fachwerk von Innen Dämmen

12.12.2006



Ich bin verzweilft. Was soll ich machen. Der front von Haus soll in Fachwerk erhalten bleiben.
Ich habe mehrer Möglichkeiten durch den Rechner gejagt!!!
5 cm schlifrohrmatten und Lehmputz, 3,9 kg/m² Tauwasser zur 4,01 Verdünstung. Lehmschuttung, U wert zu Gross.
Das Haus ist mit 14cm Eichebalken und Lehmsteine gemauert.
Wer hat einen vernünftige lösung.

Vielen vielen Danke.



Energieberater



... sollten doch wissen was sie tun!

....... etwas googeln - 5 Sekunden später ...
Energiepaß, Energieberatung, 'Vorort Beratung, Fördermittel, Sanierung, Modernisierung Ökologisch
Zum Xyzwinkel 4
35xxx Marburg
Tel.: 064xx 931xxx
E-Mail: aus der Frage bekannt

Die Fraqe und die Selbstantwort sagt mir sehr viel und bestätigt meine Erfahrung und Einstellung zu gewissen Sparten der "Selbstständigkeit"!

Seinerzeit hat man einen Beruf gelernt uns wußte so einigermassen bescheid.
Jetzt langt es sich XYZ zu nennen und schon rollt der Euro ... die zur Ausübung des Berufes (ist vielleicht das falsche Wort dafür - eher neudeutsch: JOB) notwendigen Kenntisse vermittelt ja das INTERNET!

Deutschland - Dienstleistung - "der freie Fall"

Ist das ein Armutszeugnis oder bin ich da zu empfindlich?

mfG

FK

P.S.
Nun auf die Frage antwortend:
Ich würde weder innen noch aussen dämmen, wenn es nicht geht!

FK

P.P.S
Viel Erfolg!





Hallo,

@FK:

hättest Du Ihm einen Vorschlag gemacht der auch sinnvoll wäre, hätte ich deinen Beitrag auch verstanden.
Aber so finde ich es unterste Schublade und fehl am Platz.

@Rest:

laut solchen Programmen kommt man immer auf solche zahlen,
solche Dämmmaßnahmen gehen nur mit dem richtigen Heizsystem,
Wandheizung, Sockelleistenheizung usw..

MfG
Fritz



Mr. Fritz



Wenn Sie meinen Beitrag verstanden hätten ---

Ich kann und möchte keinem ENERGIEBERATER
die Arbeit abnehmen!

Zu Ihrem Voting, dass mein Beitrag den Forumsregeln widerspricht zitiere ich:
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass alle Antworten als freie Meinungsäußerungen und nicht als Beratung angesehen werden müssen. Weitere Informationen: Forumsregeln / Haftungsausschluss

Wenn Sie dann schreiben: rechneriusch funktioniert es nicht ... aber mit der richtigen Heizung ... finde ich das fragwürdig, denn ein Haus, oder eine Konstruktion muss in meinen Augen funktionieren auch wenn KEINE Heizung läuft!

FK



Fragen über Fragen



Welcher U-Wert soll denn erreicht werden,
und warum soll/muß dieser Wert zustande kommen?

Welchen tatsächlichen Anteil hat dieser Bauteil
energetisch am Gesamtobjekt?

Verwenden Sie eine geeignete Software zur Abschätzung des resultierenden Tauwasserausfalls?

Gibt es besondere Faktoren wie Himmelsrichtung,
Abschattung und Wetterseite (Schlagregen)?

Viele Grüße,
Philipp Kawalek





Hi,

@FK:

Sie können doch schreiben was sie wollen, ich darf das aber auch.

"Zitat
Wenn Sie dann schreiben: rechneriusch funktioniert es nicht ... aber mit der richtigen Heizung ... finde ich das fragwürdig, denn ein Haus, oder eine Konstruktion muss in meinen Augen funktionieren auch wenn KEINE Heizung läuft!"

Lassen Sie es lieber bleiben, wenn man ................

Der hohe Tauwasseranfall entsteht aber nur wenn die Tempdifferenz von aussen und innen hoch sind (Winter, Heizperiode)
Wenn es Draussen 20° hat und Innen auch, brauch ich mir um die Konstruktion keinerlei sorgen machen.

