Rothalsbock im Fenster




Wir haben bei einem unserer weiß lasierten Holzfenster ca, 15 Jahre alt, aus Fichte/Tanne (an der Terrasse zum Garten) entdeckt, dass im unteren Bereich des Rahmens, wo das Holz Bodenkontakt hatte, der Lack etwas abgeblättert war. Es stellte sich heraus, dass das Holz dahinter komplett feucht ist und wir entdeckten im Holz Fraßspuren. Nachdem wir einen Teil des Holzes entfernt haben, fanden wir eine Made und einen Käfer. Es stellte sich heraus, dass es Rothalsbockkäfer (der Käfer war ein Männchen) sind.
Meine Fragen sind nun: Können wir das befallene Holz komplett entfernen, den gesunden Rest austrocknen und Fehlendes ersetzen? Oder muss das komplette Fenster bzw. Rahmen ausgetauscht werden?
Ist eine professionelle Schädlingsbekämpfung erforderlich oder kann man das selber machen? Falls ja, wie?
Ist es möglich, dass der Käfer sich am Haus weiter verbreitet? Wir haben z.B. eine ältere Fassade aus Lärchenholz, die jedoch trocken und in gutem Zustand ist. Und eine Terrassendeck aus Eiche, die wird jetzt gerade neu gemacht. Ich habe gelesen, dass der Käfer nur feuchtes, pilzbefallenes Holz und auch nur Nadelholz befällt. Stimmt das?
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar!



Rothalsbock



Hallo,

reparieren reicht vollkommen aus. Sie sollten aber die Ursache der Feuchtigkeitsbelastung abstellen, sonst freut sich der nächste Holzbock.
Der Käfer wird sich nur dort weiterverbreiten, wo ähnliche Verhältnisse vorhanden sind, also weiter ein "Gemeinschaftswerk" von Pilzen und Insekten vollbracht werden könnte.
Schädlingsbekämpfung ist wirkungslos, solange der Feuchtigkeitszutritt nicht unterbunden wird, danach ist sie überflüssig.

Grüße vom Niederrhei



Rothalsbock



Vielen Dank für die rasche Antwort! Jetzt sind wir ein wenig beruhigt und müssen nur(!) noch das Fenster reparieren und dann die Ursache der Feuchtigkeit beseitigen. Das Fenster war im Estrich bzw. der Türschwelle eingelassen. Da ist dann wahrscheinlich immer das Wasser reingelaufen. Das kann man aber sicherlich beheben, indem man es freilegt und für Ablauf sorgt.
Grüße aus Hückeswagen





Pilzbefallenes Holz sollte (nach DIN sogar ein muss) in jedem Fall ausgetauscht werden. Nur so können Sie auch sicher sein das sich nicht noch weitere Laven im Holz befinden.



Rothalsbock



Hallo liebe Nicole

Wie die "Vorredner" bzw. "Vorschreiber" bereits darstellten, genügt es das pilzbefallene Holz auszutauschen und ansonsten dauerhaft trocken zu halten.

Dietmar Beckmanns "Holzbock" wird sich allerdings nie für das Holz interessieren, hier handelt es sich um ein Spinnentier.

Der Rothalsbock (Stictoleptura rubra) benötigt nach Langendorf für seine Entwicklung eine Holzfeuchte von über 20% im Nadelholz. Von daher besteht für die trockenen Holzbauelemente deines Hauses keine Gefahr.

Gruß

L. Parisek