Hausschwamm im Keller entdeckt!??

14.04.2013 Luky



Hallo,

ich bin neu hier und habe eigentlich kein Fachwerkhaus aber hoffe trotzdem (im Voraus) ein paar Antworten bzw. Tips auf meine Entdeckung = mein Entsetzen und die richtige Vorgehensweise von gestern zu bekommen.

Zur Vorgeschichte:
Das Haus hat einen Natursteinkeller mit einem in Holzriegelbauweise errichteten Erdgeschoss und sitzt soweit ich informiert bin direkt am Felsgestein auf.
Ursprünglich lag die zum Hang geneigte Seite des Kellers frei, wurde aber vor ca. 20 Jahren im Zuge der Asphaltierung der Zufahrtsstrasse bis zur Kellerdecke aufgeschüttet und mit Apshalt dicht gemacht.
Abgedichtet wurde scheinbar (auf Fotos ersichtlich) nicht, lediglich Bitumenwellplatten wurden als Schutz gegen die Wand gelehnt.
Eine Stelle wurde nur mit Rasengittersteinen abgedeckt, was nun scheinbar zur Folge hat, dass diese Wand jahrelang durch schmelzwasser und möglicherweise unterirdisches Wasser komplett durchnässt wurde.
Die Wand an dieser Seite ist innen grün (Moos?).
Durch diese Durchnässung zog sich die Feuchtigkeit am Boden und in der wand wahrscheinlich bis zur anderen Seite, wo ich diese schreckliche Entdeckung machte.
Auf fast der ganzen Länge liegt all diese Jahre schon Brennholz schön aufgestapelt bis zur vorderen (gegenüber der im Erdreich befindlichen Wand)Wand, wo sich an der untersten Reihe schön dieses Geflecht ausbilden konnte.
Das Holz ist dort unten auch schon richtig nass.
Ganz vorne auf einer mit Holzbalken verkleideten Wand befand sich auf einer darauf montierten Faserplatte (mit Kontakt zum Brennholz) der scheinbare Fruchtkörper.
In dem Keller gibt es keinen Luftzug (da auch keiner dort wohnt) und nach Messung mit einem Hygrometer gab es bei 8°C ca. 90% Luftfeuchtigkeit, das scheinen ja ideale Bedingungen zu sein..
In meinem Übereifer habe ich dann die Faserplatte demontiert, alle auf der Wand montierten Holzteile demontiert und das Brennholz rausgeräumt.
Außerdem habe ich dieses Watteartige Zeugs von der Wand und aus den Fugen gekratzt.
Ein Bekannter meinte das wär jetzt nicht so schlimm ich sollte nur darauf achten, daß keine Holz-Verbindungen zu den Holzbalken des Erdgeschosses bestehen dann kann nix sein.
Außerdem sollte ich für Durchlüftung des Kellers sorgen, bestenfalls dauerhaft durch Lüftungsschlitze oder dgl.
Dass ich das Erdreich entfernen und nach der Ursache für die hohe Feuchtigkeit suchen muß ist mir klar, nur was passiert dazwischen?

Ich konnte auch sehr viele dieser Stränge im bzw. am Mauerwerk feststellen, daher beunruhigt mich das ganze jetzt etwas nachdem ich mehr darüber gelesen habe.
Wer weiß wo es herkommt bzw. wo es schon ist?

Die Balken dürften derweil nicht befallen sein (falls dieses Ding wirklich gefährlich ist) ich habe sie mit einem Schraubenzieher auf Stoß auf Festigkeit geprüft.

Ich habe sehr viele Fotos von der Situation gemacht, also wenn noch welche benötigt werden poste ich sie gerne.

Wahrscheinlich werde ich einen Profi für die Beurteilung der Situation brauchen, allerdings möchte ich mir nichts einreden bzw. aufbrummen lassen daher wende ich mich zuerst an dieses Forum um vorbereitet zu sein.

Ich hoffe auf eure Hilfe.

Vielen Dank im Voraus.

Lukas.





Hier noch ein Bild des auf der Faserplatte gefundenen Pilzes.



Hausschwamm



Neben den flankierenden bekämpfenden Maßnahmen ist der Schlüssel zum Erfolg einer jeden Hausschwammbekämpfung der Grundsatz, die Ursachen zu finden und sie nachhaltig zu beseitigen.

Sie sollten sich einen Sachkundigen vor Ort holen.Ferdiagnosen sind hier eher kontraproduktiv.

Befallsbestimmung,Befallsnachweis,Befallsbedingungen,und Befallbereich spielen hier eine große Rolle und sollten abgeklärt werden.

Mfg .P:S


mfg.P.Schneider





Hallo,

die Quelle ist das Holz. Sacken Sie es ab und verbrennen Sie das Zeug, vor allem: tragen Sie die Sporen nicht mit Schuhen und Klamotten weiter durch das Haus.
Dann dürfen Sie sich einen Sachverständigen holen, der Ihnen Ratschläge gibt, wie zu desinfizieren ist.
Vielleicht ist der Schwamm in Österreich auch noch meldepflichtig ?

Grüße





Vielen Dank soweit.

Leider hatte ich nicht genug Zeit und Platz im Garten um das ganze Holz restlos aus dem Keller zu entfernen.
Ich hoffe in den nächsten Wochen wütet dieses Ding nicht wieder weiter munter vor sich hin.

