Holz, Pitch, Pine, Böden, Wachs

11.02.2007



Hallo,
ich habe mir aus Kanada Pitch Pine Dielen besorgt.
Diese sind 300 mm breit und 35 mm dick.
Ich habe mich über das Forum schon informiert.
Möchte dennoch Euren Rat.
Ich wollte schon immer breiten Dielenboden und ein Sorglosboden, auf den man auch mal mit Strassenschuhen gehen kann oder die Kinder spielen usw.
Daher hatte ich vor, ein eingefärbtes Öl zu nehmen und einfach aufzubringen und ca. 4 Wochen stehen zu lassen.
So haben es Freunde bei eine Weichholzboden gemacht.
Allerdings ist das Haus, was ich habe, 600 Jahre alt.
Hat somit eh schon viel dunkles Holz. Nun kam ich auf die Idee es zu kalken. Bei Kreidezeit hat man ein Muster versucht.
Der Versuch ist an dem gescheidert,weil das Holz Pitsch Pine fast nicht saugt.
Bitte um Euren Rat, auch zu Hell oder Dunkel und zum Verfahren und ob Öl, Wachs -Öl , Wachs oder Lack.
Prinzipiell möchte ich ein "Sorglosboden".

Gruss aus Villingen
Frank



Hallo Frank,



der wahre "Sorglosboden" ist immer ein geölter, damit liegst Du richtig. Diesen Effekt hebst Du aber teilweise wieder auf, wenn Du Pigmente (besonders dunkle) auf das Holz bringst. Diese Pigmente liegen immer auf dem Holz, und schon die kleinste Verletzung der Oberfläche lässt die eigentliche Holzfarbe durchscheinen. Außerdem ist ein pigmentierter Boden im Gegensatz zu einen "nur" geölten partiell deutlich weniger gut reparierbar.

Von einer Dunklerfärbung von hellen (und auch noch relativ weichen) Hölzern rate ich ab. Es ist möglich, aber die Böden sind dadurch weniger strapazierbar. Eine leichte Aufhellung heller Böden funktioniert besser, mit leicht weiß pigmentierten Bodenölen, die gleichzeitig auch nicht ganz so stark vergilben. Dafür gibt es dann auch passende Pflegeprodukte.

Der spezielle Fall "Pitch-Pine" könnte (als Pitch-Pine werden fälschlich oft mehrere verschiedene amerikanische Kiefernarten bezeichnet) mit der heimischen Schwarzkiefer vergleichbar sein insofern, daß beide Holzarten sehr viel Harz enthalten. Du schreibst ja auch, daß das Holz kaum Öl annimmt.

Ich öle die Schwarzkiefer mit Erfolg im Thermopadverfahren. Nicht nur, weil ich allerbeste Erfahrungen damit gemacht habe (maximaler Öleintrag, sehr schnelle Begehbarkeit usw.), es dürfte auch das einzige Verfahren sein, daß auf stark harzhaltigen Hölzern dauerhaft strapazierfähige Böden ermöglicht. Beim Erstauftrag wird dabei ein speziell dafür entwickeltes Öl mit bis zu 80 Grad in das Holz mittels Polierpad eingearbeitet.

Meine Empfehlung hier: Natural Heißöl oder Natural Heißöl weiß pigmentiert, im Thermopadverfahren aufgetragen. Wenn Du mir ein Probestück schickst, mache ich einen Test.

Bodenöle sollten immer mit der Einscheibenpoliermaschine eingepadet werden, Überstände dürfen nicht auf dem Holz bleiben, sie können lange klebrig bleiben. In einen von mir beobachteten Fall wurde ein Bodenöl dünn flächig aufgerollt und "trocknen" gelassen. Nach 1 1/2 Jahren klebte der Boden noch nach - das unterste Blatt eines Papierstapels, der einige Tage auf dem Boden lag, blieb kleben.

Bei Deinen Freunden hat das vermutlich deshalb geklappt, weil das Weichholz alles Öl aufgesaugt hat. Nachmachen würde ich es besser nicht, und schon gar nicht auf Pitch-Pine.

Grüße

Thomas



Öol für Pitch Pine



Hallo,
da ich auch einen Pitch Pine Dielenboden habe, der im Frühjahr geschliffen wird. Stellt sich die Frage:
gibt es spezielle Öle für dieses Holz (hartes, harziges Nadelholz).
Wenn ja, welche Marke?
Muß es im Thermopad aufgebracht werden oder geht es auch einfacher.

Gruß
Ralf



Hallo Ralf,



aus den oben dargestellten Gründen rate ich Dir zum gleichen Öl. Durch die erhöhte Temperatur wird Harz angelöst und die Verbindung Öl - Holz wird wesentlich besser.

Ich empfehle das Öl hier nicht vordergründig deshalb, weil das Öl über mich bezogen werden kann (und ich halt ein paar Groschen daran verdiene), sondern weil ich seit 3 Jahren ausschließlich damit arbeite und von der Qualität des Öles ebenso wie vom der besonderen Qualität des Thermopadverfahrens überzeugt bin.

Grüße

Thomas