Gruss
Fritz ( nur Fritz )





Hi,

ich hab jetzt ehrlich gesagt die Frage nicht verstanden.

Es gibt ja nicht allzuviele Möglichkeiten zur Wahl.

Mitspielen werden ja auch Faktoren wie Fenster usw...

Wir haben mit Schilfrohrmatten in Lehm gedämmt, aufgetragen haben wir dann Lehm-Endputz. Wir sind soweit eigentlich zufrieden. Nur einen Vergleich vorher - nachher haben wir nicht (und wir haben noch ein paar "Löcher" im Haus).

Zumindest ists kuschelig warm im Winter und kühl im Sommer und wir haben keinen Schimmel, auch wenn ich beim Kochen nicht gleich das Fenster aufreiße...

Grüße Annette



Energieberater



Lieber Fritz,
wie und vor allem warum soll man einem Energieberater die Grundlagen und das Handwerkszeug seines Berufes, zu dem nicht nur irgendeine Rechensoftware gehört, erklären? Ich habe jedenfalls keine Lust dazu. Bei einem Laien wäre das etwas anderes.

Gruß Georg



Vielen Dank Georg!



... wenigstens versteht mich EINER ....

und ich dachte schon, dass ich alleine bin ...

heul ...schneuz ...

FK



HIer



zeigt sich mal wieder der Unterschied der rein rechnerischen Betrachtung und der Praxis.

Rein rechnerisch dürfe die Bauphysik in meinen Wänden nicht funktionieren. Der Wandaufbau ist von Innen nach ausßen: Wandheizung mit 3cm Lehmputz 5 cm Schilfrohr, Mischwand (Fachwerk, Bruchstein), Lehmmörtel, 2 cm Schilfrohr, Kalkputz.

Ich unterrichte die Gebäuderergieberater. Mein Thema ist: Energetische Optimierung in der Denkmalpflege.Für diese Personengruppe ist die Innendämmung ein rechnerisch nicht zu erfassende und deshalb nicht in Frage kommende Variante!

Eventuell ist die Software nicht die richtige, wobei mir auch keine bekannt ist die sowas kann, kann uns hier Philipp Kawalek einen Tipp geben?

Grüße





Hi,

@FK und Georg:

ich weis schon auf was @FK: hinauswollte, aber das kann man auch anders schreiben.

Hier habt freilich recht damit, aber wo wird denn sowas behandelt.
Eine Hinweis das man in solchen Fällen die Programme in die Tonne kloppen kann und das hier Erfahrungswerte ausschlaggebend sind hätte doch gereicht.

In diesen Sinne
Fritz



das steht dann wieder ...



auf einem anderen Blatt:
"hier Erfahrungswerte ausschlaggebend sind"

Bin aber auch im Ggs. zu anderen hier immer noch der Meinung, dass die ganze Sache mit der Dämmerei langfristig den Bach runter geht - Aussen und vor allem auch innen!

Wenn die Dämmtheorie denn stimmt heißt es doch:
Wenn ich innen dämme - wandert der Taupunkt ins Innere der Konstruktion - also folgerichtig weiter nach innen.
Das wiederum hat einen erheblichen Einfluß auf die Holzteile der Fachwerke - kälter und feuchter und das sind die klassischen Ursachen für eine Vermehrung von Pilzen und Insekten.
Eine "gesunde" Konstruktion sollte doch trocken und auch warm sein (so um die 20%)
Jedenfalls hab ich das hier auch schon gelesen.
Oder ist das falsch!

Dieser Grundsatz ändert sich doch nicht, wenn ich auch noch so viel rechne!??

... und wenn ich mir das dann weiter überlege mit den U-Werten und der (Pseudo-) Kapillaraktivität von Baustoffen, die ja dann bei der innen gedämmten Wandkonstruktion doch feucht werden...
feuchte Wand - ergo kälter - ergo Veränderung des U-Wertes - ergo neuer Taupunkt -ergo feuchter - usw ....
Es geht immer wieter abwärts mit der Konstruktion ....

