Innendämmung nur durch Holz möglich?

04.01.2005



Hallo an alle
bei meinem Scheunenumbau stellt sich eine Frage für zwei kleinere Aussenwände teils Sichtfachwerk insgesamt maximal 30m2.
Die Wände sind ca 18 Cm Dick also nicht all zu viel, teils mit Bims, teils mit Lehm ausgefacht, die Bimsausfachungen befinden sich auf der Wetterseite und sind von aussen hinterlüftet und Verkleidet so das sich dort keine Wasserschäden bilden konnten, daher möchte ich diese Ausfachungen auch beibehalten.
Zur Dämmung wollte ich egigentlich nur eine Lattung aufbrungen und dann Holzbohlen mit Nut und Feder Davorsetzen, da ich mir denke das in dem Bereich wo Holzwände stehen keine zusätzliche Dämmung erforderlich sein sollte.
Meine Frage wäre, wie Dick in etwa sollten die Holzbohlen sein, und kann man dem Fachwerk das antun, es wäre ja zwischen Holz und Aussenwand gut hinterlüftet.
Danke schon mal im vorraus
Hartmut



Verstehe ich das richtig?



das Fachwerk bleibt außen sichtbar. Dann folgt eine Hinterlüftung und innen dann eine Blockbohlenwand?
Aus der Scheune soll Wohnraum entstehen?
Es gibt auf dem Markt meines Wissens nach keine Massivholzwand, die die erfoderlichen Dämmwerte erbringen kann (in der Sanierung erforderlich ist ein U-Wert von max. 0,35 W/m²K bei einem Nachweis über das einzelne Bauteil; um das zu erreichen benötige ich 35 cm Vollholz).

Gibt es schon einen Bauantrag? Was sagt der Planverfasser dazu? Gibt es schon einen Nachweis nach der EnEV? Was sagt der Sachverständige dazu?

(Die Bimsausfachungen sehe ich als kritisch an)





Hallo Herr Heim
Also 35cm Holz benötige ich wenn ich nur mit Holz arbeite? oder kann ich da für die vorhandene Wand noch etwas abziehen?
Die Sache ist die das dieser Nachträglich in die Scheune eingebaute Teil des Wohnhauses überhaupt nicht Isoliert ist, Wie eigentlich das komplette Wohnhaus auch,(ein Teibereich der Scheune ist schon seit über 50 Jahre ausgebaut) und diese zwei kleinen Bereiche besitzen halt noch Fachwerk, und ich suche eine Lösung die das Holz nicht schädigt.
Ich habe mal gelesen das der Vorteil von Holz darin besteht das man dort wo Holzwände stehen nur die Raumluft Heizen muss, jedoch kaum die Aussenwand, da Holz ein schlechter Wärmeleiter ist, oder bin ich da falsch informiert.
(Die Erfahrungen mit dem Blockhaus meiner Eltern in Norwogen scheinen dies zu bestätigen)
Die EnEv dürfte doch nur für den Bereich der Scheune gelten wo jetzt neu ausgebaut wird, und diese Wände (Brandwand) werden von vornerein entsprechend ausgeführt (Isolierung von Aussen)
Gruß
Hartmut



@ Helmut Hees



Holz hat einen Dämmwert von 0,13 (W/m²K), ein Dämmstoff z.B. 0,04 (W/m²K), ein Poroton Dämmstein z.B. 0,10 W/(m²K). Die genannten Werte sind Materialwerte über den Wärmedurchgang. Man kann also leicht sehen, dass Holz diesbezüglich nicht besser ist, wie z.B. ein Dämmziegel. Holz hat allerdings den Vorteil, dass es eine verhältnismässig hohe materialspezifische Oberflächentemperatur hat. (Je höher die Oberflächentemperaturen sind je niedriger kann ich ohne Komfortverlust die Raumtemperaturen halten)

Grundsätzlich gilt die EnEV für alle Bereiche, in denen Bauarbeiten durchgeführt werden (hierunter fällt auch eine Nutzungsänderung, z.B. Scheune in Wohnraum). Für einen Altbau gelten allerdings andere Werte. Z.B. eine alte Wand, die ich dämmen möchte, muss ich entsprechend der EnEV dämmen. Neue Bauteile oder alte Bauteile die durch neue ersetzt werden unterliegen ebenfalls der EnEV.
Eine hinterlüftete vorhandene Wand trägt zum Wärmeschutz nur durch einen anderen Wärmeübergangskoeffizienten bei. Sie hat selber keinen dämmenden Effekt, was auch leicht nach zu voll ziehen ist.



innen oder außen



alles was sie innen dranmachen, macht die Wand von außen kälter, Luft zwischen "außen-Wand" und InnenBohlen macht das ganze zum russischen Roulett. Bauphysik ist nicht errechenbar. Der Berechnung kann man glauben oder sie kann richtig sein oder nicht - das Ergebnis (sichtbar erst nach zig Jahren) wird die Fakten auf den Tisch legen.
Wenn Sie ein Verfechter von "no risc - no fun" sind - dann nur zu!
Wenn es aber langfristig funktionieren soll, dann muss die Ausführung 100(0) prozentig sein.
mfG

FK



Selbstverständlich



kann man Bauphysik berechnen. Man muss die Ergebnisse lediglich richtig deuten und entsprechend damit umgehen! Wie es bei einer Berechnung halt immer ist.