Holzbalkendecke Aufbau

04.02.2021 Mo


Hallo in die Runde,

ich bin auf der Suche nach einer guten Lösung für den Neuaufbau bei einer Holzbalkendecke.
Im Bestand sind zwei Varianten vorhanden: ( von unten nach oben)

Kalk bzw Zementputz mit Strohmatten als Putzträger
Rausspund Bretter von unten an die Balken genagelt von oben mit Lehm bestrichen
Balken
Kein Fehlboden, Zwischenraum mit Tannennadeln gefüllt
Oben drauf Schlossdielen.

Zweite Variante

Kalk bzw Zementputz mit Strohmatten als Putzträger
Rausspund Bretter von unten an die Balken genagelt von oben mit Lehm bestrichen
Balken
Fehlboden mit Lehm bestrichen und einer Mischung aus Stroh, Lehm, Sand und Tannennadeln gefüllt.
Oben drauf Schloßsdielen

Mein geplanter Aufbau von unten:
Putzträgermatten und Putz entfernen.
Angehängte Decke mit zwei Lagen Gipskarton
Dazwischen Matten aus Mineralwolle

Jetzt bin ich bei der Frage angekommen wie im Obergeschoss der Fußboden neu aufgebaut wird. Die Dielen sind leider Fertig und wären nur in ein oder zwei Zimmern eventuell noch zu gebrauchen.
Auch soll Fußbodenheizung mit eingebaut werden und jetzt kommt die Schwierigkeit die Raumhöhe beträgt im OG nur 2,35m zzg der Dielen die 3cm dick sind. Der Balkenabstand liegt zwischen 60cm bis 1,10m.

Meine Idee:
Entfernen der Tannennadelschüttung
Erneuern bzw reparieren der Lehmschicht.
Einbau eines Fehlboden und auffüllen mit mineralischer Schüttung (welche kann empfohlen werden?)
Darauf Hanfwolle um den Hohlraum zu schließen.
Auf die Wolle 12mm OSB Platten lose drauf legen.Auf die OSB Platten fertige Fußbodenheizungsplatten legen ( von Nordic, XPS350, schon Mal verlegt und gute Erfahrung, alternative?)
Die Balken in der Höhe ausgleichen mit seitlich angeschraubten Balken/Brettern.
Oben drauf 30mm OSB Platten schwimmend verlegt und miteinander verleimt.
Zum Schluss mit langen Schrauben die 12mm OSb inkl der Fußbodenheizungsplatten von oben mit den 30mm OSB Platten verschrauben, so dass die Fußbodenheizung bzw 12mm OSB Platten praktisch in der Luft hängen.
Als Dämmstreifen zwischen Balken und der 30mm OSB Lage hatte ich auch wieder an Hanffasern gedacht, weil es die fertig zu kaufen gibt.

Ist der Ansatz praktikabel ? Oder gibt alternative/bessere Ideen/Vorschläge/Anmerkungen?

Grüße Jan



Hängende Fußbodenheizung



die Konstruktion klingt abenteuerlich, ich würde sie so nicht bauen.
Gibt es andere Heizungsoptionen, z.B. Wandheizung? Wie sind die Umfassungswände in dem Geschoß ausgebildet? Ich könnte mir vorstellen, dass mit einem flachen FBH-System ( Variotherm), welches nur zwischen die Balken gebaut wird, eine Lösung möglich wird. Die Zuleitungen könnten jeweils im Sockelbereich der Wände geführt werden. Was für ein Belag ist denn geplant?



Hm...



1.
Sicher ist Ihnen nicht entgangen, dass der Fußbodenheizungssystemhersteller stets einen tragfähigen Untergrund voraussetzt und für Aufbauten auf Holzuntergrund fordert:

"Die Nordic Fußbodenheizungsplatten werden mit einem Montagekleber fest verklebt und mit 25 Schrauben pro Platte verschraubt."

Das wäre mit einer 12er OSB natürlich nicht der Fall (die 30er sitzt ja drüber, nicht wie gefordert drunter) und ob es sich bei der Mengenangabe nicht um einen Schreibfehler handelt, wäre noch zu klären.

2.
Bei Ihrem "Umkehrsystem" (FB hängt unter Tragschicht) fehlt naturgemäß eine press sitzende Verbindung der FB-Heizung mit dem Untergrund. Das Nordic-System bringt mit einer hauchdünnen Alufolie auch keine Wärmeleitbleche mit (die übrigens auch in den Übertragungsflächen "press" sitzen müssen), so dass die Folie bestenfalls ein bischen Wärmestrahlung nach oben wirft - aber eben nix leitet. Zu allem Übel legen Sie mit der 30er OSB eine wärmedämmende Schicht zwischen Heizung und Bodenbelag. Wieviel müssen Sie da heizen, damit oben noch was ankommt?

3.
Balkenabstände von 0,6 m sind unbedenklich, 1,10 m aber happig. Da dürfte sich auch die 30er OSB nicht unerheblich biegen. Ggf. können Sie das durch einen zusätzlichen Balken bewältigen.

