Feuerfester Holzanstrich

08.04.2010



Hallo,
ich möchte an meine Scheune eine offene Schmiede anbauen und natürlich keinen Ärger wegen Brandschutz haben. Dort sind zwei Fachwerkbalken, die ich entsprechend schützen muß. Die Wand ansonsten ist aus Ziegeln gemauert und mit DDR-Zementputz verputzt. Kennt jemand eine anerkannte, wirksame Methode, vielleicht auch ein "Hausmittelchen", das ganze möglichst günstig? Oder bin ich gezwungen, eine Brandmauer davorzusetzen, was wiederum dem Denkmalamt nicht gefallen würde?
Vielen Dank,
Martin



Brandschutz



Hallo,

wenn die Wand aus mindestens 24 cm Ziegeln gemauert ist, dann sollte eine Verkleidung der beiden Balken mit 20 mm Promat oder 2x12,5 mm Gipskarton-Feuerschutzplattten (GKF)recihen. Wenn nicht: halbsteinigen Gasbeton vormauern.

Von der Desowag gibt es auch einen feuerhemmenden (F30) Holzanstrich mit intumiszierendem (aufschäumendem) Material.

Grüße vom Niederrhein



Anstrich _ Entflammbarkeit



Guten Tag, mir sind nur Anstriche Bekannt, die die Entflammbarkeit des Holzes von normal in schwer entflammbar überführen. Falls es wie Hr. Beckmann schreibt einen Anstrich gibt, der eine definierte Feuerwiderstandsdauer gewährleistet, wäre ich an Information dazu interessiert. Ich kann mir das aber nicht vorstellen, weil ja auch der Holzquerschnitt und die Brandbeanspruchung, repektive Gesamtkonstruktion in die F-Klassen eingeht.
Meine Vermutung ist, dass sie nicht um Eine Bekleidung herum kommen. Vielleicht lässt sich mit den beteiligten Behörden ja auch eine ESG-Glasscheibe, ähnlich wie im Funkenbereich unter Kaminöfen zugelassen, als Bekleidung diskutieren.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Feuerfester Holzanstrich



Vielen Dank für Ihre Antworten! Ich weiß noch nicht genau, wie ich vorgehen werde, aber Sie haben mir auf jeden Fall gute Tips gegeben.
Von einem Zimmermann hörte ich noch, daß man die Balken sozusagen "anbrennen" könnte, also die Oberfläche mit einer Art Flammenwerfer bearbeiten, woduch sie nahezu unempfindlich würde Was halten Sie denn davon?
Nochmals vielen Dank und viele Grüße,
Martin Nauhaus



Holzkohleschicht



Guten Tag, bei Flammenkontakt bildet sich an der Holzoberfläche eine Holzkohleschicht. Diese "bremst" die Erhitzung des darunter liegenden Holzes. Das ist einer der Gründe, warum Holzkonstruktionen bei brandbeanspruchung gar nicht so schlecht zu bewerten sind. Angekohltes Holz lässt sich aber keinesfalls als bauaufsichtlich nachweisbarer Brandschutz für Ihre Konstruktion wählen. Es gab vor einiger Zeit ein Forschungsprojekt, dass die Eigenschaften vorab angekohlten Holzfassadenbekleidungen untersuchte. Die Ergebnisse liegen mir nicht vor, meines Wissens nach ging es dabei auch weniger um Brandschutz als um Witterungsbeständigkeit. mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Feuerfester Holzanstrich



Vielen Dank nochmals, Herr Arnold,
ich werde wohl um moderne Mittel nicht herumkommen.
Viele Grüße,

Martin Nauhaus



da



es sich offensichtlich um eine Detaillösung handelt, eine "Blitzgedanke" von mir nach Lesen der Worte -Denkmalschutz-Brandschutz- Feuerschutz:
Balken mit GK nach Zulassung verkleiden und dann Holzbekleidung drauf. Das gäbe doch die Oberfläche eine Balkens und der hässliche GK wäre abgedeckt. FW-Balken werden natürlich wesentlich dicker. Nur so ein Gedanke als Alternative.



Feuerhemmende Produkte



findet man u.a. hier :
http://goforwood.info/en/search.php?search=1&category=121-359

MFG
Roland Derveaux
GoforWood.info



Sollte...



...die Exposition zum Feuer nicht so hoch sein (ein Schmiedefeuer ist ja nun doch nicht riesig?) könnte man mit Alaum oder Boraxanstrich versuchen, immer mal wieder nachstreichen, und natürlich beobachten.

Das alles natürlich nur, solange keine bauaufsichtlichen Auflagen konkrete Brandschutzklassen vorschreiben. Die Mittel werden traditionell eingesetzt und sind auch brandhemmend, aber wohl nicht so ohne weiteres zu rechnen.

Grüße

Thomas



meine meinung



Guten Tag,

hier ein nicht ganz ernst gemeinter Ratschlag:

1. irgeneinen Brandschutz (F30, F30B, F60 o F90 AB) anbringen.
2. offene Schmiede anbauen
3. Baueinstellung durch das Denkmalamt, Landratsamt oder Bauamt, ggf. mit Strafgebühr live miterleben
4. Brandschutzplatten wieder wegreissen, weil die falschen Schrauben oder Klebemittel gewählt wurden.

Gruß

Ulrich

P.S.
Da ich schon einige Fälle dieser Art kenne,
empfehle ich mal mit den Behörden zu sprechen und mal zu fragen ob bei einer Überdachung und einer Schmiede, die mit der Öffnung nicht zum Fachwerk zeigt, überhaupt ein Brandschutz notwendig ist.
viele Grüße aus dem Ländle.