich wollte eigentlich von oben nach unten.
- Fermacell Estrichelement
- Eps Systemplatte fußbodenheizung
- Osb 25mm
- Luftschicht ca. 50mm
- Einschub mit 100mm Einblasdämmung
- Luftschicht (die sich aus der gewählten Bohlenstärke ergibt)
- Osb 12 oder 15mm
- Schalung Cd profile oder Lattung (Installationebene)
- 12,5mm Rigips

Ich hätte nicht gedacht das sich mit diesem Aufbau doch so ein Resonanzkörper ergibt weil die Zellulose ja mit einer guten Schalldämmung angepriesen wird.

zur Nutzung, Die räume werden 2 Kinderzimmer(Spannweite 4m) und ein Flur(Spannweite 1,20m) sein im Dg, unterhalb ein Schlafzimmer, Wohnzimmer und Flur.

Ein Austausch der Balken kommt für mich eigentlich nicht in Frage.
Das Aufwand sollte ein gutes Ergebnis bringen und preislich passen.
Alles so zu lassen und oberhalb zu schütten käme ca. 55€/m2, unterhalb die decke abhängen ca. 45€/m2. Also ca. 100€/m2. Die frage ist jetzt ob das anlaschen besser, günstiger und massiver(Schwingungen).

Ich freue mich auf eure antworten.

Lg Marcus



Also noch mehr Antworten...



fallen mir hierzu nicht mehr ein.

Viel Spaß denn

Thomas



Boden ausgleichen



Wie lang sind die Balken?
Ist sonst im Haus eine Fußbodenheizung oder wie kommst du darauf ?
Handelt es sich bei den oberen Räumen um einen Dachboden?

Reichen 24 cm breite Bohlen für den gleichzeitigen unteren und oberen Ausgleich ?
Wie groß ist die Gesamtfläche und

wie bist du auf deinen genannten Aufbau gekommen ?

Andreas Teich