Ich bin da sehr skeptisch!

weiterhin

alles Gute damit

FK





Der Tip kommt ursprünglich von Fred Heim,
und lautet WUFI.
Kann man beim IBP runterladen, nutzt aber nur,
wenn man es auch sinnvoll bedienen kann.
Die gesamte Website enthält viele Hintergründe,
die es auch ohne die Software wert sind,
gelesen zu werden.

Cave:
WUFI beschreibt nur die in der Realität ablaufenden Vorgänge besser als Glaser,
es ändert nicht die Realitäten durch Schönrechnerei!

@FK:
'gesunde Konstruktion mit 20°C / trocken und warm',
das kann sich doch nur um eine Innenwand handeln,
wir reden hier aber von Außenwänden in Mitteleuropa!

Also ich bin Vollskeptiker, das schließt aber doch nicht aus,
daß ich mich von wissenschaftlich nachvollziehbaren,
oder auch empirischen Verfahren (experimentelle Realität)
überzeugen lasse, also immer offen bleiben, in alle Richtungen.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



@ Philipp Kawalek



Hallo

"'gesunde Konstruktion mit 20°C / trocken und warm',
das kann sich doch nur um eine Innenwand handeln,
wir reden hier aber von Außenwänden in Mitteleuropa!"

Missverständnis:

Es gilt als baurelevant, dass Bauholz - auch nach dem Einbau trocken sein soll und ungerne unter 20°C Temperatur absinken soll, da sich sonst Bauschäden ergeben!

Und eine Fachwerkwand besteht nun mal aus Holz und ...
und wenn dann gedämmt wird - wie beschrieben - geht es den Bach runter - meine ich

da können Sie sich gerne von "wissenschaftlich nachvollziehbaren,
oder auch empirischen Verfahren (experimentelle Realität)
überzeugen lassen"

falls sich dann die Experimente als getürkt, manipuliert oder zu sehr labortechnisch erweisen - Was macht dann der Bauherr?

Ja dann heißt es wie immer: "Das war der damalige Stand der Technik"
Aber die Hütte ist Schrott!

Bei der wissenschaftlichen Diskussion sollte man auf einer Ebene bleiben und die Realitäten verstehen und auch die Zusammenhänge betrachten: Wie z.B. die Anfälligkeit von Holz bei unterschiedlichen Temperaturen und Feuchten und so weiter....

Wenn dann alles zweifelhaft klar ist ... lasse ich mich "Vollskeptiker" gerne überzeugen!

Denn die Bauten, die bis heute noch unsaniert stehen leben schon lange und aus denen spricht ERFAHRUNG - aus dem ganzen verkaufsfördernden Neuinterpretationen von Wärme, Strahlung usw. kommt mehr Schaden als Nutzen!

ALso weiter froh und beherzt glauben und empierisch überzeugen ...

mfG

FK



Äh, hm



...trocken und warm
gefällt mir als Mensch. Aber dem Holz ist doch trocken und kalt ganz recht.
Kälte = physiologisches Pessimum für Pilze und Insekten.
In Sibirien und im Hochgebirge stehen Holzbauten doch seit einigen hundert Jahren gesund herum, ohne Heizung und Dämmung.

Oder habe ich da falsch überlegt ?
Grüße vom wieder mal viel zu warmen Niederrhein



...äh hmmmm ...



Hallo

...trocken und warm

Aber dem Holz ist doch trocken und kalt ganz recht.
Wirklich? Luftumspült sicherlich - aber wenns dann feucht wird bei der Innendämmung ... Sie hörten doch auch davon: Taupunkt??

Kälte = physiologisches Pessimum für Pilze und Insekten. Ab wieviel °C (minus oder plus) stribt denn der Holzfresser?

In Sibirien und im Hochgebirge stehen Holzbauten doch seit einigen hundert Jahren gesund herum, ohne Heizung und Dämmung. eben "ohne Dämmung"

Ich hatte eigentlich mehr Inhalt von Ihnen erwartet ...

