Lärchenholzverschalung hinterlüftet

05.03.2007



An der Südseite unseres Wohnhauses haben wir geplant, als Wetterschutz eine hinterlüftete Lärchenholzverschalung (Konterlattung mit Boden/Deckelschalung) auf die von innen gedämmte Fachwerkwand anzubringen.

Die Zuluft soll mittels einer "Knagge" mit Insektengitter an der Unterkante der Holzverschalung gewährleistet werden.
Die Abluft soll am Ortgang wieder austreten. Wie kann man dies konstruktiv ausführen?

Ist eine sägerauhe oder gehobelte Verschalung zu empfehlen?
Welche Bretterstärke nimmt man in der Regel?

Katrin



Das ist



aber schon eine sehr spezielle Frage. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man ohne weitere informationen mal eben im Forum eine Detailplanung bekommt. Aber vielleicht kann man interessantes zu dieser Frage in den Informationen des Holzbauvereins finden (www.dgfh.de/publikation-Infodienst-Holz.html).
Die Brettdicke liegt meistens bei 19 bis 21 mm.
Sägerauh oder gehobelt ... darüber streiten sich die Gelehrten. Ich persönlich ziehe für ein Wohnhaus eine gehobelte Ware vor. Beim Schuppen darf es ruhig sägerauh sein. Ist halt Geschmacksache.



Also,



ein richtig ökonomisch denkender Mensch, sagen wir ein Niederländer (dort ist das Holz ja auch seltener als bei uns) würde ein 21er Brett noch diagonal durchschneiden, um zwei daraus zu machen. Ich halte mehr von einer etwas derberen Verschalung, also eher 24 bis 28 oder 30 mm und oute mich damit wohl als Traditionalist.
Konstruktive Ausführung: einfach Platz lassen und Gitter vorsetzen (Fliegendraht oder Gaze). Sägerauh genügt, richtig rauh ist es sowieso nicht.

Grüße



Dagegen ist nichts zu sagen,



hier zeigt sich vielleicht, dass es von hier aus nur knapp 10 km bis zur holländischen Grenze sind. ;-))



Sägerauhes Holz



bietet dem Wetter mehr Angriffsfläche, hält das Wasser länger. Insofern liegt die Vermutung nahe, daß eine sägerauhe Verschalung eher "stirbt". Wenn geölt oder lasiert werden soll, ist ohnehin die gehobelte Variante vorzuziehen.

Warum 30mm starke Verschalung? Der kluge Bauer hat seine Dielen auf den Boden gelegt. 20-22mm reichen völlig, auch historisch gesehen war es, besonders im 19. und 20. Jh., selten mehr.

Grüße

Thomas



Zur Theorie



von Herrn Böhme gibt es natürlich noch die Gegentheorie:
Sägerauhes Holz hat eine größere Oberfläche und kann aus diesem Grunde besser und schneller trocknen, so wird dem sägerauhen Holz eine längere Lebenszeit zugerechnet.
Was jetzt stimmt kann sich jeder aussuchen. Ich denke es macht keinen gravierenden Unterschied.
Mit der Auswahl von gehobeltem Holz bei einem geplanten Anstrich gebe ich ihm allerdings recht.



Worauf ich in aller Kürze



noch anmerken möchte, daß viele bei sägerauhen Verbretterungen im Außenbereich sofort an diese tatsächlich oft alten und wunderbar gealterten Schalungen in den Alpen, oft aus sägerauher Lärche, denken.

Nun ist das Alpennadelholz den entsprechenden Flachlandgewächsen in Sachen Haltbarkeit überlegen, auch ist das Gebirgsklima für das Überdauern von Holzkonstruktionen sicherlich besser als das im Flachland.

Wie auch immer, wenn wir alle dieselbe Theorie zum Thema hätten, worüber sollten wir dann disputieren? Schrecklich wär's!

Grüße

Thomas



Stimmt



Gruß Fred



Sägerauh/gehobelt



Meine Erfahrung dazu:
Wir haben eine Boden-Deckelschalung aus unbehandeltem Douglasienholz. Das Holz habe ich sägerauh bekommen, einen Teil der Bretter habe ich vor dem Anbringen durch die Hobelmaschine gejagt, d.h. wir haben sägerauhe und gehobelte Bretter an der Fassade.
Nach einem Regenschauer ist das sägerauhe Holz triefend nass, es sieht aus, als ob das Wasser richtig in das Holz eingezogen ist. An den gehobelten Brettern hängen lediglich ein paar Tropfen.

Grüße,
Ralf P.