Holzterrasse Risse Nr2

19.06.2005


Hallo miteinander!!
ich baue auch gerade eine Holzterrasse. Die Risse sind meine große Sorge: Wasser - Eis - Wasser - Eis etc.!!!
wie lassen sich Holzrisse am Besten verschließen? Kitt?
Pampe aus Sägemehl+wasserfester Leim? Meine Terrasse (Bankirai) wird nur geölt: gibt es "härtende" Öle, die man zu einer Art Kitt Verarbeiten kann?



Nein , Nein, Nein.



Holz ist und bleibt ein Naturprodukt.
Es ist einfach nicht möglich, dem Holz einreden zu wollen, daß es gefälligst das zu machen hat, was wir wollen .
Das Holz quillt und schwindet Minute für Minute , Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr.
Es gibt keine Kitte und Spachtelmassen, welche aus HOLZ ein
Material zaubern können, welches wir uns wünschen.
Ob das Holz nun Eiche , Linde oder Birke oder Ahorn , oder Kiefer oder Lärche oder Fichte oder Esche heisst - oder Exotenhölzer wie Meranti, Mahagoni , Taek, oder Bangkirai-
---- ist doch völlig egal !!!
Holz arbeitet IMMER !
Nicht einmal der liebe Gott ist dazu in der Lage, dem
ältesten Baustoff der Menscheit diese fürchterlichen
Eigenschaften abzugewöhnen.
-
Milling



Danke



für diesen sehr guten Beitrag.
Besser hätte man es nicht sagen können.

Sollte eigentlich automatisch (wenn es denn ginge)bei jeder Frage zum Thema Rißbildung und Arbeiten von Holz eingeblendet werden.

Gruß aus dem heißen Karlsruhe


Martin





Mich fragte mal jemand, was der Unterschied zwischen mir und Holz sei......

Frechheit oder?



Zunächst sollte man



nicht zu feuchtes Holz nehmen, das bildet dann weniger Risse. Dann kann man nach den Regeln des konstruktiven Holzschutzes dafür sorgen, daß es zu keinem Feuchtestau kommt. Obendrein kann man voll bewittertes Holz auch mit geeigneten Holzschutzmitteln und Finish recht stabil beschichten. In Skandinavien gibt es da neues Zeug, das fünf Jahre Bootssteg gut geschafft hat.

Dann kann das Holz ruhig arbeiten, so viel es will.



Holzterrasse



Hier noch ein Kopie zum Thema :
Konstruktiver Holzschutz / Terrassenboden
- Hallo Martin ! Danke für die Blumen !
-
Im Freien verbautes Holz neigt immer zur Rissbildung.
Speziell bei einem Terrassenboden ist die Belastung durch
Bewitterung besonders hoch.
Durch Sonneneinstrahlung wird die Oberfläche besonders heiß.
Dadurch kommt es zu starker Austrocknung der Oberseite.
Die Unterseite bleibt kühler , dadurch entstehen Spannungen im Holz und es kommt zu Rissbildungen.

Andererseits wird die Oberfläche bei Regen sehr nass -
die Unterseite weniger.

Dann scheint wieder die Sonne -- u.s.w.

Es besteht kein Anlass zur Sorge, weil das Quellen und Schwinden ganz natürliche Eigenschaften des Holzes sind.

Die Kernbohle / Brett sollte man nicht verwenden, weil
hier besonders starke Rissbildungen in Richtung Markröhre
zu erwarten sind.

Jedenfalls ist es empfehlenswert, die einzelnen Dielen
mit 1 cm Luft untereinander zu verlegen.

Auch sollten sie nicht direkt auf den Unterbau aufgeschraubt werden. - Auch wieder mit 1 cm Abstand.
Dafür gibt es spezielle Distanzmontageschrauben.

Durch diese Maßnahme ist eine längere Haltbarkeit gewährleistet, weil durch die allseitige Belüftung
keine Fäülnis entstehen kann.

Andreas Milling



Superrrrrrrr herzlichen Dank !!!!!!!!!!



für die die spontanen Antworten, momentan arbeite ich "...mindestens genauso viel, wie das Holz!"
HOLZ SEI DANK habe ich die Dielen mit VA-Distanzmuttern von UNTEN mit den Traghölzern verschraubt. Viel Luft - hilft viel....
einzelne Harznester (=größere Spalten" nach auskratzen) habe ich versuchsweise mit Holzschleifmehl + Öl zugeschmiert. Große Ritzen lassen sich damit doch schon ganz gut "kitten", wird ziemlich fest OHNE Versprödung.....wie lang es hält....werde berichten!!!

.... die skandinavischen Bootsstege...:
Algen + Nässe sind ein fieses Zeug! Auf den Traghölzern steht sich, schön eingeölt, das Wasser. Sonnen-abgedeckt durch die Dielen erwarte ich das hässliche Grünzeug zukünftig. Mein Pappa meint, einstreichen mit Wasserglas wäre ne gute Sache, ist das Zeug aus Skandinavien sowas? eigentlich ist Wasserglas doch eher was für mineralische Untergründe, geht das auch auf Holz?





Man kann die Rissbildung und Verwerfung auf ein Minnimum reduzieren, wenn man Bretter/Bohlen mit stehenden Jahrringen verwendet und diese nicht zu breit sind. Ich habe schon Bilinga-Terrassenholz hergestellt mit eben stehenden Jahrringen. Einfach super.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Holz-Voigt