Welche Holzart für Hackschnitzel??




moin, ich möchte nun endlich eine Ziegelwand von innen mit Holzleichtlehm dämmen. nachdem nun alle vorbereitungen getroffen wurden, es fehlen NUR noch die hackschnitzel, bin ich kurz davor diese zu kaufen.
nun sind die Hackschnitzel aus pappel.(habe mich mit bauherren unterhalten, die sie genommen haben) verarbeitung gleich irgendwelcher kaufprodukte, nur eben mit rinde (jedoch sehr wenig).
ist aber der Dämmwert auch der gleiche?
oder muss man das ganze, aufgrund des faserigen holzes mit Strohlehm vergleichen???
danke schon mal



Pappelholz nicht ratsam



Es sollte ausschließlich rindenloses Holzhackschnitzelmaterial Verwendung finden und dann nur aus Nadelholz.
Obst-, Laubholzarten neigen extrem zu Fäulnis, Nadelholz hat durch seine Ligninanteile und auch Baumharze sehr gute Gebrauchseigenschaften.
Trotzdem wäre es noch überlegenswert, vielleich rein mineralische Materialien einzusetzen (Blähglas, Blähschiefer etc.).
Bei den Selbstmischungen ist exakt auf geringen Feuchteeintrag zu achten, was aber durch das Selbstmischen schlecht funktioniert, denn man benötigt eine gute Homogenität des Materials (Einbettung der organischen Materialien mit Lehmmörtel).
Diese Produkte sind am Markt auch als Fertigwaren erhältlich, um eine gute Gleichmäßigkeit des zu erstellenden Wandaufbaus zu garantieren.
Bei der Selbstmischung sollte auf gleichmäßige Zuschlagstoffe geachtet werden (Hackschnitzel, Hobelspäne, Gattermehl, Sand, Lehmpulver oder Strohlehmfertiggrundputz).

Grüße Udo



Lignum -



- lat . " das Holz "
Lieber Udo,
jeder Baum . egal von welche Holzart, besteht zum größten Teil aus Lignin .
Alle absterbenden Gräser und Pflanzen bilden Lignin.
Stroh, ( egal von welcher Getreideart )
Srohhächsel, Hanfschäben und dergleichen sind eigentlich
HOLZ.
Ja, und soviel ich weiß, sind ja Weidenruten auch nicht gerade harzreiche, aber ligninhaltige " Bauelemente "
-
Jetzt tut sich noch eine Frage auf :
Ich wage zu bezweifeln, daß man in früheren Jahrhunderten
die besagten Weidenruten vor dem Einflechten in die Gefache
geschält hat !
( Deine Bemerkung zum Rindenanteil der Hackschnitzel)
-
Lasse mich sehr gerne eines Besseren belehren.
-
Schöne Grüße in die Heimat
des Osterhasen - der Oberlausitz.
-
Andreas Milling



bei Holzleichtlehm eignen sich ausschließlich



rindenfreie Holzhackschnitzel von gerbsäurearmem Weichholz.
Rindenfrei heißt: Material vom Nadelholz-Sägewerk.
Die Problematik bei Baumrindenstücken liegt nicht am Lignin, sondern an den vielen Holzschädlingen, die in Baumrinden hausen.



Ach Herr Schillberg,





@ Andreas



Rindenlos deshalb, weil gigantisch viele Schädlinge unter dieser sitzen oder hausen und somit in die Konstruktion gelangen würden.
So, wie es eben schon bemerkt wurde.
Und hier noch ein Verweis in das zurückliegende Forum: forum 14314.

Grüße Udo



@ Udo,



es ist mir nicht unbekannt, daß unter der Rinde jede Menge
Schädlinge hausen.
Hat man nun in früheren Zeiten die Ruten geschält, bevor sie in die Gefache eingeflochten wurden ? - oder nicht ?

wissbegierige Grüße
Andreas



@ Andreas



Meines Erachtens nicht, doch warum ist dies so wichtig?
Auch Haselnußruten sind sehr viel zum Einsatz gekommen und da haben wir schon sehr oft Zerfreß- bzw. Zerfallserscheinungen vorgefunden.