... und die VOB schreibt doch:
Zitat: … die Holzfeuchte für Nadelschnittholz zum Zeitpunkt des Einbaus mit maximal u = 20% fest.
Damit ist der Begriff des trockenen Einbaus von Nadelschnittholz mit max. 20 % definiert und festgelegt.
Weitere maximale Holzfeuchten beim
• Holzhausbau maximal 18%,...

Aber das wissen Sie doch auch!

FK



Holz und Kälte



Habe ich naß gesagt ?
Es geht mir um die Feststellung, daß Holz durch Kälte alleine nicht geschadet wird, es sei denn, es wäre naß.
Es kommt auch nicht darauf an, ab welcher Temperatur ein Schädling stirbt, sondern daß seine Wachstumsbedingungen sich möglichst weit von seinem Optimum (definiert durch Temperatur und Feuchte) entfernen.

Mit der Feuchtigkeit ist das was anderes, da brauchen wir nicht drüber zu reden.

Grüße



dämmen ja oder nein



eine ewige Diskussion.Auch wir haben nach Kauf unseres Fachwerkhofes diese Diskussionen geführt.Alles hin + wieder abgewägt und schlußendlich den Empfehlungen von H.Fischer/H.Kurz gefolgt.D.h. keine Isolierung der Außen/Innenwände, Dachgeschoß wird der Jahreszeit entsprechend unisoliert genutzt (z.zt.wird hier eine Sauna installiert).Vorhandene Ölverdamperheizung wurde von 1.1.06 bis heute durchgehende auf kleiner Stufe gefahren,Guß/alte Stahlheizkörper im Bestand gelassen.Zusätzlich ein Jotul F3 im Wohnzimmer angeschlossen ( ohne Ascherost lt.Eisenschink).Durchgehend Sommer wie Winter im offenen Erdgeschoß 20 Grad angenehme Raumtemperatur.Der Verbrauch bei Öl war jetzt für 1 Jahr ca.1400 Ltr. + 4 Raummeter Bucheholz.Entspricht ca.2100 Ltr.umgerechnet in Öl.
Das ganze für 140m² Wohnfläche ( ohne Dachgeschoß),dauernd öffnende Haustüren ( Kinder und Hunde), alten nicht dicht schließenden Haustüren.Ist zwar kein Niedrigenergiehaus, dafür jedoch gesund und luftdurchlässig.
Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden mit dem Raumklima,
haben weder Schimmel noch andere Probleme und sind im kompletten Verbrauch nicht teurer wie unser 1.Reihenhäuschen
vor diesem Kauf in der Stadt.Was will man mehr.
Viele Grüße und gutes nachdenken wünschen
Fam.Spix



