Welches Strahlmittel - welche Körnung bei Lackentfernung an Treppe ca .1930




Hallo zusammen,

nach langem Durchforsten des Forums habe ich mich entschlossen die Treppe zur Lackentfernung zu strahlen.

1)Welches Mittel ist am besten geeignet? - von QuarzSand wurde von einem Mitglied hier abgeraten.

2)Welche Körnung wird benötigt?

3)wieviel benötigt man in etwa? 15 Stufen jedoch mehr das Geländer und Wangen sowie 6qm Boden. Stufen sind mit Belag beklebt - abziehen des Belags ist recht einfach, aber wie den Kleber entfernen. Strahlen?

4)Ist das Strahlmittel wiederzuverwenden - ist ein Sieben notwendig?

5)Was ratet ihr zur Endbehandlung - Hartholzöl?

Bin für jede Antwort dankbar
Gruß
Stefan





Hab da zunächst mal ne Frage.
Aus welchem Baustoff ist die Treppe.
Beton, Stahl, Holz?

Für den Fall das es eine Holztreppe ist kannst Du den Gedanken mit dem Strahlen wieder verwerfen.
Funktioniert nicht. Das Holz wird dabei völlig Ruiniert.

Du wirst hier um Schleifen oder Beizen oder beides zusammen nicht herum kommen.

viele Grüße



Strahlen



die Aussage von Herrn Schröters kann ich mich nicht anschließen..Ich habe in der Vregangenheit beste Ergebnisse mit dem JOS-Microstrahlverfahren gemacht...
Sollte es eine Holztreppe sein so können die Lackschichten in meheren Arbeitsgängen im JOs-Verfahren entfernt werden.
Zum Einsatz sollte Kirschkernmelhl etc .kommen .
Max Arbeitsdruck sollte bei 1 Bar liegen ..Körnung 0,06.
Weitere Infos gerne auf Anfrage





@Peter Schneider
aha, interessant.
Naja wenn Du das schon hinbekommen hast ist das wohl so. Ich hab es mehr mit Stahl, Mauerwerk und Beton. Hab vor Jahren mal bei nem Holztor versucht die Farbe abzustrahlen. Entweder der Druck war zu gering, so das die Farbe nicht abging oder zu groß, so das die Farbe zwar abging des Holzes jedoch viel zu stark beschädigt wurde. Holz ist eben eine Sonderfall, unterschiedliche Härten in einem Baustoff.
Naja wie dem auch sei, nicht schlecht Peter.
Allerdings, wie lang strahlst Du dann bei 1 Bar mit Kirschkern oder Haselnussmehl an einer Stufe?
Und nachschleifen muß man auchnoch!
Von vornherein Abbeizen und oder Schleifen ist sicher Wirtschaftlicher.

gruß jens



Da haben wohl...



der Jens wie auch der Peter recht:

Eine recht schonende Lackentfernung auch auf Holz ist möglich (schleifen ist trotzdem unumgänglich), in der Hand eines Profis kann solch Gerät Einiges leisten. Wenn ein Möchtegernstrahler aber zuschlägt, sieht es günstigstenfalls so aus wie auf meinem Hockerbein aus Buche(und das war ein vom Trockeneislieferanten Linde empfohlener Fachbetrieb).

Also ein ganz klares "Finger weg" für Leute, die sich irgendwo solch Teil ausleihen können, und nun nach dem geeigneten Strahlmittel suchen. Holz verzeiht das nicht.

Ich halte allerdings bei einer Holztreppe dem Aufwand für unangemessen. Beim Fachwerk, Verkleidungen etc. ist die kaum ganz vermeidbare Strukturierung des Materials nicht störend, bei Treppenstufen schon. Es muß ohnehin in mehreren Körnungen geschliffen werden. Da sollte sich doch für die Farbentfernung denn auch noch ein weniger staubiges Verfahren finden. Heißluft und Nachwaschen mit einem passenden Abbeizer können unter passenden Umständen das Schleifen sogar zuweilen überflüssig machen.

