Holzbalkenboden und Decke

19.10.2015 Herr Ribbeck



Hallo,
wir werden in nächster Zeit ein Haus aus Baujahr 1910 sanieren (lassen).
Das Haus ist kein Fachwerk, aber ich denke hier mit meiner Frage ganz richtig zu sein, da es sich um eine alte Substanz handelt.
Die Böden bestehen zum Teil aus Dielen auf Lagerhölzern, die wiederum liegen auf dem Sand, Lehm, Kies auf. Sonst keine Dämmung o.Ä. Natürlich wäre eine Dämmung sehr schön, aber an dieser Stelle, wie ich gelesen habe, schwierig. Würde ein komplett neuen Fußbodenaufbau bedeuten.
Jetzt wurden auf die Holzdielen Spanplatten verlegt, wo wiederum ein Teppich lag.
Da einige Dielen rott sind, vermute ich mal, dass es Feuchtigkeit ist, die vom Erdreich aufgestiegen ist und nicht ablüften konnte. Weder quer unten raus, noch nach oben durch die Dielen.
Könnte meine Theorie stimmen?
Wenn dem so ist, wäre OSB vollflächig auf die Dielen zu legen gar nicht im Sinne des Erfinders, oder?
Heißt, kaputte Dielen aufnehmen, durch neue ersetzten?
Wie wäre es, wenn ich die Zwischenräume zwischen den Lagerhölzern mit Schaumglas oder einer anderen Schüttung ausfülle?

Ähnlich ist meine Überlegung im Deckenbereich. Es ist eine Holzbalkendecke mit Lehmstroh zwischen den Balken. Oben drauf liegen Klattkantbretter. Auch die sind zum Teil morsch, so dass ich die ganzen Bretetr austauschen muss.
Wie verhält es sich an der Stelle mit OSB als neue Tragschicht. Auf diese würde ich dann neue Dielen machen?!
1) Braucht es die OSB Schicht? Hol ich mir damit womöglich Feuchtigkeit in den Lehmstroh?
2) Könnte ich auch direkt wieder mit Nut udn Feder Dielen / Brettern auf die Balken?
Wie sähe ein guter Bodenaufbau aus?

Vielen Dank,
Gruß
Steffen



auf den richtigen Weg



Also erst einmal der Ansatz ist aus meiner Sicht völlig richtig. Wir vergessen bei unseren Betrachtungen, wie lange die Konstruktion "durchgehalten" hat und das jeder Bauteil nach gewisser Zeit Alterungserscheinungen aufweist. Sicherlich wird man einen Fußboden auf der anderen Seiten nicht gern alle fünf Jahre austauschen!
Ich gehe mal davon aus, der Boden ist relativ Trocken. Feuchtigkeitsschwankungen treten immer auf und auch die Sperrschicht oder Folie ist nicht immer die Lösung. Den Bereich zu belüften brigt die Gefahr, das im Sommer mehr Feuchtigkeit eindringt, als im Winter austrocknen kann. Es hat immer alles zwei Seiten.
Ich habe bei so einem Fall, die Balken auf ein "Podest" gelegt, so das sie mit dem Sand nicht mehr in Berührung kamen (kleines Blockfundament, Bitumenpappe und dann der Balken), eben konstruktiven Holzschutz betrieben. Ein Problem sind die Balken, unbedingt trockene Balken verwenden, am Besten nicht kammergetrocknet, da dieses Holz die Eigenschaft besitzt, schnell wieder Feuchtigkeit auf zunehmen.
Ein Satz zur Dämmung, Wärme breitet sich nach oben aus, wenn Sie die Dämmung unter die Dielen packen verzögern sie zwar den Kältdurchgang, sie verhindern ihn aber nicht. Das gesparte Geld würde ich lieber in ein Heizung als Strahlungsquelle inverstieren. Außerdem ist eine stehende Luftschicht der beste Isolator und den haben sie unter der Dielung.
Holzbalkendecke: Also grundsätzlich würde ich am System wie ober schon erwähnt nicht ändern, es hat sich ja bewährt. Wichtig ist wie sieht die Decke aus, ist sie gerade oder hängt sie durch. Wenn es geht würde ich auf OSB verzichten und lieber eine dickere Diele nehmen, denn am Ende ist es weniger Gewicht und auch nicht so teuer. Wenn die Decke durchhängt, mit Keilen ausgleichen und dann Dielung verlegen. Wenn die Dielung morsch ist, nach den Ursachen suchen (Einregnungsstellen usw.). Wenn Sie die ausschließen haben sie immer einen trockenen Lehmschlag.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



Holzbalkendecke



Hallo Herr Schmidt,
vielen Dank für die Antwort. Liege ich mit meinem Halbwissen ja gar nicht so falsch!
Der Bodenbelag im Dachgeschoss/Dachboden ist "einfach" alt und teilweise vom Mader zerstört. Feutigkeit konnte ich keine finden, der Lehmschlag ist trocken.
Holzwurm oder sonstige Tiere würde ich auch ausschließen. Müssten sich dann ja auch in der Dachkonstruktion befinden. Dielen sind kein "besseres" Holz als der Dachstuhl. Die lieben Tierchen gehen doch immer ins das "edlerere" Holz?!
Ich werde wohl Dielen verlegen und keine OSB-Platten.
Sollte ich eine Schicht als Tragschicht einbauen und darauf die Dielen legen, die ich als Sichtschicht möchte, oder kann ich direkt die "schöne" Diele auf die Balken aufbringen? Da stellt sich ach die Frage, nageln oder schrauben?

Den Fußboden werde ich wohl in der Tat so lassen und ausbessern. DIe Tragbalken liegen schon auf "Fundamenten" auf in Form von Vollziegeln. Ob da jetzt ne Sperrschicht zwischen ist, konnte ich noch nicht sehen. Das die Dielen rott geworden sind, hat sicher auch damit zu tun, dass eben oben drauf eine "Versiegelung" in Form von Teppich, Spanplatte oder PVC war.
Was ahlten Sie von dem Vorschlag eines HAndwerker, den Untergrund mit einer Zementdichtschlämme auszuschlämmen und dann mit Granulat einzublasen?

Mit freundlichen Grüßen,
Steffen L.



Fußbodendielen liegen direkt auf der Erde



Hallo,
so ein altes Haus ist wirklich sehr spannend und birgt immer wieder Überraschungen!!
Heute hab ich begonnen die abgedeckten Fußbodendielen von den 5cm dicken Spanplatten zu befreien und hab entdeckt, dass die Dielen direkt auf die Erde gelegt wurden. Eine Unterkonstruktion hab ich nicht erkennen können. Die Erde/Kies, Kohle/Asche war direkt bis UNterkante Dielen aufgefüllt. Staubtrocken!
Ist das normal so?
Was soll, muss kann ich tun? So lassen?!
Was sind die Vor und Nachteile?
Danke und Gruß
Steffen





Lassen = kalte Füße und Chance auf ein erneutes Biotop.
Sauberkeitsschicht, Abdichtung, Dämmung = warme Füße, Verhinderung von Biotop.