Kunstharz? Wie geht das???

23.11.2012 Wolle



Hallo liebe Forumsgemeinde,
entschuldigt meine Naivität und Laienhaftigkeit, aber ich habe im Urlaub einen Tresen aus einer Holz/Kunstharz(?)-Kombination gesehen. Siehe Foto. Was ist das tatsächlich für ein Material? Wie wird so etwas hergestellt? Kann jemand Hinweise geben?

Vielen lieben Dank im Voraus!
Stephan





Eventuell Baumscheiben waagrecht auf gerahmte Platte legen, ausgießen mit Epoxidharz. Hab mal eine Tischplatte gesehen mit eingegossener, noch funktionierender Digitaluhr. :-)



Möbel



Das mit dem Eingießen ist klar.
Was mich mehr interessiert wie man solche zerrissenen Stämme in dünne Scheiben aufgesägt bekommt (Falls die Scheiben echt sind).



stellt sich die Frage,....



...wie "dünn" die Scheiben wirklich sind. Und was es für eine Holzart ist. Sieht für mich nach irgendeiner harten Nadelbaumart aus, Tuja, Mammutbaum? Ich weiß es nicht.

So wie es für mich aussieht, wurden die Scheiben komplett in der Ausgußmasse eingebettet und anschließend wurde das ganze wieder abgeschliffen. Denn auch Hohlräume die keinen Riss zur Außenkante haben, sind mit der Masse verfüllt.

Voraussetzung ist sicherlich, dass das Holz "furztrocken" ist. Dann sollte das auch mit den Scheiben klappen, da es nicht mehr weiter reißt.

Grüße
Martin



Zunächst : Gefällt mir !! ---



- Die Scheiben könnte man auf einer Bandsäge mit einem Zuführschlitten schneiden +++ Allerdings meine ich, daß man
frisch gefälltes Holz verwenden sollte. Dann die Scheiben
ca. 1 cm dick schneiden und ordentlich trocknen lassen.

Denn : erst dabei bilden sich die Risse welche bei einem als Rundholz getrocknetem Stammstück bereits vorhanden sind
-- allerdings braucht man dazu ein wirklich trockenes Rundholz.

Aber : würde man ein trockenes Rundholz in Scheiben schneiden, würde Dieses durch die vielen Risse auseinanderfallen. -- Puzzle !
-
Gut, wie auch immer: Ich würde die Scheiben zunächst auf eine Trägerplatte mit einem erhöhten Rand aufkleben.

Dann die Zwischenräume mit Kunstharz ausgießen.
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Danach planschleifen, Ölen oder lackieren.
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Das Planschleifen geht aber auf keinen Fall mit Schwingschleifer oder ähnlichen Spielzeugen.
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Habe große Lust, mal eine Probeplatte anzufertigen, zumal ich einen Breitband - Schleifautomaten mit 135 cm Durchlass habe.
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Beste Grüße, A. Milling



Recht hat er....



...der Milling. ;-)

Frisches Holz wird nach dem Sägen, beim Trocknen erst die gewünschten Risse bilden. Sorry, für mein obiges Statement.

Ich kenne jedoch die abgebildete Holzart nicht und bin mir nicht sicher, ob ein solches Bild, egal ob vor dem Trockenen oder danach mit unseren einheimischen Hölzern zu erzielen wäre.

Versuch macht kluch ;-)

Grüße
Martin



Den Versuch mache ich ! --



-- habe da einen Posten halbtrockene Robinie, den ich in
Scheibchen schneiden werde . - Sozusagen als Probetestversuch.
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Schade mein Martin, daß Du Dich hier sehr zurückgezogen hast !
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Kann Deine Entscheidung aber auch sehr gut verstehen !
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Fahre morgen zur Denkmalmesse nach Leipzig, um mich mit einem neuen Kunden aus Mittelhessen zu treffen.