Wer ist bei solchen Angelegenheiten der richtige Ansprechpartner?
Muß es ein Experte im Bereich Holz sein oder kann es auch "nur" ein Baumeister mit Sachverständigerfunktion aus der Umgebung sein? (der dann ev. weiterleitet)

Hier noch ein Bild aus einem anderen Bereich des Hauses und zwar beim Stiegenaufgang vom Keller zum Obergeschoss.
Durch die ständige Feuchtigkeit hat sich auf dieser tollen Tapete sowieso überall Schimmel angesiedelt, aber das auf dem Foto ersichtlichen Objekt ist kein schimmel, oder etwa doch?
Ich habe die Tapete an dieser Stelle entfernt und auf der darunter liegenden Holzplatte war nichts mehr zu sehen.
Falls das auch eine Art Schwamm sein könnte habe ich wohl Grund zur Sorge, denn dieser Bereich ist gegenüber der Stelle im keller..

Danke.





"SCHÖNES" Bild.
Ich seh darin einen aktiven Befall mit Hausschwamm.
Er lebt von Holz. Aber es gibt hier noch Spezialisten, die sowas genauer bestimmen können. Warten Sie noch mal bis morgen.
Der SV sollte für die Fachrichtung Holzschutz sein.

Grüße



Schwamm



Das schaut nicht gut aus. Woraus besteht denn der geflieste Sockel? Den würde ich wenn möglich, schnellstens entfernen. Ebenso alles Holz, und nicht nur raus sondern so schnell wie möglich verbrennen. Pilze können recht schnell wachsen.

Und idealerweise morgen früh einen Fachmann kontaktieren.

Viel Glück.





Der geflieste Sockel besteht aus der Natursteinmauer aus welcher der gesamte Keller besteht.
Ist im Innenraum wo die Fliesen geklebt sind verputzt.
Obendrüber eben die Holzkonstruktion.

Na dann bleibt mir nur mal das Beste zu hoffen..



Echten Hausschwamm



Hallo,

der Fruchtkörper an der Holzfaserplatte und die ausgeprägten Mycelstränge weisen eindeutig auf Echten Hausschwamm (Serpula lacrimans) hin. Anhand der Bilder und Ihrer Schilderungen handelt es sich um einen hoch aktiven Befall. Der Pilz hat offenkundig geradezu ideale Lebensbedingungen im Keller vorgefunden.

Ihre Erste-Hilfe-Maßnahmen zum Nährstoffentzug waren richtig. Nun muss schnellstens eine fachkundige Untersuchung erfolgen. Mit Wuchsleistungen von bis zu 9 mm pro Tag (bei optimalen Bedingungen) und der Fähigkeit des Pilzes, feuchtes Mauerwerk über größere Strecken zu durchwachsen, ist Ihre Holzkonstruktion im Erdgeschoss definitiv gefährdet.

Sie können sich u.a an die Holzforschung Austria in Wien wenden. Weitere Adressen finden sie hier:
http://www.holzfragen.de/seiten/holzschutz_ausland.html

Gruß
Boris Blenn





Vielen Dank soweit für die Informationen.

Ich habe am Mittwoch mit einem Zimmerermeister aus der Gegend eine Begutachtung der aktuellen Situation.





So heute war die Besichtigung bzw. Begutachtung des Zimmermanns.
Er sagte es sei der echte Hausschwamm.
So wie es aussieht habe ich noch Glück gehabt und es wurde (noch) kein Holz vom Haus selbst angegriffen.
Wir haben auch bei der anderen Stelle aufgemacht, war eine Rigipsplatte mit Dämmung dahinter - alles trocken und ok.
Es dürfte sich auf der StoffTapete unter den vorhandenen günstigen Bedingungen nach bzw. während dem Winter gerade angefangen gebildet zu haben.
Scheinbar Glück dass ich zu der Zeit da war und das Ganze bemerkt habe.
Die Tapete habe ich letzte Woche schon runtergerissen heut hab ich noch das komplette (nasse) Holz aus dem Keller und alles was dem Schwamm Nahrung geben könnte rausgeräumt.
Ich sollte für Lüftung sorgen, wenn nicht anders möglich Dauerlüftung um die Feuchtigkeit zu senken.
Macht lt. Zimmermann gerade im Sommer kein Problem.
Ich hab ihn darauf angesprochen dass ich so informiert bin, dass man gerade im Sommer nicht im Keller Lüften soll da sich sonst das Kondenswasser an der Wand anlegt und wiederum mehr Feuchtigkeit reinbringt.
Darauf meinte er es sei besser dauerhaft zu lüften statt gar nicht.
Ist das ev. bei Dauerlüftung wirklich so, dass sich die Feuchtigkeit innen und außen so angleicht dass dies kein Problem ist oder soll ich das besser kontrolliert machen?

Ich habe nämlich sehr wohl nasse (schwitzende) Kellerwände bekommen als die Fenster offen waren.
Feuchtigkeitswert im Keller ging aber auch runter.

Nur was passiert nachdem ich die Fenster wieder schließe?
Dann ist diese Feuchtigkeit eingesperrt im Keller und der Luftzug ist auch Futsch.

Ideal für den Schwamm..

Ich bin dadurch etwas verwirrt aber wenn Dauerlüftung durch ständige Zirkulation kein Problem darstellt wäre das die beste und günstigste Variante.
Nur möchte ich mir damit nicht noch mehr Feuchtigkeit reinholen.

Kann mir das jemand genauer erklären?

Danke.



Vielleicht



Ist das hier
http://www.ntags.de/
ja eine Option , derjenige ist auch hier im Forum Mitglied

Viel Glück u Grüße
Micha





Vielen Dank für den Hinweis!
Sieht einmal vielversprechend aus, ich werde den Herrn mal kontaktieren.