Holzbalken entfernen

04.09.2018 nvd126



Guten Morgen,

ich saniere einen ca 150 Jahren Altbau. Kein Fachwerk, aber mit Holzbalkendecken. Einen Teil (1.OG) des Hauses habe ich saniert. Das EG is aktuell noch bewohnt, aber nächstes Jahr nicht mehr.

Diese Decke zwischen 1. OG und EG war eine Holzbalkendecke mit Lehm und Holz als Füllung. Diese Füllung hatte ich komplett entfernt und gedämmt. Ein Glück war darunter eine abgehängte Decke sodass ich im ersten OG arbeiten konnte ohne dass das EG mit Dreck beeinflusst worden ist.
Da ich aus dem 1.OG und EG eine Wohneinheit machen möchte und das EG auch Grundlegend sanieren möchte (Elt. Komplett, Fußbodenheizung etc) entferne ich diese Abgehänge Decke.

Jetzt komme ich zum Eigentlichen:

Ich will (und werde) alle Holzbalken entfernen und durch Stahlträger ersetzen. Ich hatte auf den Balken eine Querlattung gemacht. Unter diese (mit einer Gummiauflage auf dem Träger) will ich die Stahlträger in gleichen Abständen platzieren. Aktuell sind 8(â 8m) Holzbalken vorhanden, werde aber 24 (â 4m) Stahlträger (wahrscheinlich 120HEB) platzieren. Spannweite nie mehr als 4m.
Nachdem die Stahlträger platziert sind, werden die Holzträger raus gesägt und schwupps keine Probleme mehr mit Balkenköpfen.

Stahlträger kosten 2500€, 100% Eigenleistung.
Der Boden vom 1.OG liegt dann Schwimmend auf den Trägern, wird aber keine Geräusche wegen der Gummiauflage (=Matte) auf dem Stahlträger machen. Die GK-Decke im EG kann in den meisten Räumen freitragend ausgeführt werden. Nur in einem Raum müsste ich dann eine zusätzliche Abstützung in der Mitte realisieren.


Hat jemand das schonmal gemacht? Bin auf Erfahrungen gespannt.

Danke und LG



Stahlträger statt Holz???



Das wird kaum jemand so gemacht haben außer uU bei Kellerdecken.
Zwischen Wohnräumen spricht ohnehin nichts dafür, schon wegen viel höherer Kosten, Wärmebrücken, aufwendiger Boden- und Deckenbefestigung, Brand- und Schallschutz etc.
Was spricht überhaupt für Stahlträger und warum wurde die Bestand demontiert?



Konzepte Konzepte



Hallo und vielen Dank für Ihre Antwort;

ich gehe mal auf einzelne Punkte ein:

- schon wegen viel höherer Kosten, -> 2500€ kostet der Stahl für mich. Holz wäre beim Baustoffhändler wohl so bei 1000€. Ist jetzt nicht so wild für mich der Unterschied.

- Wärmebrücken -> höchstens an den Köpfen die dann im Mauerwerk liegen. Könnte ja etwas Dämmung drum machen, so wie es bei gedämmten Stürzen in etwa ist.

- aufwendiger Boden- und Deckenbefestigung -> Boden ist ja Bestand, der liegt dann (durch eine Gummimatte entkoppelt) "schwimmend" auf den Stahlträgern. Die Decke kann in meinem Fall in fast jedem Raum freitragend ausführen.

- Brand- und Schallschutz. Ich muss bei mir auf Grund der Gebäudeklasse F30 einhalten. Entsprechend (und so wie ich es bisher immer gemacht habe) wird eine GKF Decke (trotzdem doppelt beplankt, somit unterstelle ich der Konstruktion eine Widerstandsdauer von mindestens 60 Minuten) mit Aluprofilen eingezogen. Durchführungen mit Brandschutzdosen (bspw. Kaiser). Sonstige Durchdringungen werden mit Brandschutzschaum verschlossen. Schallschutz (Sprache) erreiche ich durch 20CM Steinwolle die zwischen den Trägern liegt. Trittschall wird durch die Fußbodenheizung mit Estrich gut geregelt.


Und warum Stahlträger? Weil ich nachdem ich einige Deckenbalken im 1.OG tauschen musste weil der ausgebreitete Haussporling sein Werk verrichtet hatte, ich die Nase voll habe von statisch relevanten Holzträgern IM Wohnbereich.
Warum ich den Lehmkram demontiert habe? Weil an einigen Stellen Schimmel war. Die Träger allerdings waren verschohnt davon geblieben. (Sah der Sachverständige auch so).