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Beste Grüße aus Nordsachsen nach Nordhessen, Andreas



Das ist...



in meinen Augen Holz aus den Ausläufen eines Wurzelstockes. Vermute eher ein Laubholz. Insbesondere des Fehlens markanterer Früh- und Spätholzzonen wegen. Im heimischen Bereich käme Nussbaum in Frage. Ferner, auch wenn der Farbton dann etwas anders wird, Pflaume. Robinie wäre nach dem Aufkleben ein schöner Kandidat für das Räuchern, da kommt ein schöner satter dunkler Ton raus.

Trocknen würde ich das Holz am Stück auf Verarbeitungsfeuchte. Und erst danach schneiden. Was aus der Form der halbtrocknen Scheibchen wird, wenn sie als Dünnschnitt weiter trocknen sollen, ist nicht vorherzusagen. Wenn sich alles verziehen sollte, wird das Aufkleben noch schwieriger, da ja schon die Scheibenhöhen nicht so ganz gleich sind. Verschnitt wird sicher reichlich. Vor Jahren habe ich 'mal Schrankfronten mit 5mm Eichenaststückchen hergestellt, aber ohne Zwischenräume. Die geschwungenen Furnierfugen wurden auf der Dekupiersäge zusammengefügt. Hat ohne nennenswerte Fugen geklappt. Beim Verleimen in der Presse hat sich, um Höhenunterschiede auszugleichen, eine Holzweichfaserplatte Rohdichte 0.25 bewährt.

Die Tresenplatte sollte hinreichend dick sein, Hirnholz arbeitet besonders intensiv. Auch aus diesem Grund wäre mir eine Trocknung vor dem Aufkleben auf ca. 9% wichtig.

Die Geschmäcker sind ja sehr verschieden, mir würden die Scheiben in Milch nicht zusagen, wenn's keine Mokka-Milch-Eisbar werden soll. Eine Alternative wäre ein dunkles Basisholz wie Räucheresche und transparentes Kunstharz. Ich würde das auch besser zusammenpassen, hier wirkt das ein bisschen wie fallengelassen. Und der Holzfreund in mir sieht lieber viel Holz statt Harz.

Grüße

Thomas



Nun...



...es wäre mal interessant, wenn der Fragesteller sich melden würde und ne Info darüber abgeben würde wo das Bild gemacht wurde.

Als "Laubholz" käme mir da allenfalls noch Olive in den Sinn.

Eine Holzart aus unseren Breiten ist das nicht, wie ich meine.

By the Way: Das grelle Weiß der Ausgußmasse gefällt auch mir nicht wirklich. Die Idee als solche ist aber gut!



alter Weinstock



Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten! Die Frage nach dem Holz kann ich beantworten. Es handelt sich um alte Weinstöcke die auf einem Gut immer wieder aussortiert werden. Das Holz ist knochenhart und reißt mit dem Alter ohnehin und ist auch sehr trocken.
Mich würde vor allem interessieren, was man für ein Harz nehmen muss. Das Ganze muss sich ja nach dem Gießen gut Schleifen lassen.

Ich hab was Ähnlich es in der folgenden Form gesehen: die Risse in alten Brettern wurden genauso ausgegossen und zu großen Tischen verarbeitet. Das Holz war heller und damit der Kontrast nicht so groß.

Danke & Gruß
Stephan



Auch...



"sehr trockenes" Holz sollte auf 9% heruntergetrocknet werden.

Einfach nach "Gießharz" googeln. Problematisch an Gießharzen ist ggf. der Styrolgehalt. Bei der Verarbeitung sollten Sie also entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Grüße

Thomas



Hier Bilder...



von einer "wilden" Kombination stark strukturierter Eiche.

Der Schrankbeschlag ist aber, bitte um Nachsicht, nicht von mir zu verantworten.



Noch eins:



in stark gemaserter Eiche. Da sauber gefügt, ohne die Füllung der Schluchten mit Kunstharz.

Soweit es im übrigen nicht um das Ausgießen großer Flächen geht, sondern nur um einzelne Kernrisse in einer sauber gefügten Fläche, greife ich zu Ponal Duo, das sich mit Erdpigmenten gut auf den Ton der Wahl einstimmen lässt. Es bleibt etwas elastisch, ein Vorteil im Holz.

Grüße

Thomas