Probleme mit geöltem Parkett

25.10.2007



Hallo,

ich habe in meiner Wohnung einen Akazienboden als Hochkantlamelle durch eine ordendliche Parkettfirma Verlegen lassen. Das Verlegen und Schleifen selber ging super, aber beim Ölen gab es massive Probleme. Das verwendete Öl ist ein Hartwachsöl der Firma Osmo.

Zuerst sah der Boden nach dem Ölen fantastisch aus. Allerdings konnte mal das Öl auch nach drei Wochen noch mit dem Fingernagel vom Boden problemlos abkratzen. Ein Vertreter von Osmo hat sich das angesehen und meinte, das Öl sei zu dick aufgetragen worden. Ich habe allerdings gesehen, dass es - zumindest nach der Anleitung auf den Dosen - durch die Arbeiter ordnungsgemäß aufgetragen wurde.

Die Parkettfirma hat das komplette Öl also wieder abgegittert und neu geölt. Laut Anweisung von Osmo wurde diesmal direkt nach zweiten Auftragen mit einem weißen Pad poliert, und damit ein Teil des Öls der zweiten Behandlung wieder abgezogen. So weit so gut, das Öl kann man jetzt nicht mehr mit dem Fingernagel ritzen, aber ich habe folgende Probleme:

- Es kommen immer noch sehr leicht Kratzer in den Boden. Z.B. ist mein Kind durchs Zimmer gelaufen und hat eine Plastikgießkanne hinter sich her gezogen - und dabei eine Kratzspur quer durchs ganze Wohnzimmer hinterlassen. Dabei wurde das Holz nicht beschädigt, die Kratzer entstehen nur im Öl / Wach. Das Parkett sieht nach nur 3 Wochen Nutzung schon extrem abgenutzt aus. Das schlimmste ist, dass man auf dem dunklen Boden jeden Kratzer aus weißen Strich sehr deutlich sieht.

- Man sieht die Spuren des Polierens nach dem zweiten Ölen teilweise sehr stark. Das ganze ist ziemlich unregelmäßig geworden.

- An einigen Stellen sieht der Boden sehr scheckig aus. Hier scheint mir einfach zu wenig Öl aufgetragen worden zu sein. Wahrscheinlich hatten die Arbeiter irgendwann keine Lust mehr, nach dem Ölen zu Polieren und haben in den betroffenen Räumen nur noch ein mal geölt. Ist aber nur eine Vermutung ...


Der Vertreter von Osmo und der Parkettverleger sagen, das Parkett sei jetzt so in Ordnung, die oben aufgelisteten Probleme bei einem geölten Boden normal und müssten daher akzeptiert werden. Meine Fragen wären jetzt:

- Kriegt man die Kratzer aus dem Boden wieder raus? Ich kann nicht einfach noch mal Hartwachsöl auf den Boden auftragen, sonst ist wieder zu viel drauf und es entstehen noch mehr Kratzer.

- Gibt es Normen, was man als Kunde hinnehmen muss im Bezug auf Kratzer, Polierspuren und die scheckigen Stellen?

- Am liebsten würde ich den Boden abschleifen und lackieren lassen. Das Öl ist so anfällig, ich bin extrem enttäuscht davon. Ich frage mich nur, ob das geht, denn das Öl ist ja schon in das Holz eingezogen. Hat da jemand Erfahrungswerte?


Nach meinen Erfahrungen kann ich niemandem mehr das Hartwachsöl empfehlen - zumindest nicht mit Kindern. Wir hatten in der alten Wohnung einen lackierten Holzboden, und der ist einfach *wesentlich* robuster. Ist aber natürlich auch Geschmacksache ...


Danke im Voraus für alle Antworten und Tips.