Beide Standpunkte haben ihre Berechtigung



Ausgangspunkt des Themas war, dass bezweifelt wurde, in einem Außenwandquerschnitt 20°C vorzufinden. Das sehe ich im Winterfall genauso. Es gibt dann nun einmal ein Temperaturgefälle in der Konstruktion. Egal ob innen, außen oder gar nicht gedämmt. Wenn die Luft 20°C warm ist, ist die Innenoberfläche etwas kühler, in der Konstruktion sinkt die Temperatur nach außen hin weiter. Das sind Erkenntnisse, die vorliegen. Unabhängig davon, ob man den üblichen Berechnungsmodellen der Bauphysik traut oder nicht.
Jetzt zum Schädlingsbefall:
Bei jedem Lebewesen sind die Umweltbedingungen, denen es ausgesetzt ist, entscheidend für seine Entwicklung. Neben Nahrung = Holz brauchen Holzschädlinge Sauerstoff, da sie Atmen.
Sauerstoff spielt jedoch nur eine untergeordnete Rolle. In der Regel ist ausreichend Sauerstoff vorhanden. Wenn das Holz extrem nass ist, ist irgendwann zu wenig Sauerstoff im Holz als dass Pilze wachsen können. Das macht man sich z. B. bei der Wasserlagerung von Holz zu nutze. Auch dort gibt es immer noch Bakterien mit geringstem Sauerstoffgehalt oder ganz ohne Sauerstoff Holz angreifen können. Bezüglich Bauschäden muss man sich in einer Fachwerkwand darum jedoch keine Gedanken machen.
Der bezüglich Temperatur optimale Lebensbereich von holzzerstörenden Pilzen und Insekten liegt in den Bereichen, wie wir sie außen und innen an unseren Gebäuden vorfinden. Oft geht es dabei um 20°C plus/minus 10°C. Das ist aber nur der Bereich des Optimums. Die Erkenntnis, dass nach einem Winter nicht alle Holzschädlinge gestorben sind belegt, dass sie auch Kälteperioden überstehen. Der Stoffwechsel wird dabei „heruntergefahren“. Im Inneren des Holzes sind sie sogar aufgrund der Wärmedämmwirkung etwas Temperaturgeschützt. Insektenbekämpfungen mittels Kälte gestalten sich auch als sehr schwierig. Oft gelingt es nicht Befall an mehre Monate lang eingefrorenen Holzproben zu beseitigen. Deshalb wird die Insektenbekämpfung auch mit Hitze durchgeführt, nicht mit Kälte. Wenn es so heiß ist, dass das Eiweis denaturiert, sterben die Schädlinge. Deshalb gibt es die Regel, dass 55°C über 1 Std. im Holz gehalten werden muss. Damit liegt man im Allgemeinen auf der sicheren Seite, bei Lyctus sollte man über etwas höhere Temperaturen nachdenken.
Bei Pilzen müssen noch höhere Temperaturen wirken, sie sind auch in der Lage Dauersporenformen zu bilden, die äußerst hitzeresistent sind.
Um auf unsere 20°C zurückzukommen: Kälte hemmt zwar viele Schädlinge, und Hr. Beckmann hat in sofern recht, dass hoch in den Alpen weniger Holzschädlinge vorkommen. Dennoch ist dieser Effekt für unsere Fragestellung zur Fachwerkaußenwand nicht relevant. Die üblichen Temperaturen in der Wand sind auch nicht so hoch, dass Hitze limitierend wirkt.
Es ist also Zeit den Gedankengang auf die Holzfeuchten zu lenken.
Auch bei den Holzfeuchten gibt es einen breiten Bereich, in dem Schädlinge lebensfähig sind. Für Pilzwachstum hat sich die 20% Untergrenze als recht zutreffend bewährt. Auf Unterschiede bezüglich Pilzart, Holzart, Dauer, vorhandener Luftfgeuchte usw. gehe ich jetzt nicht ein. Bei Insekten kann man von folgenden ca. Untergrenzen ausgehen: Lyctus ca. 7%, Hausbock ca. 9%, Gewöhnlicher Nagekäfer ca. 10-11%, Gescheckter Nagekäfer ca. 14%, ... . Das sind die Untergrenzen, die Optimalbereiche liegen oft bei ganz anderen Werten.
Jetzt ist wichtig zu klären wovon denn eigentlich die Holzfeuchte abhängt.
(Hier werde ich keine Erbsen zählen und von Unterschieden zwischen früh- und Spätholz usw anfangen.)
Natürlich von der Holzart, interessanterweise auch von der Temperatur. Der Effekt der Temperatur ist jedoch relativ geringfügig.
Wichtigste Einflussgröße ist neben dem Zutritt von flüssigem Wasser die relative Luftfeuchte. Die relative Luftfeuchte hängt von der Lufttemperatur ab. Das können wir einmal im Hinterkopf behalten.
Zu den Größenordnungen:
Bei 20°C und 70 % rel. Luftfeuchte stellt sich in unseren heimischen Hölzern etwa 13 % Holzfeuchte ein. Bei 10°C und gleicher rel. Luftfeuchte liegt die Holzfeuchte etwa 0,5 % höher, bzw. bei 30°C etwa 0,5 % tiefer.
Ab etwa 85 bis 90 % rel. Luftfeuchte werden bei üblichen Temperaturen in Außenwänden 20 % Holzfeuchte überschritten.
Auf das Jahr gesehen bewegt sich die Holzfeuchte dem Außenklima folgend, zwischen ca. 13 und 21 %. Wenn das Holz betaut wird oder beregnet wird, steigen diese Werte natürlich.
Deshalb hat die alte DIN 1052 auch eine Schwankungsbreite von 18 +/- 6% für bewitterte Außenbauteile angegeben.
Zusammenfassung:
Die Temperatur ist in den Bauteilüblichen Bereichen nicht wirklich entscheidend für das Risiko von Schädlingsbefall. 20°C Holztemperatur kann also kein Kriterium sein. Nur die Abhängigkeit von relativer Luftfeuchte und Temperatur ist wirklich ein Thema.
Der Einfluss der Temperatur auf die Holzfeuchte ist ebenfalls in den Bauteilüblichen Bereichen nicht wirklich entscheidend für das Risiko von Schädlingsbefall.
Wenn die Raumluft 20°C beträgt und die Außenluft kälter ist, herrschen in einer Außenwand (sogar an der inneren Oberfläche) weniger als 20°C.
Unabhängig wie wirklichkeitsnah gängige bauphysikalische Tauwasserberechnungen sind, ist bei beheizten Räumen im Winter ein gewisser Tauwasserausfall, bzw. steigende rel. Luftfeuchten in den Bauteilporen von innen nach außen, in der Außenwand zu erwarten. Dieser Tauwasserausfall kann durchaus Holzfeuchten über den für Pilzbefall kritischen Wert von 20 % ergeben.
Die Einbaufeuchte ist nur die halbe Miete, der Feuchtehaushalt über das Jahr ist entscheidend. Deshalb kann ich nur halb verstehen, warum das Argument eingeführt wurde.
Jetzt muss jeder abwägen, wievil Dämmung er für erforderlich halt oder auch nicht. Ich möchte Innendämmungen nicht verteufeln, sie dürfen aber wirklich nur sehr moderat ausgeführt werden.
Die Ausgangsfrage, an der sich die Diskussion von Hr. Kurz und Beckmann anschloss ist deshalb wirklich noch nicht tief in das Thema Fachwerk eingedrungen.
Bei denen, die wie Hr. Kurz und Hr. Beckmann im Thema sind werden wohl auch in einigen Jahren noch die Argumente hin und her gehen. Es wird immer verschiedene Ansichten geben, ob eine moderate Dämmung sinnvoll ist oder nicht und wie groß das Tauwasserrisiko im Einzelfall ist.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Fachwerk und Energieberater - einer von beiden muß "passen" !



