Altbau Zimmertüren verzogen

30.08.2009



Hallo,
vielleicht weiß jemand Rat:
Beim Kauf meiner Wohnung (Bj. 1907) haben 2 Türen gefehlt (Küchenür und Wohnzimmertür). Beide habe ich auf dem Dachboden gefunden und aufgearbeitet. Jetzt habe ich das Problem, das die Türblätter in sich verzogen sind, meint, daß wenn die obere Ecke im Türrahmen anliegt unten ein Spalt von 10-15 mm bleibt. Kann man das richten? Würde die originalen Türen gerne erhalten.
Eine verzogene Zarge ist unwahrscheinlich, ist alles Stein auf Stein.

Herzlichen Dank im Vorraus



Hallo Wilm 33,



ja, das kann man richten!

zuerst muß man einmal darauf Wert legen, daß Feuchtigkeit gleichmäßig in das Holz eindringen kann, also Farbe ab im zu bearbeitenden Materialbereich. Du machst den Verzugsprozess, der durch schlechte Lagerung und viel Feuchteeinwirkung in der letzten Zeit stattgefunden hat wieder rückgängig...das geht.

Dampf hilft, aber ob der tief genug in das dicke holz eindringt, sei mal dahin gestellt.

Kannst Du Dich mit dem Gedanken anfreunden, die Tür in eine Badewanne zu tunken, sie formbar zu machen und diese Maßnahme zu "überziehen", also die Tür im nassen Zustand in die andere Richtung zu zwingen(um im getrockneten Endzustand die Tür saugend zu schließen)?...dann geht so was, Sorgfalt hilft.

Gruß...J.



Was soll das?



Eine alte Tür ist doch kein Bugholz-Möbelstück á la Thonet!

Was soll dann das mit Dampf Feuchtigkeit und so weiter?

Gehn tut das freilich mit dem zurück-verziehen der Türe!
Aber wie das erklären - ist etwas komplex.

Auf der einen Seite einspannen und dann mit einer Zwinge in die Gegenrichtung etwas überziehen und in der Lage mal einen Tag so lassen.
Das Knarzt und knackt etwas aber sollte so funktionieren!
Gemacht hab ich das schon öfters - aber beschreiben ist schwierig!
Allerdings ohne Badewannentunken, Dampfkochtopf für Zimmertüren etc.

Gutes Gelingen

FK



Türblatt richten



@ Florian Kurz
Deine Vorschäge funktionieren nicht. Wenn man ein Brett nur kurzzeitig belastet, ohne die innere Holzfeuchtigkeit zu erhöhen und dann wieder zu senken, passiert nichts.
Jürgens Vorschlag oben ist der einzig brauchbare. Ich würde allerdings auf die Badewanne verzichten, denn kurzzeitige Nässe hilft auch nicht, denn sie bleibt an der Oberfläche.

Ich schlage folgende Vorgehensweise vor:
(Habe damit schon ein doppelseitig bemaltes Holztafelbild gerichtet, bei dem sich ein mittleres Brett total verzogen und gedreht hatte und alles gebrochen war.)

- Die Farbe der Tür soll erst vollständig behutsam entfernt werden, damit das Holz atmen kann.
- Man baue liegend ein Folienzelt um das Türblatt herum, das komplett dicht sein sollte. Das muß nicht groß und kompliziert sein. Nur so, daß man ein flaches Gehäuse hat, in dem man die Tür auf Kanthölzern gelagert aufbewahren kann.
- Zwischen den Hölzern stell man flache Gefäße mit Wasser, welches verdunstet. Die Folie bildet einen geschlossenen Raum als System, so daß die relative Luftfeuchte gegen 100 % ansteigen kann und soll.
- Das läßt man ein paar Wochen so stehen, bis das Holz die höhere Feuchte aufgenommen hat. Nur Wasser nachfüllen.
- Die Kanthölzer muß man so lagern, daß man an der entsprechend verzogenenen Ecke noch drücken kann. Bsp. durch Schraubzwingen. Durch Druck stellt man die Lage des Türblattes so wieder her, wie man es braucht. Vielleicht etwas darüber.
- Die Kraft muß auch längere Zeit anhalten, aber Folie und Wasser kann und muß man dann wegnehmen.
- Die innere hohe Holzfeuchte geht langsam wieder auf das Normale zurück. Aber durch den anhaltenden Druck bleibt die Rückverformung so wie gewünscht erhalten.
Nachteil: Es dauert eben ein paar Wochen. Und man braucht etwas Platz dafür. Der Materialaufwand ist nicht groß.

Gutes Gelingen wünscht
D.Fr.



Funktioniert hats



dennoch in meiner Lehrzeit als Schreiner.

Wenn sich bis heute die Hölzer geändert haben und die akademische Wissenschaft ihren eigenen Gesetzten folgt - soll das dann eben nicht mehr funktionieren. Mir auch recht.

Man kann auch die Türe auseinander nehmen und neu und gerade verleimen.

Bei 10 - 15 mm würde ich aber mir den Gesamtaufwand überlegen.

FK



Mitunter trügt die Erinnerung auch.



Ohne Wasser wird das Richten der Tür erfolglos bleiben. Vermutlich sinnvoll wäre das partielle Wässern der Rahmenkonstruktion, Füllungen werden oft wieder "munter" und arbeiten in unliebsamer Weise. Trocknes Holz federt einfach zurück, spätestens nach ein paar Tagen wird alles wieder beim alten sein.

Wichtig: Was Holz muß wirklich im eingespanntem Zustand durchtrocknen können.

Grüße

Thomas