Viele Grüße,
Hans



Ruhe bewahren,



Hallo, es sei vorausgeschickt, das es sehr viele gelungene Öloberflächen gibt, die auch nach Jahren sehr gut funktionieren , und mit wenig Aufwand schön bleiben. Wenn sie Fachleute fragen, die viel mit Öloberflächen zu tun haben, so stellt man fest , das jeder auf sein Öl schwört und Erfolg hat. Es gibt sehr viele gute Osmo- Oberflächen. Und es gibt allerdings auch eine Menge Parkettleger, die besser beim lackieren bleiben ! Öl gehört ins Holz- und schützt von innen, Öl auf dem Holz bringt nur Ärger. Hier ist der Unterschied zum Lack deutlich, Lack hat aufgrund seines großmolekularen Aufbaus gar nicht die Möglichkeit , ins Holz einzudringen.
Lassen Sie einen Ölfachmann über den Boden schauen, eine verunglückte Öloberfläche läßt sich in der regel leicht und mit entsprechend wenig Aufwand schön machen ! Es bleibt aber eine " verwundbare " Oberfläche, ja es fehlt die Schutzschicht, man lebt tatsächlich auf Holz, es gibt vom ersten Tag an Lebensspuren, man muß evtl. entstehende Verletzungen mit Öl auspolieren. Allerdings,- die normale Unterhaltspflege ist nicht aufwendiger , als dies beim lackierten Boden der Fall ist.Ein bißchen Polemik zum Schluß : Sie können sich entscheiden zwischen einem Holzboden, und einem Kunststoffboden( Lack) -mit Holzstruktur !



Bodenöl



Vieleicht ist das Problem, daß Sie ein Hart-wachs-öl verwendet haben und dieses nur ungenügend in das Robinienholz eindringen kann. Ich denke das ein Wachs nie ähnlich gut wie ein reines Öl in ein Holz eindringen kann. Robinie ist glaub ich auch ein sehr dichtes Holz, fast schon wie Tropenholz und dieses kann mann ebenfalls nicht so gut Ölen.
Wir haben Eichendielen zweimal mit einem Hartöl, leicht weis gefärbt behandelt und sind seit einem Jahr sehr zufrieden. Es sind keine Kratzer oder dergleichen sichtbar, nur Flecken (2 Kinder, 2 Katzen) diese lassen sich aber leicht abwischen.



Öl ins Holz und keinen Schichtaufbau auf dem Holz



Hallo Hans Müller,

schichtbildende Öle mit Wachsanteil auf dunklen, dichten Hölzern ist ein Problem.

In diesem Fall würde ich mit einer Schleifmatte ca. 280er Körnung auf Rundmaschine die Schichten vom Holz abnehmen und dann von Natural das Pflegewachsöl (ca. 3 Gramm/m² ! nicht mehr) auf die Oberfläche mit braunen oder rotem Pad einarbeiten. Nach 30 Minuten mit weißem Pad alles abpolieren. Bitte beachten Sie, dass solche Öle 10 bis 14 Tage brauchen bis sie durchgetrocknet sind. D.h. bis dahin nicht feucht wischen und nicht direkt mit Schuhwerk belasten.

Natürlich leben Sie noch mit Holz und erleben Holz und Holz ist eine Naturoberfläche. Der Beitrag von Karl Schmitz war da wohltuend.

Grüße aus Frangn von Frank



So wie Ihre Beschreibung klingt,



ist ein Abschleifen nur bedingt möglich, das Wachs verklebt alles.

Gegen Wachsöle und Ölwachse auf dem Fußboden schreibe ich hier im Forum desöfteren. Aus meiner Sicht ist das eine Heimwerkerlösung für denjenigen, der den ganz schnellen Erfolg zum Preise einer allenfalls mittelmäßigen Qualität haben will. Auch wenn viele eine bessere Oberfläche mit Osmo-Hartwachsöl hinbekommen - dieses Produkt steht auf meiner persönliche Abschußliste weit oben, weil es nicht einmal in nennenswerten Mengen natürliche Wachse beinhaltet, sondern der Wachsanteil zu ganz wesentlichen Anteilen aus "Höchst Wachs C" besteht, einem Mineralölprodukt.