Wenn die Frontseite sichtbares Fachwerk bleiben soll, würde ich zunächst einmal von der Baukonstruktion aus prüfen, ob dies aus Grunden der tatsächlichen Witterungsbelastung auch schadlos möglich ist.

Fachwerk dann von innen zu dämmen, ist bei einem durchgängig kappilar wirksamen Aufbau in vielfältigster Weise sehr wohl und auch preiswert möglich, wird aber (wegen der starken Marktplazierung anderer Baustoffangebote) gar nicht erkannt, weil nicht gesehen.
Stehende Luftschichten in Form aller möglichen (am Markt laut angepriesenen) Dämmeinlagen sind jedoch nur (bedingt) schadlos herstellbar, z.B. wenn eine Witterungsbelastung an der Außenfassade ausgeschlossen werden kann, z.B. bei Vorhandensein einer Vorhangfassade.

Hier muß der Energieberater "Baukonstruktion können", will er an den gegebenen Bestimmungen nicht verzweifeln. Sein Leid sind unsere Baubestimmungen, denn seine Bibel ist die EnEV. Am Zeitgeist ausgerichtet, sind darin Fachwerkbauten ein "Fallstrick", was eben aufrechte Bauleute schier zur Verzweifelung bringen kann.

Ich würde zu den Berechnungen aus meiner Bauschadenspraxis sagen, hier muß jede Fassadenseite unter den gegebenen tatsächlichen Witterungsbelastungen betrachtet werden, wobei die Entwässerung und der Spritzwasserschutz der wesentliche Teil ist. Also nicht mechanisch, sondern dialektisch sondieren. Danach kann man auch "besser" berechnen (und nicht verzweifeln). Erst die Baukonstruktion und die tatsächliche Witterungsbelastungen und deren konstruktive Minderung betrachten - dann das Wechselspiel mit dem Innenklima. Die Zahlen dürfen wohl den örtlichen Tatsachen entsprechen und müssen nicht an starre Werte gekoppelt werden. Das heißt dann "Nachweis im Einzelfall".

