Holz riecht muffig

04.02.2017 Peter Bit



Liebe Fachwerkler,

eine Frage, die nur indirekt mit Fachwerk zu tun hat:
Wir haben einen rund 200 Jahre alten großen Webstuhl erbeutet, den wir in unserem Fachwerkhaus nutzen wollen. Der Stuhl war bis vor kurzen in einem Atelier genutzt worden.

Er besteht überwiegend aus Eiche, etwas Buche und einigen Weichholzteilen (Rollen).
Diese Weichholzteile weisen Fraßspuren von Anobien auf, eines sogar Hausbockspuren. Auf unsere Frage an die Vorbesitzerin, ob irgendeine Holzschutzbehandlung erfolgt ist, wusste die Dame, dass beim Kauf im Wendland vor ca. 40 Jahren eine Behandlung durchgeführt wurde - allerdings nicht mit welchem Mittel. Sie konnte sich nur erinnern, dass der Webstuhl längere Zeit draußen auf der Wiese komplett in Folie gewickelt stand - für mich als Halblaien ein Hinweis, dass evtl. begast wurde (?).

Nachdem wir den Webstuhl nun aufgebaut haben, riechen insbesondere die Weichhölzer sehr muffig - wie alte Wäsche oder Bücher, die im Keller gelagert wurden. Zwei Weichholzteile, die noch aktiven Befall zu haben scheinen, habe ich in die Trocknung bei unserem Sägewerk gebracht.

Nun habe ich im Internet recherchiert und bin darauf gestoßen, dass der muffige Geruch auch durch Abbauprodukte bedenklicher Holzschutzmittel entstehen könnte. Holzproben zur Untersuchung zu schicken, erscheint mir aber angesichts des Wertes des Webstuhls nicht angebracht.

Hat jemand aus dem Forum einen hilfreichen Tip?
Holzanalyse oder Kaminholz?

Beste Grüße

Peter



Nichts Genaues...



...weiß man nicht...

Sie werden sehr viel Interessantes wie Widersprüchliches lesen,wenn Sie nur lange genug lesen. Daß der "muffige" Geruch, was auch immer das sein mag, auf Holzschutzmittel hinweist, kann ich so nicht bestätigen.

Ein Hinweis auf ein Holzschutzmittelproblem könnten kleine weiße Kristallnadeln sein, die Ausblühungen anzeigen. Genaues erfahren Sie aber nur durch ein Labor. Eine "Hausnummer" könnten ca. 300€ sein.

Unter einem Atelier kann ich mir Vieles vorstellen. Sollte der Raum längere Zeit unbeheizt und vielleicht auch noch schlecht belüftet gewesen sein, verströmt älteres Holz zuweilen sonderbare Düfte. Nach Akklimatisierung verschwinden diese innerhalb von Wochen oder Monaten.

Die "Entmuffung" kann mit Waserstoffperoxid (3%, Schutz für Hände und Augen) beschleunigt werden. Vorher sollte aber geklärt werden, daß keine Holzschutzmittel an Bord sind.

Je nach derzeitiger Oberfläche könnte ein dünner Schelllackanstrich Muff und Gift maskieren.

Grüße

Thomas



Stimmt genau ...



... was das Lesen von Interessantem und Widersprüchlichem angeht. Wenn mann allen verfügbaren Informationen nachgeht und sie im negativen Sinne ausgelegt, wäre die Menschheit sicher schon ausgestorben ...


Das "Atelier" war ein Nebengeäude, das nach meinem Eindruck eher sporadisch geheizt wurde und der Webstuhl sicherlich erheblichen Temperatur- und Luftfeuchteschwankungen ausgesetzt war.

Ich hatte schon sehr detailiert nach Hinweisen auf Kristalle gesucht - aber nichts entdecken können - auch nichts in Ritzen, Ecken etc. Alles genauso wie rohes Holz sein sollte.

Besten Dank erst einmal für die Einschätzung und die Tips.

Peter




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