Frage damit beantwortet, Andreas?

Grüße in die Nordleipziger Region

Udo



@Udo



Danke, dass du so ruhig bleibst. Meine Tischkante zeigt tiefe Bißspuren.

Gruß
Hartmut



@ Udo,



weißt Du, ich finde die Frage schon wichtig, weil ich mir einfach Gedanken darüber mache, daß es sich bei den Schädlingen in ( z.B. ) der Haselrute um Frischholzschädlinge handelt.
Weiterhin wissen wir, daß zu allen Zeiten frisches Holz
zur Errichtung eines Fachwerkhauses verwendet wurde.
Auch hat man es früher nicht so genau genommen, alles frische Holz zu schälen, obwohl man wusste, das das Kambium
( die Wachstumsschicht der Bäume - unter der Rinde )
die ideale Babynahrung für die Holzschädlinge ist.
- Zeit war eben immer schon GELD.
Speziell bei den Schwartenbretten der Fehlböden hat man sich damals scheinbar überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, diese vor Einbau zu schälen.
-
Jetzt bin ich gedanklich etwas von meiner eigentlichen Frage abgewichen.
Also, die Ruten , welche in die Gefache eingeflochten wurden
waren frisch und hatten im Falle eines Befalls Schädlinge unter ihrer Rinde.
Durch Lehmbewurf wurden die Gefache nun nach und nach gefüllt und die Schädlinge demzufolge lebend eingemauert.
- Ein fürchterliches Massensterben war die Folge dieser Maßnahme.
Auch wenn heute Holzhackschnitzel zu einem gewissen Teil aus
Rinde bestehen, sehe ich persönlich überhaupt keinen Anlass zur Sorge darüber, daß eventuell noch lebende Schädlinggslarven " erwachsen" werden könnten.
Die max. 5 Qcm großen Rindenstückchen sind ja im Lehmmörtetel verstreut und eingebettet- ----
Also : Kambium aufgefressen -- Hunger - und tot.
-
Meine Gedanken zu diesem Thema!
- kann mich ja auch irren , doch glaube ich , einigermaßen
logisch denken zu können.
-
Vielmehr ärgere ich mich über Frager, welche ihre Gefache
unbedingt mit Porenbeton ausmauern wollen.
-
Viele Mitglieder hier auf fachwerk.de ,geben Antworten und
Ratschläge- Architekten,Handwerker und sachkundige Laien.
----- viele Menschen haben sich Gedanken darüber gemacht,
unzählige Stunden darüber nachgedacht, dem Frager eine wertvolle Antwort zu geben.
-
Und was passiert ?? -- Der Frager ruft " ätsch !! - ich mache ja sowieso , was ich will !"
-
Damit müssen wir wohl leben.
-
Das Getreide ist in diesem Jahr aufgrund der Trockenheit
auch nur notreif geworden
-
A. M.



es war einmal ein sehr sparsamer SELBSTBAUER ,der



sein Dach.die Decken und die Aussenwände mit Holzleichtlehm gefüllt mein Buch NATURBAUSTOFF Lehm nicht intensiv gelesen hat.Sein Bruder hatte eine GaLa-Bau- Firma und hat für seinen sparsamen Hausbau-Bruder ne Zeit lang alle anfallenden Gartenabfälle (natürlich immer mit Rinde dran) schön kleingehächselt. Nach ca 1 Jahr nach Einzug im schönen HolzLeichtlehmhausneubau hat sich der "sparsame Selbstbauer" völlig aufgelöst vor Wut bei mir gemeldet und wollte mich für sein Holzbock-im -Haus-Desaster verantwortlich machen. Dann habe ich ihm die Textpassage mit der Holzleichtlehm-Rezeptur aus meinem Buch vorgelesen und ihn gefragt, weshalb er keine rindenfreie (max. 5 %) Holzhackschnitzel von Weichhölzern eingebaut hat.