Anmerkung:
Ich bastle gerade selber an einer ähnlichen Lösung, bin aber noch in der Planungsphase. Meine Überlegungen
- Bohlen beidseitig [Torsion des Balkens!] seitlich anlaschen zum Höhenausgleich
- Fehlboden klassisch (Einschub mit Masse und obenauf weicher Holzfaser zur Vermeidung von Hohlräumen)
- dann:
a) System Ripal zwischen den Balken (dicke Alu-Wärmeleitbleche, Schwächung des Balkens im Auflagerbereich um Rohrstärke nötig, darauf käme dann direkt eine Dielung als Endbelag.
Vorteil: Aufbauhöhe = Dielenhöhe. Nachteil: Dielen in Küche, weniger Wärmeabgabe, da Dielen, Balkenabstand von knapp 1 m erfordert "Halbierung" durch eingezogenen zusätzlichen Sparren - das trau ich Dielen allein nicht zu
b) System Knauf. Für GIFAfloor PRESTO sind bis bis 1,0 m lichte Weite ein 32mm-Trockenestrich-Element als Untergrund zugelassen (noch größere Spannweite: Verklebung einer weiteren Platte erforderlich). Allerdings drückt sich der Hersteller kryptisch zu den Anforderungen aus (max. Durchbiegung 1/500 ideal). Darauf käme dann das Knauf Integral als Fußbodenheizungs-Element (25 mm dick). Und dann Fliesen. Vorteil: gute Wärmeabgabe, Nachteil: hoher Aufbau, Risiko: ob das wirklich nicht reißt?
c) Rauhspund 28 mm als Rohboden, dann übliches Flachsystem
Vorteil: Fußbodenbelag wählbar, Nachteil: hoher Aufbau und zusätzliche Arbeitsschritte

Frohes Schaffen und teilen Sie doch mit, wie Sie sich entschieden haben!



Danke



für den Input. Die Innenwände sind als Fachwerk ausgebildet, wobei eine Wand in der Mitte, Quer zu den Holzbalken mit Ziegelsteinen gemauert ist. Dort laufen auch die Schornsteine entlang und die Balken liegen dort auf.
Die Außenwände sind ebenfalls gemauert wobei in der Mitte ein Luftspalt von ca 5 cm ist.
Wand und Fußbodenheizung hatte ich auch schon durchgespielt. Eine Wandheizung hätte Charme, allerdings wollen wir das OG eventuell irgendwann Mal vermieten und die Außenwände sind zzt noch nicht gedämmt und wird auch erstmal nicht kommen, da es finanziell nicht drin ist.
Für die Deckenheizung habe ich nach Recherche, kein system gefunden wo ich das Gefühl hatte das es gut funktioniert.

Variotherm kenne ich bis jetzt nicht. Werde mich da Mal schlau machen.

Also das Bad soll gefliest werden. Entweder Laminat oder wieder Dielen, sind uns da noch nicht ganz schlüssig.
Bei der Heizung haben wir so geplant, dass auch noch Heizkörper eingebaut werden. Perspektivisch diese dann entfallen können, wenn die Fassade in ein paar Jahren dann gemacht wird.

Die Überlegung war mit der 12mm OSB Platte die Nordic Platten an zu pressen, indem man die Obere OSB Platte mit der unteren Verschraubt und so eine gute Verbindung herzustellen.

Auf die GIGAfloor Platten bin ich gestern bei der Recherche auch gestoßen. Könnte mir die auch eher als OSB vorstellen. Vielleicht gibt es jemanden der damit schon Erfahrung gemacht hat.
Also zzt haben wir hier noch Dielenboden(mit Nut und Feder, wo noch vorhanden) mit einer Stärke von 30mm und auch bei der großen Spannweite merkt man nicht wirklich viel mehr Durchbiegung als in den Bereichen wo der Abstand zwischen den Balken kleiner ist, daher war die Überlegung 30mm OSB Platten zu benutzen, da diese wohl mindestens genauso stabil sein sollten wie 130Jahre von Holzwurm zerfressene Dielen. Oder sollte ich mich da täuschen?

Sie wollen also die Rohre in die Balken legen?

Ich werde mich erstmal mit diesem Variotherm auseinander setzen und ein paar GIGAfloor Platten bestellen, sowie OSB Platten und damit Mal rumprobieren. Ob und wie gut die Sachen funktionieren.
Ich werde berichten.



Gleichgesinnter



Guten Abend zusammen,

ich würde mich gerne in das Thema mit einklinken (ich hoffe das ist in Ordnung), da ich aktuell vor gleicher Herausforderung stehe. Wunsch nach einer Bodenheizung auf einer Holzbalkendecke bei möglichst niedriger Aufbauhöhe.
Darf fragen ob sich jemand schon für ein System entschieden hat und vielleicht schon bei der Umsetzung ist?
Bei meinen bisherigen Recherchen zu diesem Thema bin ich bei dem System von Knauf GIFAFloor Presto "hängen" geblieben. Dieses scheint durch das hohe Gewicht relativ stabil zu sein und damit auch den Faktor Trittschall gut abzudecken. Bei Balkenabständen von max. 60 cm lässt sich einem Höhe von 25 + 25 mm realisieren. Jedoch schreckt mich bisher der sehr Hohe Preis des Systems noch ab.

Das von tutnichtszursache genannte System von Ripal finde ich auch interessant. Wenn ich es korrekt verstehe, dann ist das System nach Verlegung auf gleicher Höhe mit der Oberkante des Holzbalkens. Niedriger geht es ja kaum noch. Müsste hier auch ein Belag drauf, der eine press sitzende Verbindung hat? Wäre hier vielleicht eine Schicht Trockenenstrich (25mm) eine Option? Zum einen als Grundlage für den finalen Bodenbelag, sofern man keine Dielen möchte. Zum anderen auch als wärmespeichernde Schicht, was jedoch wahrscheinlich wiederum zu einer Erhöhung der Trägheit führen würde.