Grüße

Thomas





Hallo, Nerv ...
ich gehe mal davon aus, dass die Treppe aus Holz ist, da Du ja als Endbehandlung Holzhartöl ansprichst, was auch durchaus ok ist. Aber die Vorbehandlung ist entscheidend, und meiner Ansicht nach solltest Du die Treppe mit rohem Leinöl einpinseln, -streichen, -reiben oder wie auch immer, ca. 30 Minuten ziehen lassen und dann mittels eines Fön´s (den Du nicht zu nahe dranhalten darfst, damit das Holz nicht verbrennt)und einem Schaber oder Spachtel die Farb- oder Klebereste abschieben kannst. Durch die Vorbehandlung mit Öl heben sich die alten Rückstände in Blasen ab und Du kannst sie relativ problemlos und schonend abschieben... und von unten nach oben arbeiten, logischerweise.
Wenn alles runter ist, die Treppe anschleifen, nochmal gut ölen, damit das wahrscheinlich alte Holz richtig ausgesättigt ist. Wenn das
Öl vollständig aufgesaugt ist, dann kannst Du mit dem Holzhartöl weiterarbeiten ... mindestens 2 Anstriche, wobei
zwischen dem 1. und dem 2. Anstrich ein Zwischenschliff erforderlich ist, um eine härtere Vernetzung zu erzielen und
die Oberfläche auch nachher strapazierfähig und abriebfest ist. Außerdem dient der Zwischenschliff auch zum Beseitigen sich evtl. aufstellender Holzfasern. Der Arbeitsablauf erfordert zwar ein wenig Geduld, aber die Mühe wird sich lohnen. Sollten sich nach dem Abschleifen Farbunterschiede
sichtbar machen, kannst Du das Holzhartöl auch leicht pigmentieren (Lasur), keinesfalls deckend ... das wäre Stilbruch am Holz.
So, jetzt habe ich Dich ganz schön zugetextet ... sollte auch nur eine Empfehlung sein. Und wie immer Du Dich entscheiden wirst ... wünsche Dir viel Erfolg dabei.

LG Christine



@ Christine



Das Schleifen von leinölgetränktem Holz mit Farbresten würde mir keinen Spaß machen, denke ich. Auf Treppen ist die Aushärtezeit schon wichtig, Leinöl braucht deutlich länger, ca. 3 Tage. Auf hellen Hölzern wird der intensive Gilbton des Öles vermutlich stören.

Leinöl als Abbeizer? Das teste ich jetzt.

Grüße

Thomas



Danke Euch (zwischendurch)



Hallo,
Danke für Eure Antworten!!!
Sorry, hatte es nicht explizit erwähnt, ist natürlich eine Holztreppe.

Hättet Ihr noch einen Tipp für die Kleberentfernung? Denn das ist die erste Arbeit, die ich beginnen will. Dann wären die Stufen mal frei und begehbar.

Mit dem Strahlen bin ich noch uneins. Denke, daß der ein oder andere noch weitere Erfahrungen hier einbringt.

Gruß
Stefan



Was ist denn jetzt...



...auf dem Holz?

Eine Bierlasur auf dem Geländer ließe sich mit Spiritus abwaschen.

Grüße

Thomas



Thomas



... öliges Holz schleifen, da hast Du schon recht, aber das
Holz wird nicht ölig sein, denn das erste Ölen AUF den
Farb- und Klebereste dient ja nur zum Erweichen. Nachdem
der Heißluftfön seinen Dienst getan hat, wird das Holz nicht
mehr ölig sein. Probier´s halt auch mal aus.
Ich weiss natürlich nicht, was das für ein Kleber ist, der runter muss, notfalls ginge es auch vielleicht mit Balsam- oder Orangenschalentermpentin, aber wenn man da nicht vorsichtig und punktuell arbeitet, ist das Mist für´s Holz.
Man muss halt mal vorsichtig an einer Stelle ausprobieren.
Ja und die erste Ölgrundierung dann benötigt - wie Du schon
sagst - mindestens 3 Tage zum Trocknen und die endgültige Aushärtung dauert wahrscheinlich noch länger, aber ich denke, das Holz wird extrem viel Bedarf haben, sodass der
Trocknungsprozess schneller geht und die nächsten Anstriche
erfolgen können ... nur mit die Begehung der Treppe sollte ein paar Tage abgewartet werden.

LG Christine



@ Christine



Mein Öltest verlief negativ. Auf einem alten , ölfarbengestrichenen Schrank habe ich in einer Partie Leinöl aufgetragen, in der anderen nicht. Weder nach 2 Stunden, noch nach Einwirkung über Nacht haben sich Unterschiede bei der Heißluftentfernung gezeigt. Mit der richtigen Temperatur und einer ordentlichen Spachtel geht's überall gleich ab. Auf Schellacken bzw. Bierlasuren erwarte ich kein anderes Ergebnis.