Auf die Ergebnisse vorgegebener starrer Berechnungsformeln soll man nicht allein vertrauen, geraden dann, wenn sie doch zuvor von einer sichtlich zufriedenen Baustofflobby abgenickt wurden. (Außer einem Arbeitsplatz sind heute daher auch die Dämmstoffe knapp). Berechnungshürden für die Fachwerkbaukonstruktion sind schon wegen deren Baualter unsinnig. Ihre Langzeitbewährung ist dadurch sicher belegt. Zudem steht außer Frage, daß in den letzten 50 Jahren allein durch "Renovierung oder Modernisierung" mehr Fachwerkhäuser "von Grund auf" zerstört wurden, als in allen vorangegangenen Kriegen und Feuersbrünsten zusammen. 1000 mal probiert - und heute dann kaputtsaniert.

Fazit: Eine Fachwerkbaukonstruktion muß nicht nur einer vom Zeitgeist beflügelten Energieeinsparverordnung widerstehen, sondern sie auch noch schadlos überdauern. Dazu7 muß man auch am Bau etwas mehr Zivilcourage an den Tag legen. Unter einer Obrigkeit nennt man dies zivilen Ungehorsam.





Super Herr Hans-Joachim Rüpke.
Was Sie sagen ich stimme ich genau zu.
Hier ein Paar Eckdaten zur Bau.

Der Fassade ist in Südwestliche Richtung ausgerechtet.
Also Wetterseite.
Ein neue Dach ist draufgekommen mit einen Dachüberstand von ca. 55cm in Waage. (Gerade gleich mit oberste Fensterriegel). Also relativ geschutzt.
Eiche Balken aber viel Splint, ein armes Dorf Haus eben. Gefächer mit teils Lehmstein (neu und alt) teils strohlehm/Stärken und ein oder 2 gefächer mit Bimssteine.
Der aüssen fassade soll ein Kalkputz bekommen.
Der Wand hat keine Wandheizung, normale Heizkorpern.
In EG ist ca. 6m² wand küche, 6m² Diele und 6m² Wohnzimmer. das EG ist Openplan. In Eg ist einen Ofen mit 7 kW. Die Fenstern sind aus Holz und neu.
OG teilt sich ebenso 6m²Wand, Bad, 6m² Flur und 6m² Arbeitszimmer. Alle andere wände sind mit 12cm Hanf * Luftungsebene und Dougl. Schalung bekleidet (von Aussen).
Ich freue mich auf einen Vorschlag.
vielen Grüsse
Paul



Die Enzelfallbewertung



Guten Tag,
Henry hat uns den Kopf zurechtgerückt. Natürlich müssen wir immer den Einzelfall, die Regenbelastug usw. vor Ort berücksichtigen. Wir haben uns in Einzelheiten verloren, weil wir nur noch über die Grundsatzfrage diskutieren wollten, ob überhaupt und wenn wieviel Innendämmung verträglich ist.
Auch wenn ich jetzt schon wieder ins Detail gehe und mit Zahlen hantiere möchte ich Hr. Durrant-Wedekind noch auf etwas hinweisen.
Eine gut abgesicherte Erfahrungsregel zu Dachüberständen lautet, dass von der waagerechen Überstandskante im Winkel von 60° zur Fassade ein Schlagrenschutz geleistet wird. Bei 55 cm Dachüberstand bedeutet das, dass ca. 95 cm Fassade vom Überstand geschützt werden. Wer nicht mit Winkelfunktionen rechnen will, kann sich den Faktor 1,7 bis 1,75 merken. Vergleichen Sie das einmal mit dem Erscheinungsbild von Fassaden, Verschmutzungen und Verfärbungen bestätigen die Größenordnungen dieser Regel.
Dachüberstände sind gut aber werden oft überschätzt.
Jetzt komme ich wieder zur Einzelfallprüfung. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man den Dachüberstand in die Einzelfallbewertung einfließen lassen.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold