Pfosten für den Reitplatz




Hallo,
meine Frage: Wir haben für unseren Reitplatz alte Bahnschwellen als Pfosten für den Zaun gesetzt. Diese sind teilweise an den Rändern gesplittert und bedürfen dringend einer intensiven Überholung (schleifen,Voranstrich, Lack etc.).
Wie soll ich vorgehen und welches Material (Farbe) nehme ich für Voranstrich, Lasur, und Endanstrich. Die Pfosten sollen der Sonne und der Witterung im allgemeinen stanndhalten und weiss gestrichen werden?
Vielen Dank für Ihre Hilfe im voraus.



Reitplatz



Knabbern Pferde ?



Ungeniesbar



Jawohl Pferde knabbern - und Eisenbahnschwellen sind Sondermüll!

Ich rate dringend dazu die Pfosten schnellstens zu entfernen, die Belastung mit toxischen Stoffen in alten Eisenbahnschwellen ist enorm. (es gibt übrigens Bitterstoffprodukte die das Anknabbern von normalen Holzpfosten durch Pferde verhindern sollen)



Holzpfossten



Korrektur:

Sorry, es sind keine Bahnschwellen! Habe mich falsch ausgedrückt.
Aber selbst wenn es so wäre, sind die Pferde nie ohne Aufsicht auf diesem Platz da dies ein Reitplatz und keine Weide ist.
Aber ist sind normale Holzstämme.



Pferde



Klasse Lutz !
Genau so eine Antwort wie deine hab ich erwartet !
Aber sag mal, wo findest du eigentlich immer die passenden Fotos zu deinen Beiträgen ?



Beissholz



Hallo Wolfgang

Grundsätzlich halte ich aus den verschiedensten Gründen Beschichtungen des Holzes im frei bewitterten Bereich für nicht sinnvoll. Dies gilt natürlich ganz besonders bei Holzbauelementen an denen Tiere knabbern können. Des weiteren wird auch bei "Aufsicht" ein Knabbern der Tiere am beschichteten Holz nie ganz zu verhindern sein.

Um welche Holzart handelt es sich bei den Pfosten? Hier rechts ist eine Tabelle die Henry (H.J. Rüpke) zusammengestellt hat. (Bitte mit dem Mauszeiger drauf und das Bild in Originalgröße zeigen lassen!)

Gruß

L. Parisek



Holz Pferd


Lutz Parisek

Hallo Wolfgang
Da du anscheinend viel mit Pferden zu tun hast, möchte ich dich auch noch auf einige interessante Details bei der Verwendung von Holz in Stallbauten hinweisen.
Auch diese Informationen stammen von H.J. Rüpke:

Bei Kiefer, Lärche und Fichte bzw. Tanne ist wohl nach einem fachgerecht trockenen Einbau (<18% Holzfeuchte) nicht mit Gefahren für die Tiere durch orale Aufnahme von Holzinhaltsstoffen beim Anknabbern zu rechnen. Vorteilhaft für die Verwendung von Kiefern- und Lärchenkernholz ist die Erkenntnis, dass deren Holzoberflächen wohl weniger keimbelastet sind *).
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*) aus dem Holz-Zentralblatt Nr. 147 vom 8. Dezember 2000:
..."Es wird vermutet, dass die Keimhemmung und die Abnahme der Bakterienzahl auf Holzoberflächen auf eine antibakterielle Wirkung, die von Holz ausgeht, zurückzuführen ist.
Bei der Analyse der antibakteriellen Wirkung von Holz stehen physikalische und chemische Erklärungsansätze nebeneinander. Zum einen könnte das poröse und hygroskope Material Holz den Bakterien das für ihre Lebensfähigkeit und Vermehrung benötigte Wasser entziehen und diese somit abtöten. (Schulz, 1995; Kampelmacher et al., 1971). Zum anderen wird Holzinhaltstoffen (Polyphenolen) eine antibakterielle Wirkung zugesprochen (Bayer, 1997; Müller et al., 1995; Scalbert, 1991; Schrägle und Müller, 1990; Field et al., 1989; Laks und McKaig, 1988; Biswas et al., 1981; Willaman, 1955). "


Gruß

L. Parisek





Hallo zusammen,

um ein Missverständnis zu klären: Es geht hier nicht ums knabbern am Holz und die chemische Zusammensetzung des Holzes. Die Pferde haben keine Möglichkeit auf dem Reitplatz am Holz zu knabbern. Sie sind nie, ich betone nie ohne Aufsciht auf dem Reitpaltz. Deshalb nochmal die Fragen:

Ich möchte einfach nur folgendes wissen:
1. Welche Erstbehandlung und Grundierung für einen späteren Anstrich bei älterem, teilweise gesplittertem Holz soll ich verwenden?
2. Welche Art wetterharte und UV beständige Farbe für den weissen Anstrich muß ich nehmen?