Das Öl hat keine verseifenden oder lösenden Eigenschaften, und kann deshalb nicht in die ausgehärteten Lackschichten eindringen.

Dazu braucht's halt Abbeizer. Da die auf dickeren Krusten mehrfach eingesetzt werden müssen, und die Heißluftentfernung bei dicken Schichten besonders gute Ergebnisse bietet, mein Vorschlag zur Kombination beider Verfahren, es hat sich bei mir sehr gut bewährt.

Beim schonenden Erwärmen sollte sich die Farbschicht auch unter dem Kleber erweichen. Am besten wäre natürlich eine Strahlungsquelle, wie der Speedheater. Alternativ funktioniert es auch mit einem mehrstufigen Wärmstrahler, wie er über Wickeltischen gern angebracht wird. Gut lüften.

Grüße

Thomas



Thomas



Abbeizer stinkt und macht das Holz porös, aber gut.
Den Speetheater habe ich ja auch und habe ihn bewusst
hier nicht ins Gespräch gebracht, weil es dann gleich
wieder heißt "die will nur Ihre Produkte verkaufen!".
Wenn der "Nerv" jetzt nicht genervt ist, kann er sich
den Speedheater (der ziemlich teuer ist, für den nur
einmaligen Gebrauch) auch bei mir ausleihen ... wenn er will. Aber, wer noch nie mit diesem Gerät gearbeitet hat,
hat gerne mal schnell das Holz verbrannt.

LG Christine
Und ich verwette meinen H..., dass mit Öl vorgetränkte
Altlasten sehr wohl problemlos und schonend zu entfernen
sind...





der Wetteinsatz ist mehr als okay-:)



@ Jens



Spottdrossel :-)

@ Christine

Das Leinöl tränkt aber nicht vor, weil es von Lacken nicht aufgenommen wird. Und es reagiert auch nicht mit Ihnen. Wie man auch immer zu der Leinölbehandlung von Hölzern stehen mag, als Abbeizer ist es wirkungslos.

"Abbeizer stinkt und macht das Holz porös"

Das ist ein Vorurteil. Immerhin laufen unter diesem Oberbegriff verschiedenste Substanzen, die verschieden wirken und je nach Lack eingesetzt werden können. Manche stinken, auch heute noch; andere Rezepturen wurden verbessert, es gibt auch gänzlich neue Ansätze außer den 2 vorherrschenden Wirkungsgruppen (Verseifen mit Laugen und Lösen mit stark reaktiven, leicht flüchtigen Lösemitteln).

Es gibt sogar pflanzliche Abbeizer, und sie wirken trotzdem (oder gerade deswegen).

Holz ist vom Grunde her porös, auch ohne Abbeizer. Ohne Poren kein Holz. Schäden am Holz können duch fachgerechte Anwendung ausgeschlossen werden.

Grüße

Thomas



Thomas ...



was willst Du mir denn hier erzählen. Natürlich reagiert Leinöl auf und auch mit Farb- und Kleberückständen, nur nicht mit Acryllacken. Öl soll ja auch lediglich dazu dienen, dass
beim Abschieben des Übels die Holzoberfläche geschont wird,
ich höre schon förmlich das Kratzgeräusch in meinen Ohren,
wenn man trocken entlastet...womöglich noch mit dem Stemmeisen ... na super.
Und dass Holz von Natur aus porös ist, stell Dir vor, das
weiss ich auch schon, aber natürlich porös, hat nichts mit
verbeizt bzw. verbrannt porös zu tun. So habe ich das nicht gemeint. Wie dem auch sei ... jeder sollte seine Erfahrungen machen und für sich selbst die optimale Lösung finden. Sind ja auch nur Tipps, die hier gegeben werden ...
und Tipps sind nicht Gesetz.
Vielleicht steht mir aber auch die Abbeizpaste im Moment ziemlich oben (und am meisten in der Nase),
weil ich gerade dabei-bin, ein altes Holzschiff aufzuarbeiten und mich dazu habe hinreißen lassen, auf das
verwinkelten Schiffsdeck Abbeize zu schmieren, um die alten
Lacke aus den Ecken zu bekommen ... größter Fehler, den ich
machen konnte ... das Schiff sah danach aus wie "der Untergang der Titanic".Mittlerweile siehts ja schon wieder gut aus.Aber jetzt Schluss mit "Schiff". Es geht ja schließlich um die Treppe. Also ich stehe auf die Ölvariante, andere auf Abbeizer und wieder Andere Schleifen direkt den ganzen Kram runter, wenn dann anschließend noch
was vom Holz übrig ist, dass man begehen kann ... ist doch
super.
Ok...genug gelabert ... wünsche Dir ein schönes Wochenende
LG Christine



Wette meinen H



@ Jens
vor der Wette wäre interessant ,den Wetteinsatz "H" mal sehen zu können . Wer kauft denn die Katze im Sack !Grins !