Der bessere Aufbau ist ein reines Parkettöl nach Naturfarbenstandard, am besten ein Heißöl. Wem das zu matt wirkt, der wachse nachher (ggf. auch Heißwachs). Die Kombination Natural-Heißöl/ Thermopadmaschine ist aus meiner Sicht das Optimum.

Für die Wachsentfernung gibt es je nach Schichtdicke verschiedene Möglichkeiten.

Wo befindet sich Ihr Haus? So es in meinen Tourenplan passt, schaue ich mir das Ganze gerne vor Ort an.

Grüße

Thomas

0177 5333544
weiteres im Profil



Zur Frage nach dem Lack:



Der Lack wird auf zuvor geöltem Holz nicht vernünftig halten, das bringt vermutlich nur noch mehr Frustration. Ein (dünn aufgetragenes!!!) Hartöl wird wohl auf Holz noch am besten funktionieren, wenn das Wachs restlos runter ist.
Die Aussagen von Vertreter und Parkettleger halte ich für reichlich frech. Im Streitfall einen Gutachter heranziehen, bis dahin würde ich keine weiteren Maßnahmen treffen! Wer hat die Verwendung dieses Produkts vorgeschlagen?



Danke!



Hallo,

lieben Dank für die Antworten. Das Hartwachsöl von Osmo war wohl wirklich einfach das falsche Produkt :-( Lackieren scheidet ja wohl aus. Ich werde dann wohl mal in mich gehen müssen und überlegen, ob ich das Ganze abschleifen und noch mal mit einem anderen Produkt ölen lasse, oder damit lebe...

Danke nochmals und viele Grüße,
Hans



Je nach Ausgangslage...



...gänge es eventuell auch ohne Schleifen. Mitunter habe ich schon sehr gute Erfolge mit gröberen Pads und geeigneten (natürl.) Lösemitteln erzielt.

Grüße

Thomas



Trip Trap?



Hallo,

ich habe von dem Parkettverleger jetzt ein Muster mit meinem Akzienparkett bekommen. Ein Drittel ist lackiert, ein Drittel

mit Trip Trap Öl behandelt und das letzte Drittel mit dem bekannten Osmo Öl. Sowohl vom Aussehen als auch von

Belastungstests gefällt mir das Trip Trap Öl sehr gut. Ich denke, damit kann ich auch das Risiko vermeiden, das mmir beim

Lackieren des vorher gölten Bodens entsteht. Meine Überlegung wäre, in einem Raum das Osmo Öl abgittern zu lassen, und

stattdessen das Trip Trap Öl auftragen zu lassen. Dann kann ich am "lebenden" Beispiel entscheiden, ob das für alle Räume

eine Lösung wäre. Was meint Ihr zu dem Trip Trap Öl?

Viele Grüße,
Hans



Bitte nicht!



Trip-Trap-Öl ist nicht nur kein Naturöl im engeren Sinne, es stinkt auch noch. Ich habe im Forum schon mehrfach dargelegt, daß ich mit dem Eindringverhalten nicht zufrieden bin, auf einem Boden mit Wachsresten wird es noch problematischer.

Ich selbst verarbeite (und vertreibe) Natural und gelegendlich Naturhaus, Livos ist ebenfalls zu empfehlen. Mit dem Auro-Hartöl habe ich schon Trocknungsverzögerungen erlebt. Sicherlich gibt es auch noch andere gute Bodenöle.

Optimal, besonders auch bei Wachsresten im Holz, ist aus meiner Sicht das oben dargestellte Heißverfahren in Kombination mit dem Natural - Heißöl.

Wo sind Sie denn angesiedelt?.

Grüße

Thomas



Wir haben



Hartöl von Kreidezeit verwendet und sind sehr zufrieden. Wie gesagt: Dünn auftragen, dann gibt's auch keinen Verdruß ...