Holzterrasse behandeln ?

21.08.2004



Hallo zusammen,

ich habe mir ein Deck aus Douglasienbrettern gebaut, rund 25 qm. Das Holz liegt unbehandelt und fängt jetzt an zu vergrauen. Wird das später so wie bei Teak oder muss ich die Bretter behandeln. Der Händler sagt, für die Haltbarkeit sei es nur sinnvoll, wenn man eine pigmenthaltige Lasur nimmt, die aber für meinen Geschmack das Holz zu dunkel macht. Alles andere (farblose Lasur, Öl)sei nur für die Optik. Hat jemand schon Erfahrungen gemacht und kann mir dazu etwas sagen ?
Vielen Dank



Vergrauung



Hallo Herr Fladung,

Holz vergraut immer. Mit pigment-haltigen Anstrichen erreichen Sie einen gewissen Lichtschutz - dann haben Sie aber auch "Farbe" auf dem Holz, je nach gewähltem Pigment. Wenn Sie einen gewissen Nässeschutz erreichen wollen, empfiehlt sich ein Anstrich mit Leinöl oder Tungöl. Diese Öle trocknen sehr langsam. Wenn es schneller gehen soll, können Sie auch bleifreie Firnisse aus diesen Ölen verwenden oder Standöle - das sind Öle, die durch längere Standzeiten vor-polymerisiert sind und ebenfalls schneller trocknen, sind aber auch wesentlich teurer. All diese Öle sind diffusionsoffen und lassen Feuchtigkeit im Holz auch austreten.

Gruß aus BS



Weißpigment



Öl allein schützt bereits vor Eindringen von zuviel Feuchtigkeit. Das Holz vergraut dann weiter, bekommt aber weniger Risse und Verwitterung als unbehandelt. Man kann zum Aufhellen dem Öl oder der Lasur auch ein WEIßES Pigment oder einfach Kalk ( man denke an die spanischen Pinienmöbel )hinzufügen. Z.B. gibt Lasur kieferfarbig plus Kalk einen schönen Farbton. Nach meiner Erfahrung hält Öl auf horizontalem, begangenem Holz aber viel mehr aus als Lasur.



Vergrauung



Zu allererst sollte man sich darüber im klaren werden, ob die Vergrauung überhaupt ein Problem darstellt, da es hierbei nur um das Aussehen geht.
Eine einmal farbig behandelte Fläche muß ständig nachbehandelt werden um die gewollte Optik beizubehalten. Da es sich um eine mechanisch stark beanspruchte Fläche handelt wird man vermutlich spätestens alle 2 Jahre nachstreichen müssen. Um eine lange anhaltende Wirkung durch einen Ölauftrag zu erhalten wird man diesen auch häufig nacharbeiten müssen. Und um wieviele Jahre, die Haltbarkeit der Fläche durch die Behandlung erhöht wird kann sicher auch niemand mit Bestimmtheit sagen.
Bei mir hat ein Belag aus einfachen 2 cm Fichtenbrettern ca. 10 Jahre gehalten. Nach der Sanierung habe ich mich für Lärche entschieden und rechne nun mit einer Lebenszeit von ca. 15 Jahren. Wenn man die Haltbarkeit durch eine Behandlung vielleicht um 3-5 Jahre verlängern kann wäre mir persönlich der Aufwand hierfür zu groß. Ich habe mich entschieden die Bretter unbehandelt, nach 15 Jahren in Ofenholz umzuwandeln und durch neue Bretter zu ersetzen.



Da steh' ich nun....



Tja, was soll ich sagen, offensichtlich gibt es kein klares Ja oder Nein zu der Frage. Angesichts der Kosten für eine Behandlung mit Öl von ca. 70 Euro wäre das rechnerisch sicher zu begründen, wenn die Terrasse drei Jahre länger hält und - ganz wichtig - die Optik eben immer noch Douglasie ist. Nachteile jedenfalls scheint es nicht zu geben, und wie es aussieht, kann man ja mal an einem Rest testen. Ein farbiger Anstrich kommt für meine Person nicht in Frage, den Rest der Familie muss ich noch befragen.Wenn sich aber durch das Öl ein Effekt ergibt wie bei Teak ( sieht mit Patina auch sehr schön aus, wirkt aber geölt eben frischer ) und nebenher die haltbarkeit verbessert wird, tendiere ich dazu, im Herbst den Brettern einen Ölanstrich zu verpassen. Gibt es vielleicht noch Aspekte, die bisher nicht zur Sprache kamen ?



Douglasie,



wird auch nach einer Ölbehandlung vergrauen. Das Vergrauen kann man nur durch Farbpigmente verhindern. ein wenig Weißpigment ins Öl für die Behandlung eines Terrassenbelags dürfte nach meiner Meinung nicht ausreichen.
Ich bin gespannt ob jemand andere Erfahrungen gemacht hat.





Hallo Herr Fladung,

ich bin ebenfalls gerade dabei mir eine Terrasse aus Douglasienriffelbohlen zu bauen. Wir stehen vor dem ähnlichen Problem, wir möchten das Holz ölen oder lassieren, so dass es dem bankiraiholz ähnelt.

Wir haben nun schon div. öle ausprobiert, nur keines gefällt uns wirklich gut. Als alternative käme eine Lassur in betracht, doch davon sind offensichtlich viele nicht begeistert, da die farbe abblatzen kann und rasch Laufwege zu erkenn sind.

Können Sie mir Ihre Erfahrung seit 2004 mitteilen ?



Erfahrungen aus den vergangenen Jahren



Wir haben uns darauf eingelassen,die Terrasse mit Teak-Öl zu behandeln. Dadurch ist sie jetzt dunkler als der ursprüngliche Farbton geworden, der Boden passt jetzt zu den Möbeln. Das Streichen geht schnell, wir nutzen immer einen Herbsttag,um das Holz vor dem Winter sozusagen zu imprägnieren. Ob die Bretter deshalb länger halten, kann man nach den wenigen Jahren noch nicht sagen. Eines musste allerdings bereits getauscht werden, es war verfault (eben Baumarktqualität, das hatte mir der Händler schon angekündigt, bei dem ich den Großteil der Bretter gekauft hatte).
Im Moment würde ich sagen, es war die richtige Entscheidung.



Lasuren,



also stärker schichtbildende Farben, sind gleich welches Bindemittel verwandt wurde, Unsinn auf Terrassenbohlen. Der Wasser- und Wetterbelastung auf waagerechten, profilerten Hölzern sind sie nicht gewachsen.

Es sollte ein Terrassenöl verwandt werden, das dringt ein.

Es gibt auch pigmentierte Terrassenöle, die sehr wenig filmbildend wirken. Zu entsprechenden Produkten von "Natural" kann ich gern nähere Informationen mailen.

Grüße

Thomas



Was tun wenn bereits lasiert



Wie behandelt man denn am besten eine Douglasienterasse die bereits (vom Vorbesitzer) lasiert wurde (anstatt ölen).

Sind Risse in der Lasurschicht gefährlich?

Was tut man, wenn sich irgendwann Laufwege abzeichnen?

Dort dann ölen ist doch sicher Quatsch! Oder?



Hallo Jan,



der thread ist 5 bzw. 9 Jahre alt. Als neue Frage wäre das Problem besser aufgehoben gewesen.

Laufwege könnte man ggf. separat nachölen. GGf. auch komplett dünn darüberölen. Oder gar nicht nachölen. In jedem Fall muß man mit einem suboptimalen Ergebnis leben.

Grüße

Thomas