So, wunderbar, hab mitgelesen Christine!
Also an nem Schiff sind wir am Rumbasteln.
Wasn mit ner Einladung zur Dampferfahrt für den Premiumjens?!
Aber nur wenn es sich nicht um ein Ruderboot handelt.

Maschinist auf nem Ruderboot sein hab ich keinen Bock zu-:)
Da könnteste ja den Thomas für mitnehmen(Galeerensklave taugt der für!).





Auf einer Galeere tritt der Takttrommler vor die Rudersklaven und verkündet:

"Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für euch. Die gute Nachricht: Es gibt heute Mittag die doppelte Ration. Die schlechte Nachricht: Der Kapitän will heute Nachmittag Wasserski laufen."



Churchill...



...lag da schon goldrichtig: "No Sports".

@ Christine

Abbeizer verschiedener Zusammensetzung verwende ich auch auf Kunstgut, wo hinterher gar nicht geschliffen werden darf - es ist da also nicht möglich Fehler und Schäden durch Überschleifen zu korrigieren. Dazu macht mann (frau) vorher in jedem Falle Proben, je nach Aufgabenstellung auch eine Lackanalyse, wenn man sich hinsichtlich der zu entfernenden Schichten unsicher ist. Keinesfalls schmiert man da irgenwas irgendwohin, dann sieht es aus wie vermutlich auf dem Boot bei Dir. Auch für Bootslacke gibt es zuverlässig arbeitende Abbeizer.

"Natürlich reagiert Leinöl auf und auch mit Farb- und Kleberückständen" Wie denn? In meiner Praxis finden sich keine Hinweise darauf, daß Leinöl Lacke anlöst oder anquillt. Auch in der mir zugänglichen Fachliteratur steht nichts dazu. Als "Gleitmittel" zur schonenderen Lackentfernung? Dann hat man statt trocknem Sondermüll öligen Sondermüll erzeugt, nicht mehr. Wenn das Öl AUF dem Lack liegt, kann es nicht das Holz DARUNTER schützen, es wird einfach mit weggeschoben. Da wo es doch in das Holz dringt, erschwert es hinterher das Schleifen.

Der Schutz des Holzes erfolgt bei der Wärmeentfernung von Lacken durch die richtige Temperatur (wobei der Speedheater gute Dienste leisten kann) und duch die Verwendung geeigneten Werkzeuges. Spachteln richte ich mir immer extra her.

Mir scheint, Du hast Dich da an dem Boot mehr gequält, als nötig war.

Denn man immer eine Spanne Wasser unterm Kiel.

Grüße

Thomas



Hallo Jens ...



wenn Bootstour, dann aber nur Tretboot. Ich werde auch
das Treten übernehmen ... muss ja meinen H... in Form
halten. Nein, jetzt mal Spaß beiseite ... Du hast mich
da falsch verstanden. Das ist natürlich nur ein Boot
in der Länge von ca. 1 m, eine handgeschnitzte Nachbildung
des Flaggschiffes Victory (Admiral Lord Nelson 17.-18. Jhrhd.)Das hat mein Papa (Schreiner) mal vor 20 Jahren
geschnitzt und seitdem verstaubt es in seiner Werkstatt.
Ich bin dabei, das aufzurestaurieren ... vielleicht krieg
ich´s los.
Ich muss da auch dem Thomas Recht geben, das mit der Abbeize
war schlicht und ergreifend Blödsinn von mir. Aber ich habe
es ja gerettet. Stelle Euch vielleicht mal ein Vorher-Nachher-Bild rein.
Diskutiert noch ein bisschen, damit der arme Nerv endlich mit seiner Treppe zu Potte kommt ... dann vielleicht doch
Sandstrahlen oder so ...

LG Christine





Und wie ist das nun mit dem "H" verwetten ?