Danke für eure Antwort auf obige Fragen.



Der Wille zur Farbe



Hallo Wolfgang, wofür soll denn die Beschichtung des Holzes gut sein?

Noch einmal:
Grundsätzlich halte ich aus den verschiedensten Gründen Beschichtungen des Holzes im frei bewitterten Bereich für nicht sinnvoll.

Hierzu eine kurze These:
Ein Anstrich am bewitterten Holz verringert eher die Lebensdauer des Holzes als das es sie verlängert.

Dazu eine kurze Begründung:
Dies ist dadurch zu erklären, dass die Zerstörung des Holzes im wesentlichen durch diverse Prozesse in Folge von erhöhter Feuchte erfolgt. Nachdem sich im Freiland ein Eindringen von Feuchte ins Holz grundsätzlich nicht verhindern lässt, kann durch den erhöhten Dampfwiderstandwert der Oberfläche die Feuchte leider nur sehr viel langsamer wieder entweichen. Daraus resultiert dann ein längerer Verbleib von Feuchte im Holz, was zu einer forcierten Zerstörung führt.


Dies ist auch der Grund, warum ich hier Empfehlung zur Beschichtung des Holzes nicht für sinnvoll halte.
Wenn du Gefahr im gesplitterten Holz siehst, würde ich eher die Oberfläche so bearbeiten, so das daraus keine Gefahr entsteht.
Wenn es dir um eine Optik geht, musst du bei einem Anstrich mit einer verringerten Lebensdauer des Holzes rechnen.

Gruß

L. Parisek





Es fehlt im Augenblick das Geld für neue Pfosten. Die Eigentümerin des Platzes möchte aber gerne weisse Pfosten haben. Mir persönlich wäre es egal ob weiss oder natur.

Also, Grundierung ja oder nein und welche. Wie lange die Pfosten halten ist nicht mein Problem! Ich bin von der Handlungseise auch nicht begeistert. Aber sie möchte es so haben. Ich versuche das beste draus zu amchen.



Anstrich



Also denn, wenn es denn unbedingt sein muss:

Schnell, preiswert und relativ dauerhaft ist z.B.:
1. Schicht Consolan Isoliergrund Weiß
2. Schicht Consolan Wetterschutz-Farbe Weiß
(alternativ Bondex-Deck, Reinacrylatfarbe. Natürlich ernte ich damit den Widerspruch der baubiologischen Fraktion, aber es soll schnell, preiswert und dauerhaft sein )

Übrigens hat das Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut für Holzforschung in einer Langzeitstudie festgestellt, dass selbst nach 10 Jahren Bewitterung mit solch einem Anstrich die behandelten Holzoberflächen nur sehr geringe Abwitterungserscheinungen zeigen.

Nähere Details erfährst du bei deinem Farbenhändler.





Nein Lutz, kein Widerspruch der baubiologischen Fraktion ! :-)
Hab eher Bedenken zwecks der Beständigkeit ! Nicht wegen des Wetters, sondern der Pferde wegen ! Wetterschutzfarbe ist meiner Meinung nach zu weich und zu elastisch um einen eventuell immer wieder entlang reibenden Pferdekörper lange Widerstand bieten zu können ! Vielleicht wär in diesem Fall ein stinknormaler "Ventilack" die beständigere Lösung ?





An die beiden Spezialisten!
Vielen Dank für eueren RAt. Ich weiss ihr meint es nur gut.
Ich persönlich würde es, wie schon gesagt eh anders machen. Aber da es nicht mein Grundstück und Eigentum ist, soll´s mir egal sein.
Werde den Rat mit der befolgen und die erwähnte Grundierung nebst Farbe wählen.
Keine Sorge: Kein Pferd ist unbeaufsichtigt auf dem Platz. Er dient ausschließlich als Reitplatz!

Vielen Dank an euch. Wenn nochmal was anliegt melde ich mich. Solltet ihr mal für ein musikalisches Event eine Sängerin suchen (ihr gehört eins der Pferde auf dem Hof) schaut mal auf unsere Homepage www. annina-joly.com.
Beste Grüße und einen guten Start in die Woche an euch beide!